Kunst und Bühne. Spielorte des Münchner Jugendstils
Eine Kabinettausstellung des Deutschen Theatermuseums, 17.10.2024- 23.3.2025
München, 1908: Im Mai eröffnet das Künstler-Theater im Rahmen der Ausstellung München 1908 auf der Theresienhöhe. Als Festspielpremiere wird der erste Teil von Goethes Faust gezeigt. Die Presse zeigte sich begeistert und die europäische Avantgarde reiste nach München und bestaunte die neuartige Reliefbühne.



Im innovativen Theaterneubau des Künstler-Theaters, seinem Aufbau, seiner technischen Anlage und seiner Möglichkeiten für das Bühnenbild spiegeln sich ästhetische Prinzipien der Jugendstil-Bewegung wider. Vorangetrieben wurde der Neubau von einer Generation, die sich interdisziplinär zwischen den Künsten bewegte. Die in Zusammenarbeit mit dem erfahrenen Architekten Max Littmann entstandene Theaterbühne auf dem Ausstellungsgelände ermöglichte die modellhafte Erprobung ästhetischer Neuerungen.
Der rasante Wandel um 1900, die zunehmende Industrialisierung, Technisierung und Urbanisierung, veränderte Sehgewohnheiten und Raumerfahrung. Der Anspruch einer exakten Nachbildung der Wirklichkeit auf der Bühne entsprach nicht mehr dem Zeitgeist. Auch in der Theaterästhetik wurde um die Jahrhundertwende ein Umbruch sichtbar: Quer durch die künstlerischen Disziplinen wurden Stimmen nach einer Erneuerung der Bühnenkunst lauter.
Neben Paris und Wien entwickelte sich München in kurzer Zeit zu einem Impulsgeber der antinaturalistischen Reformbewegung. Unter dem Motto „Rethéâtraliser le théâtre!“, das auch der Regisseur und Theatertheoretiker Georg Fuchs seiner Schrift zum Künstler-Theater als Motto voranstellte, wurde eine Abkehr von der Illusionsbühne verfolgt. Unter dem Einfluss des Symbolismus eroberten Schattenfiguren, Farbwelten, Lichträume und Seelenlandschaften die Leinwände und Bühnen.
Auf der Suche nach den Umbrüchen in der Bühnenästhetik, nach Protagonistinnen und Protagonisten und nach Experimenten und ihrer Resonanz zeichnet die Ausstellung wesentliche Reformideen exemplarisch an fünf Münchner Spielorten nach, vom Prinzregentheater zum Schauspielhaus, den heutigen Kammerspiele, über das Vereinslokal der Elf Scharfrichter und die privaten Vorstellungen des Schwabinger Schattentheaters bis hin zum Künstler-Theater auf der Theresienhöhe.
Kuratorin: Birgit Kadatz-Kuhn
Ausstellungsgestaltung: Christoph Sauter
Mit freundlicher Unterstützung der Theatermuseasten e.V. – Freunde des Deutschen Theatermuseums
Christo and Jeanne-Claude: un|realized
The exhibition showcases for the first time in Germany unrealized projects by the artist duo. Kunstmuseum Pablo Picasso in Münster, April 4 – June 28, 2026.
Liminality – Spaces in transition
Group exhibition at the Villingen-Schwenningen City Gallery featuring Helga Griffiths, Asta Gröting, Manaf Halbouni, David Hepp, Šejla Kamerić, Effrosyni Kontogeorgou, Adrian Paci, Lu Yang and Lukas Zerbst.
In der Gegenwelt
Im kleinen Wedeler Ernst Barlach Museum breiten Rosa Loy und Neo Rauch die private Sammlung ihrer Lieblingsbilder aus. Auf ihnen scheint die Zeit stillzustehen.