{"id":13446,"date":"2026-07-08T18:36:31","date_gmt":"2026-07-08T16:36:31","guid":{"rendered":"https:\/\/on-art.news\/?p=13236"},"modified":"2026-08-14T22:00:06","modified_gmt":"2026-08-14T20:00:06","slug":"fotografie-entsteht-im-miteinander","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/on-art.news\/en\/2026\/07\/08\/fotografie-entsteht-im-miteinander\/","title":{"rendered":"Fotografie entsteht im Miteinander"},"content":{"rendered":"<h3 class=\"wp-block-heading\">Ein Blick auf die <em>9. Triennale der Photographie Hamburg<\/em>.<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine rote Gl\u00fchbirne h\u00e4ngt von der Decke herab und f\u00fchrt \u00fcber ihr gedimmtes Licht in die Black Box: Der Raum ist tiefschwarz, seine Konturen durch das aufflackernde 16-mm-Filmbild nur schematisch zu erkennen. Denn auch der hier projizierte Film zeigt R\u00e4ume, die mit nur wenigen Lichtquellen ausgestattet sind. Nischen, in denen punktuell gesetzte Lampen rot leuchten; G\u00e4nge und lange Flure, die in einen Orange-Schimmer getaucht sind. Dr\u00f6hnendes Rauschen durchzieht die Innenr\u00e4ume der Fabrik, innerhalb der sich Menschen durch Raumfluchten bewegen, Maschinen bedienen oder hinter verglasten B\u00fcror\u00e4umen telefonieren. Gl\u00e4nzende transparente Fl\u00e4chen, die kilometerlang durch Walzen und in Schleifen \u00fcber Rollen flie\u00dfen, reflektieren in Blau, Rot oder Violett und durchlaufen einen Prozess, der endlos wirkt. Zwei M\u00e4nner ummanteln dann eine der meterdicken Rollen, die mechanisch gehalten wird, mit Folie. Sie machen den in der Fabrik produzierten Zelluloidfilm zur Weiterverarbeitung transportfertig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr ihren Film <em>Kodak<\/em> (2006) hat Tacita Dean (*1965) die Filmproduktionsanlage von Kodak im franz\u00f6sischen Salon-sur-Sa\u00f4ne und die darin vollzogene Arbeit gefilmt, nachdem sie erfuhr, dass das Werk schlie\u00dfen w\u00fcrde. Ihr eigenes filmisches und fotografisches Arbeiten war davon ber\u00fchrt und der Wandel von Film zu digitalen Bildaufzeichnungstechniken wurde ihr bewusst, als sie selbst keinen handels\u00fcblichen 16-mm-Schwarzwei\u00dffilm mehr erwerben konnte. Zuvor waren im Kodak-Werk keine Kameras zu filmischen Zwecken zugelassen worden; Dean erhielt nun aber eine Genehmigung, die Filmherstellung im Werk zu dokumentieren. Ihr Film, der im Rahmen der <em>9. Triennale der Photographie Hamburg<\/em> in der Hamburger Kunsthalle in der Ausstellung <em>Aber Ich | Die Welt | Ich sehe | Dich*<\/em> gezeigt wird, erinnert an den Zelluloidfilm, der Fotografie und Film jahrzehntelang als bildgebendes Medium formte.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Welche Bedeutung hat Fotografie heute?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch welche Bedeutung hat Fotografie heute? Das fragt der k\u00fcnstlerische Leiter dieser Triennale, Mark Sealy, und verweist in seinem Konzept mit dem Titel <em>Alliance, Infinity, Love \u2013 in the Face of the Other<\/em> auf die M\u00f6glichkeiten der Fotografie, Menschen miteinander zu verbinden und zum Nachdenken \u00fcber Gerechtigkeit, Verantwortung und Menschlichkeit anzuregen. Dieser Aspekt wird zum Leitfaden der insgesamt elf Ausstellungen, die in acht Museen und Ausstellungsh\u00e4usern in Hamburg gezeigt werden. Das Spektrum der gr\u00f6\u00dftenteils von den H\u00e4usern selbst ausgerichteten Schauen ist weit gef\u00e4chert, unter anderem mit K\u00fcnstler*innen wie Jasmina Cibic, Hannah Darabi, M\u00f3nica de Miranda, Arlene Gottfried, Mao Ishikawa, Melike Kara, On Kawara, Randa Mirza, Tyler Mitchell, Santu Mofokeng, Nina Porter, Jo Ractliffe, Franki Raffles, Sara Sallam, Alina Szapocznikow, Lara Tabet oder Nil Yalter.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"834\" data-id=\"13277\" src=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/11_TylerMitchell_GhostImage_2024-1024x834.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13277\" srcset=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/11_TylerMitchell_GhostImage_2024-1024x834.jpg 1024w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/11_TylerMitchell_GhostImage_2024-300x244.jpg 300w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/11_TylerMitchell_GhostImage_2024-768x626.jpg 768w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/11_TylerMitchell_GhostImage_2024-1536x1251.jpg 1536w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/11_TylerMitchell_GhostImage_2024-2048x1669.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\">Tyler Mitchell, Ghost Image, 2024. \u00a9 Tyler Mitchell. Mit freundlicher Genehmigung des K\u00fcnstlers und der Gagosian Gallery.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>&#8222;Gemeinsam sehen&#8220; (&#8222;Seeing Together&#8220;) ist ein leitender Gedanke der diesj\u00e4hrigen Ausgabe des internationalen Fotofestivals, das Mark Sealy zusammen mit der Projektleiterin Bettina Freimann und der Kuratorin Cale Garrido erarbeitet hat und das von einem umfangreichen Programm sowie von Satellitenausstellungen begleitet wird. Sealys Triennale-Konzept bezieht sich auf den Song <em>Nature Boy<\/em>, der von Eden Ahbez (1908\u20131995) geschrieben und von Nat King Cole (1919\u20131965) interpretiert wurde, welcher damit 1948 einen Nummer-Eins-Hit landete. Zahlreiche weitere Musiker*innen versuchten sich an dem St\u00fcck, so zum Beispiel Frank Sinatra, Sarah Vaughan, David Bowie, Massive Attack oder Lady Gaga. Nun dient Sealy das Lied mit der Kernbotschaft &#8222;The greatest thing you\u2019ll ever learn \/ is just to love and be loved in return&#8220; als &#8222;spirituelle Grundlage&#8220; der Triennale und verwebt es mit den humanistischen Theorien des Philosophen Emmanuel L\u00e9vinas (1906\u20131995) und dem handlungsgepr\u00e4gten Liebesbegriff der schwarz-feministischen Autorin und Aktivistin bell hooks (1952\u20132021). Diese drei Bezugspunkte werden allerdings nur sehr verk\u00fcrzt dargestellt, ihre Inhalte etwa im Triennale-Guide kaum erl\u00e4utert. Stattdessen bilden die Worte <em>Alliance<\/em>, <em>Infinity<\/em> und <em>Love<\/em> als frei zu assoziierende Gedankenbilder den Kitt f\u00fcr das Fotofestival <em>Alliance, Infinity, Love \u2013 in the Face of the Other<\/em>. Unter dem gleichen Titel l\u00e4uft die von Sealy kuratierte Ausstellung in der Halle f\u00fcr aktuelle Kunst in den Deichtorhallen: Diese m\u00f6chte etwa neben dem im Titel formulierten Anliegen der Anerkennung des Anderen auch &#8222;zum Nachdenken \u00fcber die Vertrautheit der &#8218;Wesensart&#8216; von Fotografie einladen.&#8220; Doch was ist damit gemeint?<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">You\u2019ll Never Watch Alone<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1999 initiierte F.C. Gundlach die <em>Triennale der Photographie<\/em> in Hamburg, die seither als stadtweites Kollaborationsprojekt stattfand. Anl\u00e4sslich des 100. Geburtstags des international sowie f\u00fcr die Hamburger Fotografie-Kultur bedeutenden Fotografen, Galeristen, Sammlers, Unternehmers und Netzwerkers, richtet das Bucerius Kunst Forum im Rahmen der nun 9. Triennale mit <em>F.C. Gundlach:<\/em> <em>You\u2019ll Never Watch Alone<\/em> eine Schau aus, die das einflussreiche Wirken von F.C. Gundlach (1926\u20132021) in den Blick nimmt (bis 16. August 2026).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bekannt geworden ist Franz Christian Gundlach durch seine Modefotografien, f\u00fcr deren Produktion er die ganze Welt bereiste. Nach einer Ausbildung zum Fotografen an der Privaten Lehranstalt f\u00fcr Moderne Lichtbildkunst bei Rolf W. Nehrdich in Kassel, assistierte der im hessischen Heinebach geborene Gundlach, dessen Eltern eine Gastwirtschaft mit Kino betrieben, in verschiedenen Studios, so in den Hollywood-Studios\/Photo-Labor Ernst O. Keller in Wiesbaden, bei der Modefotografin Ingeborg Hoppe in Stuttgart und bei Harry Meerson in Paris. Bereits ab 1949 ver\u00f6ffentlichte F.C. Gundlach seine Fotografien in Funk- und Fernsehzeitschriften sowie Illustrierten, f\u00fcr die er Starportr\u00e4ts, Reportagen und Modeberichte anfertigte. Allein bis 1966 setze er mehr als 100 Titelbilder und \u00fcber 2500 Seiten im redaktionellen Modeteil der <em>Film und Frau<\/em> um, gefolgt und begleitet von Zusammenarbeiten wie jener mit der <em>Brigitte<\/em>, f\u00fcr die er bis 1986 rund 180 Titelbilder und \u00fcber 5500 Seiten des redaktionellen Modeteils fotografierte. Grundlach realisierte unz\u00e4hlige Kampagnen. Seine Inszenierungen von Mode lieferten Vorbilder f\u00fcr Millionen von Frauen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped w3 wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large w3\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"793\" height=\"1024\" data-id=\"13287\" src=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/BKF_Presse_Erwin-Blumenfeld_Decollete_New-York_1950er-Jahre-793x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13287\" srcset=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/BKF_Presse_Erwin-Blumenfeld_Decollete_New-York_1950er-Jahre-793x1024.jpg 793w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/BKF_Presse_Erwin-Blumenfeld_Decollete_New-York_1950er-Jahre-232x300.jpg 232w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/BKF_Presse_Erwin-Blumenfeld_Decollete_New-York_1950er-Jahre-768x992.jpg 768w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/BKF_Presse_Erwin-Blumenfeld_Decollete_New-York_1950er-Jahre-1189x1536.jpg 1189w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/BKF_Presse_Erwin-Blumenfeld_Decollete_New-York_1950er-Jahre-1586x2048.jpg 1586w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/BKF_Presse_Erwin-Blumenfeld_Decollete_New-York_1950er-Jahre-scaled.jpg 1982w\" sizes=\"(max-width: 793px) 100vw, 793px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"931\" data-id=\"13290\" src=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/BKF_Presse_FC-Gundlach_Op-Art-Badeanzug_Brigitte-Bauer_Sinz-Bademode_Voulagmeni_1966-1024x931.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13290\" srcset=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/BKF_Presse_FC-Gundlach_Op-Art-Badeanzug_Brigitte-Bauer_Sinz-Bademode_Voulagmeni_1966-1024x931.jpg 1024w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/BKF_Presse_FC-Gundlach_Op-Art-Badeanzug_Brigitte-Bauer_Sinz-Bademode_Voulagmeni_1966-300x273.jpg 300w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/BKF_Presse_FC-Gundlach_Op-Art-Badeanzug_Brigitte-Bauer_Sinz-Bademode_Voulagmeni_1966-768x698.jpg 768w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/BKF_Presse_FC-Gundlach_Op-Art-Badeanzug_Brigitte-Bauer_Sinz-Bademode_Voulagmeni_1966-1536x1396.jpg 1536w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/BKF_Presse_FC-Gundlach_Op-Art-Badeanzug_Brigitte-Bauer_Sinz-Bademode_Voulagmeni_1966.jpg 1772w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1015\" height=\"1024\" data-id=\"13289\" src=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/BKF_Presse_FC-Gundlach_Karibikreise-mit-der-SS-United-States_New-York_1965-1015x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13289\" srcset=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/BKF_Presse_FC-Gundlach_Karibikreise-mit-der-SS-United-States_New-York_1965-1015x1024.jpg 1015w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/BKF_Presse_FC-Gundlach_Karibikreise-mit-der-SS-United-States_New-York_1965-297x300.jpg 297w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/BKF_Presse_FC-Gundlach_Karibikreise-mit-der-SS-United-States_New-York_1965-150x150.jpg 150w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/BKF_Presse_FC-Gundlach_Karibikreise-mit-der-SS-United-States_New-York_1965-768x775.jpg 768w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/BKF_Presse_FC-Gundlach_Karibikreise-mit-der-SS-United-States_New-York_1965-1522x1536.jpg 1522w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/BKF_Presse_FC-Gundlach_Karibikreise-mit-der-SS-United-States_New-York_1965-2030x2048.jpg 2030w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/BKF_Presse_FC-Gundlach_Karibikreise-mit-der-SS-United-States_New-York_1965-100x100.jpg 100w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/BKF_Presse_FC-Gundlach_Karibikreise-mit-der-SS-United-States_New-York_1965-120x120.jpg 120w\" sizes=\"(max-width: 1015px) 100vw, 1015px\" \/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\"><strong>Links<\/strong>: Erwin Blumenfeld, &#8222;Decollet\u00e9. Cover Study&#8220;, New York, 1950er-Jahre. Aus dem Portfolio Erwin Blumenfeld \u2013 Blumenfeld Color, hrsg. von der PPS. Galerie F.C. Gundlach, Hamburg 1984. \u00a9 2026 Lisette Georges &#8211; Blumenfeld Foundation, NYC. <strong>Middle<\/strong>: F.C. Gundlach, Op Art-Badeanzug, Brigitte Bauer, Sinz Bademoden, Vouliagmeni, 1966. \u00a9 F.C. Gundlach \/ Stiftung F.C. Gundlach. <strong>Right<\/strong>: F.C. Gundlach, Belinda, &#8222;Karibikreise mit der SS United States, Stopp in New York&#8220;, New York City, 1965. \u00a9 F.C. Gundlach \/ Stiftung F.C. Gundlach. <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1955 begann Gundlach eine Zusammenarbeit mit der Deutschen Lufthansa anl\u00e4sslich des Er\u00f6ffnungsflugs der Nordamerika-Linie \u2013 und er sicherte sich damit zugleich (durch die Entlohnung in Flugmeilen statt eines Honorars) den Freiflug in die Welt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie die von Sebastian Lux, Franziska Mecklenburg und Sophie-Charlotte Opitz kuratierte Schau zeigt, waren es neben Gundlachs Lebensjahren in Paris vor allem die Metropole New York und ihre Kunstszene, die das Bildverst\u00e4ndnis und die Produktionsanspr\u00fcche des Fotografen nachhaltig pr\u00e4gten. Die Professionalit\u00e4t, mit der zum Beispiel Richard Avedon sein Studio f\u00fchrte, oder die Infrastruktur, die es Fotograf*innen erm\u00f6glichte, Arbeitsschritte der Postproduktion an Dritte zu \u00fcbergeben, regte F.C. Gundlach, der ab 1956 in Hamburg lebte, dazu an, eine eigene Firma zu gr\u00fcnden. 1967 rief er die <em>CC \u2013 Creative Color GmbH<\/em> im Hamburger Hochbunker am Heiligengeistfeld ins Leben und schuf damit eine Infrastruktur f\u00fcr die fotografische Bildproduktion, die internationalen Standards gerecht wurde und die Fotoszene Hamburgs bis heute pr\u00e4gt. Gundlach warb mit dem Spruch &#8222;Sie photographieren, wir erledigen den Rest&#8220;, womit er sich auf den Kodak-Werbeslogan &#8222;You press the button, be do the rest&#8220; bezog. Das Angebot umfasste etwa die Filmentwicklung, professionelle Retusche sowie die Umsetzung von Farbdrucken im hochwertigen Dye-Transfer-Verfahren. Der gute Ruf der Dye-Transfer-Produktion strahlte aus, sodass Fotograf*innen wie Irving Penn oder William Eggleston nun ihre Bilder bei <em>CC<\/em> produzieren lie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Da sein Betrieb in der Verlagshauptstadt Hamburg zunehmend florierte, erweiterte Gundlach ihn 1971 mit der Gr\u00fcndung der Firma <em>PPS. Professional Photo Service<\/em> als ein noch umfangreicheres Dienstleistungsunternehmen f\u00fcr Fotograf*innen: <em>PPS.<\/em> verf\u00fcgte \u00fcber Schwarzwei\u00df- und Farblabore, Mietstudios, einen Ausleihservice f\u00fcr Foto-Equipment sowie eine Fachbuchhandlung. 1975 folgte in Hamburg die Gr\u00fcndung der <em>PPS. Galerie F.C. Gundlach<\/em>, wenig sp\u00e4ter in D\u00fcsseldorf in seiner dortigen <em>CC<\/em>-Filiale die <em>CCD Galerie<\/em>. In ihnen richtete er bis 1992 zahlreiche Fotoausstellungen aus, darunter etwa mit Bildern von Richard Avedon, Robert Frank oder Robert Mapplethorpe, deren Arbeiten zuvor noch nicht in Deutschland gezeigt worden waren. Die Fachzeitschrift <em>PPS. News<\/em>, die zwischen 1980 und 1986 erschien, informierte unter anderem \u00fcber Fotoausstellungen oder Kamera- und Aufnahmetechniken und diskutierte bereits zu dieser Zeit die damals neue digitale Fotografie und die Zukunft der &#8222;Photos ohne Filme&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Cocktail Prolong\u00e9<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Parallel zu seiner modefotografischen T\u00e4tigkeit, begann F.C. Gundlach Mitte der 1960er-Jahre Fotografien zu sammeln. Die Werke von Avedon, der Modefotografie und k\u00fcnstlerische Fotografie in seiner Arbeit verband, spielten eine wichtige Rolle f\u00fcr ihn. Eine bislang noch nie gezeigte Facette aus seiner \u00fcber die Jahrzehnte gewachsenen Sammlung wird nun im Rahmen der Triennale mit der Ausstellung <em>Cocktail Prolong\u00e9: F.C. Gundlach Special<\/em> in den Deichtorhallen \u2013 Sammlung F.C. Gundlach vorgestellt (bis 22. September 2026).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die von Sabine Schnakenberg kuratierte Schau zeigt ein Menschenbild, das in Gundlachs Werbefotografien nie vorkam: diverse Formen von unangepasster, provokanter, sexueller oder queerer K\u00f6rperlichkeit. So zum Beispiel eine Bildserie von Wilhelm von Gloeden, der um die Jahrhundertwende junge m\u00e4nnliche Akte in Rom inszenierte; eine Fotografie von Lisette Model, die 1945 in New York entstanden ist und ein*e Drag-Performer*in zeigt; ein Selbstportr\u00e4t von Robert Mapplethorpe aus den 1970er-Jahren mit Peitsche, die aus seinem Anus ragt; K\u00f6rperinszenierungen von Cindy Sherman, die den weiblichen Leib dekonstruieren; oder eine Reihe von Jenny Holzer, die 1993\/94 in Reaktion auf die Vergewaltigungen von Frauen im Jugoslawienkrieg entstanden. Es sind Bilder, die den schmalen Grat zwischen Lust und Grauen verhandeln.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped w3 wp-block-gallery-3 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"839\" height=\"1024\" data-id=\"13300\" src=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/HerbRitts_DijmonWithOctopus_1985-839x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13300\" srcset=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/HerbRitts_DijmonWithOctopus_1985-839x1024.jpg 839w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/HerbRitts_DijmonWithOctopus_1985-246x300.jpg 246w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/HerbRitts_DijmonWithOctopus_1985-768x937.jpg 768w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/HerbRitts_DijmonWithOctopus_1985-1259x1536.jpg 1259w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/HerbRitts_DijmonWithOctopus_1985-1678x2048.jpg 1678w\" sizes=\"(max-width: 839px) 100vw, 839px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"753\" height=\"1024\" data-id=\"13302\" src=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/JimmyDeSana_PantyHose_1978-753x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13302\" srcset=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/JimmyDeSana_PantyHose_1978-753x1024.jpg 753w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/JimmyDeSana_PantyHose_1978-220x300.jpg 220w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/JimmyDeSana_PantyHose_1978-768x1045.jpg 768w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/JimmyDeSana_PantyHose_1978-1129x1536.jpg 1129w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/JimmyDeSana_PantyHose_1978-1505x2048.jpg 1505w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/JimmyDeSana_PantyHose_1978-scaled.jpg 1882w\" sizes=\"(max-width: 753px) 100vw, 753px\" \/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\"><strong>Links<\/strong>: Herb Ritts, Dijmon with Octopus, 1985. \u00a9 Herb Ritts Foundation courtesy Camera Work Gallery.  <strong>Right<\/strong>: Jimmy de Sana, Panty Hose, 1978\/1979. \u00a9 Jimmy DeSana.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die nun von der Sammlungskuratorin Schnakenberg f\u00fcr die Schau ausgew\u00e4hlten Fotografien befinden sich seit den 1970er-Jahren in Gundlachs Sammlung und umfassen ein breites fototechnisches Spektrum. Dass Gundlach sich nicht einzig f\u00fcr Motive, sondern f\u00fcr den K\u00f6rper von Fotografien interessierte und damit f\u00fcr ihre materiale und technische Umsetzung, wird in dieser Pr\u00e4sentation deutlich und unterstreicht Gundlachs Vorliebe, Bilder freih\u00e4ngend im Rahmen zu pr\u00e4sentieren, um deren eigene k\u00f6rperliche Pr\u00e4senz zu betonen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um \u00fcber Bilder zu diskutieren, veranstaltete F.C. Gundlach regelm\u00e4\u00dfig Abendveranstaltungen mit Getr\u00e4nken unter dem Titel <em>Cocktail Prolong\u00e9<\/em>, im Rahmen welcher er mit Freund:innen oder Bekannten Werke seiner Sammlung gemeinsam ins Auge nahm. Jenes zuvor erw\u00e4hnte Bild von Mapplethorpe teilte er aber wohl nicht so gerne mit anderen Augenpaaren, wie Kuratorin Schnakenberg im Kontext ihrer langj\u00e4hrigen Sammlungsbetreuung und Zusammenarbeit mit Gundlach bemerkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders eindr\u00fccklich ist eine Fotografie, die als Auftakt dieser empfehlenswerten Schau h\u00e4ngt: sie zeigt einen Blindenpilgerzug, der sich 1958 in Lourdes traf. Das Bild der Blinden adressiert f\u00fcr uns Beobachtende ein Sehen, das \u00fcber die Fotografie hinausweist. Damit entsteht auch eine gedankliche Verbindung zu der von Mark Sealy formulierten Frage nach der &#8218;Wesensart&#8216; der Fotografie \u2013 und das gemeinsame Sehen, das Sealy f\u00fcr die Triennale anf\u00fchrt, erh\u00e4lt eine tiefere Bedeutung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">You\u2019ll Never Work Alone<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die enge Verwobenheit vom Kollektiven und Individuellen ber\u00fchrt in den Fotografien von Franki Raffles (1955\u20131994): Die sozialdokumentarischen Bilder der englischen Fotografin zeigen die t\u00e4glichen Lebens- und Arbeitsrealit\u00e4ten von Frauen, die Raffles vor allem in den 1970er- und 1980er-Jahren in Schottland und in L\u00e4ndern Osteuropas und Asiens eingefangen hat. Das Werk der Fotografin wird mit der Ausstellung <em>Franki Raffles: Photography, Activism, Campaign Works<\/em> im Hamburger Museum der Arbeit erstmals au\u00dferhalb des Vereinten K\u00f6nigreichs zug\u00e4nglich gemacht. Kuratiert wurde die Schau 2024 von Sarah Munro, Emma Dean und Rose McMurray am Baltic Centre of Contemporary Arts in Gateshead und ist durch Mark Sealy als Beitrag der Triennale vom Museum der Arbeit \u00fcbernommen worden (bis 6. September 2026).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped w3 wp-block-gallery-4 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"683\" height=\"1024\" data-id=\"13311\" src=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/franki-raffles-activism-and-protest-pensioners-protesting-edinburgh-1987-88-\u00a9-franki-raffles-estate-683x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13311\" srcset=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/franki-raffles-activism-and-protest-pensioners-protesting-edinburgh-1987-88-\u00a9-franki-raffles-estate-683x1024.jpg 683w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/franki-raffles-activism-and-protest-pensioners-protesting-edinburgh-1987-88-\u00a9-franki-raffles-estate-200x300.jpg 200w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/franki-raffles-activism-and-protest-pensioners-protesting-edinburgh-1987-88-\u00a9-franki-raffles-estate-768x1152.jpg 768w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/franki-raffles-activism-and-protest-pensioners-protesting-edinburgh-1987-88-\u00a9-franki-raffles-estate-1024x1536.jpg 1024w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/franki-raffles-activism-and-protest-pensioners-protesting-edinburgh-1987-88-\u00a9-franki-raffles-estate-1366x2048.jpg 1366w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/franki-raffles-activism-and-protest-pensioners-protesting-edinburgh-1987-88-\u00a9-franki-raffles-estate.jpg 1575w\" sizes=\"(max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"683\" height=\"1024\" data-id=\"13312\" src=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/franki-raffles-women-workers-hairdressers-glasgow-1988-89-\u00a9-franki-raffles-estate-683x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13312\" srcset=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/franki-raffles-women-workers-hairdressers-glasgow-1988-89-\u00a9-franki-raffles-estate-683x1024.jpg 683w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/franki-raffles-women-workers-hairdressers-glasgow-1988-89-\u00a9-franki-raffles-estate-200x300.jpg 200w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/franki-raffles-women-workers-hairdressers-glasgow-1988-89-\u00a9-franki-raffles-estate-768x1152.jpg 768w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/franki-raffles-women-workers-hairdressers-glasgow-1988-89-\u00a9-franki-raffles-estate-1024x1536.jpg 1024w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/franki-raffles-women-workers-hairdressers-glasgow-1988-89-\u00a9-franki-raffles-estate-1366x2048.jpg 1366w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/franki-raffles-women-workers-hairdressers-glasgow-1988-89-\u00a9-franki-raffles-estate.jpg 1575w\" sizes=\"(max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\"><strong>Links<\/strong>: Franki Raffles, Activism and Protest, Pensioners protesting, Edinburgh. 1987-88. \u00a9 Franki Raffles Estate. <strong>Right<\/strong>: Franki Raffles, Women Workers, Hairdressers, Glasgow. 1988-89. \u00a9 Franki Raffles Estate.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Franki Raffles gebrauchte die Fotografie als ein Medium, um auf Probleme aufmerksam zu machen: auf soziale und geschlechtsspezifische Ungleichheiten, auf m\u00e4nnliche Gewalt gegen\u00fcber Frauen, auf Benachteiligung durch Flucht, Migration und k\u00f6rperlicher sowie geistiger Behinderung. Sie portr\u00e4tierte Frauen inmitten ihres Arbeitsalltags und f\u00fchrte mit ihren Fotografien Kampagnen f\u00fcr faire Lebensverh\u00e4ltnisse sowie gegen physische und mentale Unterdr\u00fcckung. Ihre Bilder zeigen Frauen mit W\u00fcrde beim Verrichten ihrer T\u00e4tigkeiten, sei es am Flie\u00dfband beim Verarbeitenvon Lebensmitteln, beim Eindrehen von Lockenwicklern im Frisiersalon, beim Einsortieren von Supermarktregalen, beim N\u00e4hen von Kleidung, beim Saubermachen eines Raumes, bei der Pflege von Kranken und Bed\u00fcrftigen, bei der Kindererziehung, beim Arbeiten am Computer, im Labor, oder beim Heumachen auf dem Feld. Raffles beleuchtet diese Spektren weiblichen Arbeitens nicht zuletzt im Gef\u00fcge von Klasse. Die Geschichten der Frauen, mit denen die Fotografin auch Interviews f\u00fchrte, ver\u00f6ffentlichte sie mit ihren Bildern in Arbeitsberichten oder pr\u00e4sentierte sie in Gemeindezentren, um einen kommunalen Dialog \u00fcber individuelle und kollektive Lebenssituationen als auch Solidarit\u00e4t zu f\u00f6rdern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Franki Raffles wurde 1955 in Salford nahe Manchester geboren und studierte Philosophie an der an Schottlands K\u00fcste gelegenen University of St Andrews. Dort begann sie, sich in der Frauenbewegung zu engagieren. Ab den fr\u00fchen 1980er-Jahren lebte sie als freiberufliche Fotografin in Edinburgh, von wo aus sie zahlreiche Reisen unternahm, um auf internationaler Ebene die \u00c4hnlichkeit der Lebenssituationen von Frauen herauszustellen. Bis zu ihrem fr\u00fchen Tod sind rund 40.000 Aufnahmen entstanden, die erst 2015 an die University of St Andrews \u00fcbergeben worden sind, wo sich seither Franki Raffles\u2019 Nachlass befindet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Bei der Fotografie geht es nicht um individuellen Ausdruck, sondern darum, zusammenzuarbeiten, um Dinge sichtbar zu machen&#8220;, bemerkte Franki Raffles zu ihrem Arbeiten. Damit liegt sie \u2013 trotz gr\u00f6\u00dfter Kontraste ihrer Motive \u2013 gar nicht so fern von einem Verst\u00e4ndnis von Fotografie, wie es F.C. Gundlach mit seinem breit gespannten Netzwerk lebte, und wie es sich in Tacita Deans Film im Innenraum der Fotofilmfabrik vergegenw\u00e4rtigt. Fotografie entsteht erst im Miteinander. Das war wohl schon immer so. Aber heute geht es im Sinne von Mark Sealys Formulierung <em>in the Face of the Other<\/em> auch darum, dem Angesicht, das sie uns bietet, mit Respekt entgegen zu treten und manches von dem, was sie preisgibt, vielleicht einen Moment l\u00e4nger als gewohnt auszuhalten \u2013 um daraus f\u00fcr ein besseres Miteinander zu lernen.<\/p>\n\n\n\n<hr style=\"--wb-separator-margin-top:0px;--wb-separator-margin-bottom:0px\" class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ausstellungen der <em>9. Triennale der Photographie Hamburg<\/em> finden statt: in den Deichtorhallen Hamburg mit der Halle f\u00fcr aktuelle Kunst, dem PHOXXI \u2013 Haus der Photographie Tempor\u00e4r, der Sammlung F.C. Gundlach und der Sammlung Falckenberg, dem Bucerius Kunst Forum, der Hamburger Kunsthalle, dem Kunsthaus Hamburg; dem Kunstverein in Hamburg, dem MARKK \u2013 Museum am Rothenbaum Kulturen und K\u00fcnste der Welt, dem Museum der Arbeit sowie dem Museum f\u00fcr Kunst und Gewerbe Hamburg.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weitere Informationen unter <a href=\"https:\/\/2026.phototriennale.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">phototriennale.de<\/a>.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Blick auf die 9. Triennale der Photographie Hamburg. Eine rote Gl\u00fchbirne h\u00e4ngt von der Decke herab und f\u00fchrt \u00fcber ihr gedimmtes Licht in die Black Box: Der Raum ist tiefschwarz, seine Konturen durch das aufflackernde 16-mm-Filmbild nur schematisch zu erkennen. 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