{"id":15467,"date":"2026-07-28T17:34:12","date_gmt":"2026-07-28T15:34:12","guid":{"rendered":"https:\/\/on-art.news\/2026\/07\/28\/der-triumph-der-strasse\/"},"modified":"2026-08-17T15:44:25","modified_gmt":"2026-08-17T13:44:25","slug":"der-triumph-der-strasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/on-art.news\/en\/2026\/07\/28\/der-triumph-der-strasse\/","title":{"rendered":"Der Triumph der Stra\u00dfe"},"content":{"rendered":"<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Ausstellung &#8222;Sechs F\u00fcnf Vier Drei Zwei&#8220; mit Werken der New Yorker K\u00fcnstlerin Josephine Meckseper im Kunstverein Heppenheim.<\/h3>\n\n\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>&#8222;In Heppenheim (Bergstra\u00dfe) wurden am 26.06.2026 extreme H\u00f6chstwerte von 38 bis 40 Grad Celsius erreicht. Die Region war das Zentrum einer historisch fr\u00fchen und heftigen Hitzewelle, bei der in gro\u00dfen Teilen Hessens neue Junirekorde gemessen wurden.&#8220; <br>Soweit der Deutsche Wetterdienst. Soweit der Deutsche Wetterdienst. Tats\u00e4chlich war es ein Abend, wie er hochsommerlicher kaum h\u00e4tte sein k\u00f6nnen. W\u00e4hrend oben in der Heppenheimer Altstadt ein Spielmannszug den Auftakt des 72. Bergstr\u00e4\u00dfer Weinmarkts, eines beliebten zehnt\u00e4gigen Volksfestes, musikalisch einl\u00e4utete, traf sich in den ehemaligen R\u00e4umen einer kleinen B\u00e4ckerei in der Heppenheimer Bahnhofstra\u00dfe ein etwas \u00fcbersichtlicherer, aber ebenso gut gelaunter Kreis, um eine neue Ausstellung im Kunstverein Heppenheim zu er\u00f6ffnen. Schwellen\u00e4ngste musste hier \u00fcbrigens niemand haben. Willkommen zur Er\u00f6ffnung waren alle, die davon erfahren hatten. Und statt eines wie andernorts oft \u00fcblichen gesetzten Dinners f\u00fcr die Happy Few, konnte, wer Hunger oder Durst hatte, einfach die Stra\u00dfe \u00fcberqueren. In der Kochschule von Deutschlands bekanntestem Ayurveda-Koch Volker Mehl stand gesundes Fingerfood bereit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der 2009 gegr\u00fcndete Kunstverein in der 26.000 Einwohner gro\u00dfen malerischen Kleinstadt an der Bergstra\u00dfe geh\u00f6rt mit rund 35 Mitgliedern zu den kleinsten unter den \u00fcber 300 registrierten Kunstvereinen in Deutschland. In den erst 17 Jahren seines Bestehens hat er es aber geschafft, sich weit \u00fcber die Region im St\u00e4dtedreieck zwischen Mannheim, Heidelberg und Darmstadt hinaus einen Namen zu machen. Gleich mehrmals ist er von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine (ADKV) f\u00fcr die Auszeichnung &#8222;Kunstverein des Jahres&#8220; nominiert worden. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Achse Heppenheim-Berlin<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aktuell stellt dort mit der in Deutschland geborenen New Yorkerin Josephine Meckseper eine K\u00fcnstlerin aus, die zu den unbestreitbaren Gr\u00f6\u00dfen des internationalen Kunstbetriebs gez\u00e4hlt werden kann. Biennale-Teilnahmen etwa in Melbourne, Taipei, Sharjah, Sevilla oder gleich zweimal an der Whitney-Biennale New York untermauern das ebenso wie die Tatsache, dass ihre Arbeiten in den Sammlungen des MoMA, Guggenheim, Whitney und Metropolitan und damit praktisch allen gro\u00dfen New Yorker Museen vertreten sind. Wichtige Werke befinden sich aber beispielsweise auch in der Sammlung des Kunstmuseum Stuttgart und in zahlreichen Privatsammlungen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"683\" height=\"1024\" data-id=\"14974\" src=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/1000000276.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14974\" srcset=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/1000000276.jpg 683w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/1000000276-200x300.jpg 200w\" sizes=\"(max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"683\" height=\"1024\" data-id=\"14973\" src=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/1000000277.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14973\" srcset=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/1000000277.jpg 683w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/1000000277-200x300.jpg 200w\" sizes=\"(max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\"><strong>Links<\/strong>: Josephine Meckseper, The Ruler, 2024. Foto: Bernhard Kahrmann. <strong>Right<\/strong>: Josephine Meckseper, The Innocent, 2024. Foto: Bernhard Kahrmann.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was lockt eine weltweit etablierte K\u00fcnstlerin in die s\u00fcdhessische Provinz? Dazu Josephine Meckseper: &#8222;Die Ausstellung kam durch meinen K\u00fcnstlerfreund Gregor Hildebrandt zustande. 2019 stellte ich in seinem Projektraum &#8218;Grzegorzki Shows&#8216; in Berlin aus \u2013 Bilder, die auf Miami-Beach-m\u00e4\u00dfigen Badehandt\u00fcchern gemalt waren. Uwe Emig, der Leiter des Kunstvereins Heppenheim, kam bei der Ausstellung vorbei und lud mich wenig sp\u00e4ter ein, die Arbeiten in Heppenheim auszustellen. Dann kam der Tod meines Vaters, Covid, ein Autounfall und vieles andere dazwischen, und ich musste die Ausstellung mehrmals verschieben.&#8220; Sieben Jahre sp\u00e4ter hat es jetzt endlich geklappt, und man konnte am Abend der Er\u00f6ffnung den Eindruck gewinnen, dass alle gl\u00fccklich waren. Das Team des Kunstvereins, die Besucher:innen aus Nah und Fern und nat\u00fcrlich auch die K\u00fcnstlerin.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Thomas Zipp als Initiator<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber warum gibt es in Heppenheim \u00fcberhaupt einen derart aktiven Kunstverein? Fragen wir doch einfach den Vorsitzenden Dr. Uwe Emig: &#8222;2009 erfolgte die Gr\u00fcndung durch den Zufall, dass die B\u00e4ckerei Zipp aus Altersgr\u00fcnden geschlossen wurde und die R\u00e4umlichkeiten leer standen. Eine Nachfolgeb\u00e4ckerei stand nicht in Aussicht. Bei einem Treffen mit Gespr\u00e4chen \u00fcber zeitgen\u00f6ssische Kunst erwuchs die Idee, einen Kunstverein zu gr\u00fcnden. Gr\u00fcndungsmitglieder waren der K\u00fcnstler Thomas Zipp, der Journalist Bernd Graber, die Kunsthistorikerinnen Mona Hartfiel, Dr. Anke Emig und ich selbst, der Zahnarzt Dr. Uwe Emig.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der Nennung des Namens Thomas Zipp d\u00fcrften die meisten Kunstkenner:innen aufhorchen, handelt es sich doch um den am 3. April 2026 v\u00f6llig \u00fcberraschend verstorbenen Berliner Maler, Bildhauer und Musiker, der zudem eine Professur an der Universit\u00e4t der K\u00fcnste Berlin innehatte. Genau dieser 1966 in Heppenheim geborene Thomas Zipp, dessen Pers\u00f6nlichkeit und Karriere zuletzt in zahlreichen Nachrufen gew\u00fcrdigt wurde, war der Sohn des Heppenheimer B\u00e4ckerpaares. Zipp war es auch, der zahlreiche K\u00fcnstler:innen aus seinem pers\u00f6nlichen Umfeld nach Heppenheim lockte. Eine mit alten Einladungskarten beklebte Wand in der kleinen Teek\u00fcche des Kunstvereins legt Zeugnis davon ab. Ob Thilo Heinzmann, Eva &amp; Adele, Andr\u00e9 Butzer, Gregor Hildebrandt, Pepi Bottrop, Isa Melsheimer oder Felix Schramm. Etliche K\u00fcnstler:innen aus Berlin, New York, D\u00fcsseldorf oder Frankfurt haben bereits in Heppenheim ausgestellt. Josephine Meckseper bildet da also gar keine so gro\u00dfe Ausnahme.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur Wahl des Ortes sagt Dr. Uwe Emig: &#8222;Die Auswahl kam letztendlich durch Thomas Zipp selbst, da die R\u00e4ume der B\u00e4ckerei leer standen, und sich mit diesem Raum im authentischen 60er-Jahre-Style mit zwei gro\u00dfen Schaufenstern die M\u00f6glichkeit ergab, einen g\u00fcnstigen und ungew\u00f6hnlichen Kunstraum zu bekommen. Ohne die stets hilfsbereiten und verst\u00e4ndnisvollen Eltern von Thomas Zipp w\u00e4re die Gr\u00fcndung des Kunstvereins in dieser Form nicht m\u00f6glich gewesen.&#8220; Das authentische Flair der 60er-Jahre-Moderne, das die R\u00e4ume des Kunstvereins Heppenheim bis heute auszeichnet, eignet sich denn auch perfekt f\u00fcr die Pr\u00e4sentation von Arbeiten Josephine Mecksepers.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1687\" height=\"1200\" data-id=\"14982\" src=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/1000000280-neu-edited.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14982\" srcset=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/1000000280-neu-edited.jpg 1687w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/1000000280-neu-edited-300x213.jpg 300w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/1000000280-neu-edited-1024x728.jpg 1024w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/1000000280-neu-edited-768x546.jpg 768w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/1000000280-neu-edited-1536x1093.jpg 1536w\" sizes=\"(max-width: 1687px) 100vw, 1687px\" \/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\">Josephine Meckseper, Zwei Drei Vier F\u00fcnf Sechs, 2016. Foto: Bernhard Kahrmann.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Politisch denkende Konzeptk<\/strong><strong>\u00fc<\/strong><strong>nstlerin<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die New Yorkerin ist eine politisch denkende Konzeptk\u00fcnstlerin, die in ihrer charakteristischen Formensprache immer wieder die Widerspr\u00fcche der Warenwelt vor dem Hintergrund des global agierenden Kapitalismus, die \u00c4sthetik der Werbung, aber auch den Stellenwert der Moderne in Architektur und Kunst kritisch hinterfragt. Die K\u00fcnstlerin besitzt sowohl die deutsche als auch die amerikanische Staatsb\u00fcrgerschaft. Sie wurde 1964 als Tochter des Malers und Grafikers Friedrich Meckseper in Lilienthal bei Bremen geboren. Aufgewachsen ist sie in der norddeutschen K\u00fcnstlerkolonie Worpswede.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von 1986 bis 1990 absolvierte sie zun\u00e4chst ein Kunststudium an der Hochschule der K\u00fcnste in Berlin. Ab 1990 setzte sie ihre Ausbildung dann am renommierten California Institute of the Arts (CalArts) in Valencia bei Los Angeles fort, wo sie unter anderem bei Michael Asher studiert hat, welcher f\u00fcr seinen institutionskritischen Ansatz ebenso bekannt ist wie f\u00fcr seine k\u00fcnstlerische Methode, nicht prim\u00e4r Objekte zu schaffen, sondern bestehende Umgebungen durch das Einbringen oder Entfernen bestimmter Elemente tempor\u00e4r und auf subtile Art und Weise zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Josephine Meckseper kn\u00fcpft an diese Strategie an, indem sie Elemente von Warenpr\u00e4sentationssystemen f\u00fcr ihre Arbeiten adaptiert und mit neuen, eigenen Inhalten gewisserma\u00dfen infiltriert oder kontaminiert. So sind jetzt in Heppenheim diverse Wandobjekte auf der Basis von sogenannten &#8222;mirror wall panels&#8220; (Spiegel-Wand-Paneelen) zu sehen. Das sind ziemlich cool und schick aussehende rechteckige Spiegelplatten mit horizontalen genuteten Schienen zum Einh\u00e4ngen, in welchen Meckseper vorzugsweise verchromte oder mattschwarz beschichtete Halterungen, Drahtk\u00f6rbchen, Metallketten oder andere Verbindungsst\u00fccke platziert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf diese Art und Weise befestigt sie dann etwa im Falle der Arbeit &#8222;The Ruler&#8220; (2024) einen luxuri\u00f6sen, halbtransparenten Damenstrumpf in leuchtendem Blau mit Verst\u00e4rkungen im B\u00fcndchen und an der Fu\u00dfspitze auf einem sogenannten &#8222;Sockenbein&#8220;, wie es in Schaufenstern von Modegesch\u00e4ften oder Sanit\u00e4tsh\u00e4usern Verwendung findet. Der Strumpf spiegelt sich einerseits in der im amerikanischen Englisch auch als &#8222;slatwall&#8220; bezeichneten Spiegel-Wand-Paneele, andererseits wird genau dieses Blau in einem kleinen abstrakten Gem\u00e4lde, welches auch Teil des Displays ist, wieder aufgenommen. Die gleich daneben h\u00e4ngende Arbeit &#8222;The Innocent&#8220; (2024) beruht auf dem gleichen Prinzip. Da hier jedoch nur mit Schwarz, Wei\u00df und Grauabstufungen gearbeitet wird, ergibt sich eine vollkommen andere Anmutung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Heppenheim spielt Josephine Meckseper nat\u00fcrlich auch mit den \u00e4sthetischen Qualit\u00e4ten des vorgefundenen gro\u00dfen Schaufensters. So platziert sie dort einen Eyecatcher in Form einer kopflosen, unbekleideten und strahlend wei\u00dfen weiblichen Schaufensterpuppe, die sie ein eigenes, ganz in Grauabstufungen gehaltenes abstraktes Gem\u00e4lde halten l\u00e4sst. Links daneben aufgestellt ist dann ein verchromter Gitterst\u00e4nder auf zwei transparenten, blau eingef\u00e4rbten Plexiglasf\u00fc\u00dfen. Die aus dem Jahr 2010 stammende Arbeit mit dem Titel &#8222;Untitled (Cobra, Tie)&#8220; wird komplettiert durch eine etwas \u00fcberdimensionierte Krawatte in den amerikanischen Nationalfarben, wie sie Trump-Anh\u00e4ngern gefallen k\u00f6nnte, und ebenfalls ein Gem\u00e4lde Mecksepers, das mit Applikationen versehen ist. Ihre Herangehensweise charakterisiert die K\u00fcnstlerin so: &#8222;Meine Arbeit setzt sich mit unserem postindustriellen Zeitalter auseinander: Gefundene Materialien, \u00fcberklebte Stra\u00dfenwerbung, Schaufensterauslagen, Zeugnisse sozialer Interaktionen \u2013 gemeinsam bilden sie ein Abbild einer zeitgebundenen Umgebung oder Situation.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Stra\u00dfe als B\u00fchne des Widerstands<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und was reizte sie an den R\u00e4umen des Kunstvereins Heppenheim? Dazu noch einmal Josephine Meckseper: &#8222;Der Kontext ist f\u00fcr meine Arbeiten perfekt. Die urspr\u00fcngliche Idee f\u00fcr die Ausstellung war, meine gro\u00dfe Schaufensterinstallation &#8218;Verbraucherzentrale&#8216; von 2006 zu zeigen. Aus logistischen Gr\u00fcnden lie\u00df sich dies 2026 nicht mehr verwirklichen, au\u00dferdem wollte ich neuere Arbeiten zeigen, die das vorhandene, ehemalige B\u00e4ckereischaufenster miteinbeziehen. Die Idee hinter meinen Glasvitrinen und Schaufensterinstallationen hat ja einen europ\u00e4ischen Hintergrund \u2013 Walter Benjamins Passagen-Werk und Mies van der Rohes Glas-Pavillons sowie die Frage, wie sich die Fr\u00fchmoderne und die Avantgarde als \u00e4sthetische und politische Gegenbewegung zu Neoklassizismus und Kapitalismus entwickelten. Und die Stra\u00dfe als politischen und kommerziellen Raum zu betrachten und in diesem Kontext in gewisser Weise eine Art Inszenierung des Banalen anzustreben. Es geht mir dabei auch immer darum, den Stellenwert der Stra\u00dfe als B\u00fchne des Widerstands zu betrachten, wie also die Schaufenster zu Angriffspunkten oder Zielscheiben bei Demonstrationen werden k\u00f6nnen.&#8220; Ob sich diese Zusammenh\u00e4nge allen Passant:innen, die vom Bahnhof in die Heppenheimer Innenstadt streben, en passent vermitteln, darauf kommt es Josephine Meckseper nicht zwingend an: &#8222;Prinzipiell sind meine Arbeiten oft so konzipiert, dass sie f\u00fcr alle zug\u00e4nglich sind, und auf verschiedenen Ebenen funktionieren k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das Verm\u00e4chtnis Thomas Zipps am Leben halten<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch zur\u00fcck zur Institution Kunstverein Heppenheim. Wird der Kunstverein jetzt, nach dem Tod Thomas Zipps, andere Wege finden m\u00fcssen, um neue K\u00fcnstler:innen zu entdecken? Und wovon lassen sich die Verantwortlichen dabei \u00fcberhaupt leiten? Dazu nochmals Dr. Uwe Emig: &#8222;Die Kriterien f\u00fcr die Auswahl sind sehr komplex und facettenreich und ergeben sich tats\u00e4chlich oftmals durch die pers\u00f6nliche Inaugenscheinnahme der Kunstwerke zum Beispiel auf Messen oder bei Galerie- und Atelierbesuchen. Nicht alle K\u00fcnstler stammen daher aus dem Netzwerk von Thomas Zipp. Da wir mit den Ausstellungen einen gr\u00f6\u00dferen Radius als Heppenheim erreichen, ergeben sich auch hier immer wieder vielversprechende Kontakte wie zum Beispiel zur Frankfurter St\u00e4delschule oder der Kunstakademie D\u00fcsseldorf.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Vergangenheit hat der Kunstverein Heppenheim mit bis zu neun Ausstellungen im Jahr teilweise ein enormes Tempo vorgelegt. Ob sich das auf Dauer durchhalten l\u00e4sst, bleibt abzuwarten. Als N\u00e4chstes jedoch planen die Heppenheimer erst einmal eine Ged\u00e4chtnisausstellung f\u00fcr Thomas Zipp, ausgerichtet von seinen ehemaligen Studierenden. Neben eigenen Werken zeigt die Klasse Zipp dann nat\u00fcrlich auch Arbeiten ihres verstorbenen Professors. Die Er\u00f6ffnung ist f\u00fcr den 28. August geplant.<\/p>\n\n\n\n<hr style=\"--wb-separator-margin-top:0px;--wb-separator-margin-bottom:0px\" class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/kvhp.wordpress.com\/page\/2\/\">Josephine Meckseper \u2013 Sechs F\u00fcnf Vier Drei Zwei<\/a>. Bis 16.08.2026 im Kunstverein Heppenheim, 64646 Heppenheim.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ausstellung &#8222;Sechs F\u00fcnf Vier Drei Zwei&#8220; mit Werken der New Yorker K\u00fcnstlerin Josephine Meckseper im Kunstverein Heppenheim. &#8222;In Heppenheim (Bergstra\u00dfe) wurden am 26.06.2026 extreme H\u00f6chstwerte von 38 bis 40 Grad Celsius erreicht. 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