{"id":2254,"date":"2023-07-06T08:48:52","date_gmt":"2023-07-06T06:48:52","guid":{"rendered":"https:\/\/on-art.news\/?p=2735"},"modified":"2026-08-14T22:00:02","modified_gmt":"2026-08-14T20:00:02","slug":"restare-in-movimento","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/on-art.news\/en\/2023\/07\/06\/restare-in-movimento\/","title":{"rendered":"Restare in movimento"},"content":{"rendered":"<h3 class=\"wp-block-heading\">Christiane L\u00f6hr lebt in einem Weiler in der n\u00f6rdlichen Toskana.<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass Christiane L\u00f6hr in Prato lebt, war meine feste \u00dcberzeugung, seit wir uns kennen. Prato, Gro\u00dfstadt im Nordwesten von Florenz, war fr\u00fcher eines der Zentren der italienischen Textilindustrie. Deren Reste werden heute von mehr als zwanzigtausend Exilchinesen, die hier nach Paris und Mailand die drittgr\u00f6\u00dfte chinesische Enklave Europas bilden, in zahlreichen kleinen Betrieben weitergef\u00fchrt. In einer solchen Stadt gibt es gen\u00fcgend stillgelegte Industriebrachen. Keine Frage also: Christianes Atelier wird uns allein durch die Zahl seiner Quadratmeter beeindrucken. Wir werden es in einem spannenden Quartier des Stadtzentrums finden. Und die monatliche Miete l\u00e4sst jeden K\u00fcnstler n\u00f6rdlich der Alpen vor Neid blass werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist nat\u00fcrlich ein Irrtum.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Im Tal des Bisenzio<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir m\u00fcssen an diesem noch recht frischen Morgen raus aus der Stadt, die <em>Strada statale<\/em> f\u00fchrt nach Nordosten und windet sich durch ein Tal, das dem Lauf des Bisenzio folgt. Auch hier gibt es im Talgrund, entlang des Flussufers, zahlreiche gewerbliche Ruinen, die von der Gr\u00f6\u00dfe der hier fr\u00fcher ans\u00e4ssigen Textilwirtschaft erz\u00e4hlen. Irgendwo, Kilometer hinter Vaiano, verlassen wir die Stra\u00dfe, es geht nun den Berg hinauf. Die Bebauung endet bereits nach wenigen Metern und die Piste, die diagonal den Hang hinauff\u00fchrt, wird so eng, dass uns die Vorstellung von Gegenverkehr Schwei\u00df auf die Stirn treibt. Irgendwann taucht vor uns am Hang eine kleine Kirche auf, die teilweise einger\u00fcstet ist und offenbar renoviert wird. Direkt dar\u00fcber kleben zwei H\u00e4user am Hang: Hier lebt Christiane L\u00f6hr mit ihrem Partner Salvatore Mazza.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\" style=\"margin-right:var(--wp--preset--spacing--50);margin-left:var(--wp--preset--spacing--50)\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" data-id=\"442\" src=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/studio-2-2-edited-1024x683.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-442\" style=\"aspect-ratio:3\/2;object-fit:cover\" srcset=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/studio-2-2-edited-1024x683.jpeg 1024w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/studio-2-2-edited-300x200.jpeg 300w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/studio-2-2-edited-768x512.jpeg 768w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/studio-2-2-edited.jpeg 1143w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"725\" data-id=\"885\" src=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/vg-bildkunst-grau-quer-2-1024x725.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-885\" srcset=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/vg-bildkunst-grau-quer-2-1024x725.jpg 1024w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/vg-bildkunst-grau-quer-2-300x212.jpg 300w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/vg-bildkunst-grau-quer-2-768x543.jpg 768w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/vg-bildkunst-grau-quer-2-1536x1087.jpg 1536w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/vg-bildkunst-grau-quer-2.jpg 1754w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\"><strong>Links<\/strong>: Christiane L\u00f6hr in ihrem italienischen Atelier. Foto: Salvatore Mazza. <strong>Right<\/strong>: Christiane L\u00f6hr, Kleiner Kegel, 2013. Fotograf: Juan Riob\u00f3.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir werden mit selbstgebackenem Kuchen empfangen und w\u00e4hrend wir dazu hei\u00dfen Kaffee schl\u00fcrfen, erfahren wir, dass in der K\u00fcche fr\u00fcher Kastanien ger\u00f6stet wurden. Urspr\u00fcnglich beherbergte die Immobilie das zu dem Kirchlein geh\u00f6rende Bauernhaus, mit dem auch ein kleiner landwirtschaftlicher Betrieb verbunden war. Das Wohnhaus ist verwinkelt und gem\u00fctlich, dann geht es hin\u00fcber ins Atelier, in dem fr\u00fcher wohl die Scheune untergebracht war. Es liegt auf der anderen Seite der Terrasse. Die \u00f6ffnet sich zum Hang, man blickt \u00fcber Olivenb\u00e4ume und ein W\u00e4ldchen abw\u00e4rts ins Tal hinunter, und wenn man den Blick wieder hebt, sieht man auf der Spitze einer Bergnadel in der Mitte des Tals die Ruine einer Festung. Die Sonne scheint, aber in den Ritzen der Steine sitzt die k\u00fchle Feuchtigkeit der letzten Regeng\u00fcsse. Au\u00dferdem sp\u00fcrt man hier am Hang den Wind. Die fr\u00fchere Scheune beherbergt zu ebener Erde Lager und Werkstatt, ins Atelier geht es in den ersten Stock. Dort h\u00e4ngt an der Wand gro\u00dfformatiges Papier, leer noch, aber bereit, eine der \u00d6lkreide-Zeichnungen Christianes aufzunehmen. Durch das gro\u00dfe Fenster erneut die Ruine der Festung. Der Raum birgt, so scheint es, die Potenziale, die nur echte Abgeschiedenheit bieten kann.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Maarweg, K\u00f6ln<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch wenn man sp\u00fcrt, wie viel Herzblut Christiane mit der fr\u00fcheren <em>Fattoria<\/em> verbindet, ist es kein Zufall, dass sie relativ schnell auf die Flugh\u00e4fen in der N\u00e4he zu sprechen kommt. &#8222;Bis zum Flughafen in Florenz sind es 45 Minuten&#8220;, erfahren wir und auch der <em>Aeroporto di Bologna<\/em> sei nicht sehr viel weiter entfernt. Wie sehr uns auch die l\u00e4ndliche Ruhe ihres Heimes beeindrucken mag, der Ort w\u00e4re nicht der, der er f\u00fcr sie ist, wenn sie ihn nicht hinter sich lassen k\u00f6nnte: m\u00f6glichst schnell, m\u00f6glichst unkompliziert, auch wenn es um die \u00dcberwindung gro\u00dfer Entfernungen geht. Noch am Tag unseres Besuches wird sie nach Sardinien abreisen, ihre T\u00e4tigkeit f\u00fchrt sie aber auch immer wieder in L\u00e4nder wie Japan, die USA und nat\u00fcrlich auch nach Deutschland. Denn trotz der guten Verkehrsanbindung ihres italienischen Wohnortes gibt es in Deutschland noch ein zweites Standbein. Und das ist K\u00f6ln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Maarweg im K\u00f6lner Stadtteil Braunsfeld hat Christiane L\u00f6hr ein zweites Atelier, dass sie nutzt, wenn sie sich im Rheinland aufh\u00e4lt. Das muss sie relativ h\u00e4ufig, ist doch die Rheinschiene mit ihrer dichten Museumslandschaft, den Galerien, die hier vertreten sind, den zahlreichen Kunstvereinen und Off Spaces eine wichtige Drehscheibe des Kunstbetriebs. Hier ist auch ihr K\u00f6lner Galerist Werner Klein, im nahen D\u00fcsseldorf ist sie Mitglied der Nordrhein-Westf\u00e4lischen Akademie der Wissenschaften und K\u00fcnste. Von hier lassen sich vor allem diejenigen ihrer Aktivit\u00e4ten, die sich in Deutschland abspielen, besser steuern und vorbereiten als aus Italien. Zum Beispiel die Solo Show im Arp Museum in Rolandseck, die am 8. Oktober er\u00f6ffnet wird und bereits jetzt ihre Schatten vorauswirft.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fragen und Antworten<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weil ich Christiane schon l\u00e4nger kenne, erinnere ich, dass sie mir nur ungern direkte Antworten auf Fragen zu ihrer Kunst gibt. Als Fragender muss ich mich langsam zu Antworten vorarbeiten, die f\u00fcr mich nachvollziehbar sind. Ich muss verschiedene M\u00f6glichkeiten abtesten, auch nachhaken und versuchen, mich auf das, was ich bekomme, einzulassen. Anders als viele ihrer Kolleginnen und Kollegen erschlie\u00dft sie mit den Titeln ihrer Arbeiten keine zus\u00e4tzlichen textlichen Dimensionen. Sie h\u00e4lt sich an das, was man ohnehin sieht, und liefert eher beschreibende Sachinformationen, die willk\u00fcrlicher Interpretation wenig bis gar keinen Vorschub leisten. Ihre Arbeiten hei\u00dfen &#8222;Kleine Dreierkuppel&#8220; oder &#8222;Kleines zylindrisches Quadrat&#8220; oder verzichten, wie alle ihrer Papierarbeiten, ganz auf einen Titel. So k\u00f6nnen sich ihre Arbeiten vor allem durch die Anschauung vermitteln.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2078\" height=\"2077\" data-id=\"443\" src=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/IMG_7530-ausschnitt-edited-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-443\" srcset=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/IMG_7530-ausschnitt-edited-1.jpg 2078w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/IMG_7530-ausschnitt-edited-1-300x300.jpg 300w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/IMG_7530-ausschnitt-edited-1-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/IMG_7530-ausschnitt-edited-1-150x150.jpg 150w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/IMG_7530-ausschnitt-edited-1-768x768.jpg 768w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/IMG_7530-ausschnitt-edited-1-1536x1536.jpg 1536w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/IMG_7530-ausschnitt-edited-1-2048x2048.jpg 2048w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/IMG_7530-ausschnitt-edited-1-100x100.jpg 100w\" sizes=\"(max-width: 2078px) 100vw, 2078px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"725\" data-id=\"885\" src=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/vg-bildkunst-grau-quer-2-1024x725.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-885\" srcset=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/vg-bildkunst-grau-quer-2-1024x725.jpg 1024w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/vg-bildkunst-grau-quer-2-300x212.jpg 300w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/vg-bildkunst-grau-quer-2-768x543.jpg 768w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/vg-bildkunst-grau-quer-2-1536x1087.jpg 1536w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/vg-bildkunst-grau-quer-2.jpg 1754w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\"><strong>Links<\/strong>: Christiane L\u00f6hr auf dem K\u00f6lner Maarweg. Foto: Dierk Dierking. <strong>Right<\/strong>: Christiane L\u00f6hr, Kleines zylindrisches Quadrat,&nbsp;2019. Foto: Salvatore Mazza.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Sein und Bewusstsein<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich kann ich, nein, muss ich Christiane die Frage stellen, was die beiden Orte \u2013 der eine in Italien, der andere im Rheinland \u2013 f\u00fcr sie bedeuten. Ihre Antwort kommt schnell und bezieht sich nicht auf ihre pers\u00f6nlichen Empfindungen, sondern ohne mein Zutun sofort auf ihre T\u00e4tigkeit als K\u00fcnstlerin: &#8222;Wenn du deine Arbeit versetzt, passiert etwas mit deiner Arbeit.&#8220; Nat\u00fcrlich w\u00fcrde ich gern mehr wissen, aber zun\u00e4chst einmal ist klar, dass es zwischen beiden Orten einen Unterschied gibt und dieser Unterschied den Hintergrund ihrer Arbeit betrifft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Arbeit ist das Gleichbleibende. Denn die f\u00fchrt sie mit sich, egal wohin die Reise geht. Das darf man nat\u00fcrlich nicht buchst\u00e4blich verstehen: Es gibt keinen Koffer und auch keine Reisetasche, die sie nur \u00f6ffnen muss, um mit einer ihrer Skulpturen oder Zeichnungen weiterzumachen. Es ist die Arbeit im Kopf, die sich mit den Rahmenbedingungen ver\u00e4ndert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das leuchtet mir ein. K\u00f6ln, D\u00fcsseldorf, beides sind St\u00e4dte mit einem sehr lebendigen Kunstbetrieb. Mit und ohne <em>DC Open<\/em>, <em>Art D\u00fcsseldorf<\/em> und <em>Artcologne<\/em> gibt es fast zu jeder Jahreszeit zahllose M\u00f6glichkeiten, Kunst zu erleben, Er\u00f6ffnungen und Vernissagen zu besuchen und Menschen zu begegnen, die den Betrieb ma\u00dfgeblich beeinflussen. Ich wei\u00df, dass sich Christiane trotz ihrer eher zur\u00fcckhaltenden Art in dieser Umgebung wie ein Fisch im Wasser bewegt, dass sie ein gefragter Gast ist, weil Kollegen, Kuratoren und Kunsth\u00e4ndler ihre Arbeit zu sch\u00e4tzen wissen. F\u00fcr mich ist also klar, dass K\u00f6ln (im Zusammenwirken mit D\u00fcsseldorf) das leistet, was eine Metropole Kunstschaffenden bieten muss: M\u00f6glichkeiten der Reproduktion, M\u00f6glichkeiten, das Netzwerk auszubauen und im Gespr\u00e4ch zu bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und genauso klar scheint mir vor diesem Hintergrund zu sein, welche Funktion die <em>Fattoria<\/em> am Hang \u00fcber dem Tal des Bisenzio hat: Hier sucht Christiane in der umliegenden Natur das Material f\u00fcr ihre Skulpturen, f\u00fcr die sie Flugsamen, Pflanzenst\u00e4ngel, Kletten, Baumbl\u00fcten, Pferde- und Hundehaar ben\u00f6tigt. Und trotz Internet und Mobiltelefon bietet dieser Ort eine R\u00fcckzugsm\u00f6glichkeit, die Konzentration und Besinnung erm\u00f6glicht, die die Ruhe mit sich bringt, in der k\u00fcnstlerische Arbeit gedeihen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber auch das ist ein Irrtum. Denn es ist genau umgekehrt. &#8222;In K\u00f6ln bin ich sortierter, in Italien verschmelze ich mehr mit meiner Umgebung.&#8220; Denn in der <em>Fattoria<\/em> nordwestlich von Prato fallen Wohnen und Arbeiten zusammen, so dass das Leben dort einige M\u00f6glichkeiten mit sich bringt, sich ablenken zu lassen \u2013 sei es durch Arbeiten am Haus oder nur durch die Katze, die w\u00e4hrend unseres Besuchs \u00fcber die Terrasse streunt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In K\u00f6ln hingegen bringt allein die Fahrt ins Atelier in geregelter Form die M\u00f6glichkeit mit sich, die Konzentration aufzubauen, die f\u00fcr die Arbeit n\u00f6tig ist. Und die zahlreichen Termine, die hier wahrzunehmen sind, erzwingen Disziplin. Und ihr Material sucht sie nicht, sondern findet es. Daf\u00fcr braucht es keine Streifz\u00fcge durch die l\u00e4ndliche Natur rund um das ehemalige Pfarrhaus. Material wuchert auch vor dem K\u00f6lner Atelier hinter den parkenden Autos an der sonnenbestrahlten Mauer: &#8222;Man sucht in der Ferne und hat es vor den Augen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<hr style=\"--wb-separator-margin-top:0px;--wb-separator-margin-bottom:0px\" class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Christiane L\u00f6hr<br>Symmetrien des Sachten<\/strong><br>Arp Museum \/ Bahnhof Rolandseck<br>8. Oktober 2023 \u2013 28. Januar 2024<br><a href=\"https:\/\/arpmuseum.org\/ausstellungen\/wechselausstellungen\/vorschau\/christiane-loehr.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">https:\/\/arpmuseum.org\/ausstellungen\/wechselausstellungen\/vorschau\/christiane-loehr.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weitere Beitr\u00e4ge aus der Reihe &#8222;Provinz oder Metropole&#8220;:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/on-art.news\/en\/2023\/02\/09\/was-ich-hier-schon-immer-und-von-anfang-an-mache-ist-fotografieren\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">&#8222;Was ich hier schon immer und von Anfang an mache, ist Fotografieren!&#8220;<\/a>: Anne Schwalbe in Werben an der Elbe. Die in Berlin geborene K\u00fcnstlerin Anne Schwalbe f\u00e4hrt seit 20 Jahren nach Werben und fotografiert Landschaften, die Elbe, die sie umgebende Natur, G\u00e4rten. Vor einigen Jahren kaufte sie sich in der kleinsten Hansestadt an der Elbe ein etwa 200 Jahre altes Pfarrwitwenhaus, das sie saniert und von dem\u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/on-art.news\/en\/2023\/08\/13\/kuenstlerinnenkolonie-auf-zeit\/\">K\u00fcnstler:innenkolonie auf Zeit<\/a>: Zu Besuch im Mecklenburgischen K\u00fcnstlerhaus Schloss Pl\u00fcschow. Es war einige Jahre vor der Wende, als der K\u00fcnstler Udo Rathke das Gutshaus Schloss Pl\u00fcschow im gleichnamigen Ort in Mecklenburg entdeckte und bald darauf dort zu leben und zu arbeiten begann. Miro Zahra, die wie Rathke in den 1980er-Jahren an der Kunsthochschule Berlin-Wei\u00dfensee studierte, erfuhr von diesem\u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/on-art.news\/en\/2023\/10\/29\/ich-kann-nicht-in-grenzen-denken-sondern-in-moeglichkeiten\/\">&#8222;Ich kann nicht in Grenzen denken, sondern in M\u00f6glichkeiten&#8220;<\/a>: Zu Besuch bei Tilo Schulz in der Uckermark Es war im Jahr 2015, als der K\u00fcnstler Tilo Schulz und seine Frau Sarah Johann, die Taschendesignerin ist und ihr eigenes Label f\u00fchrt, erstmals von Berlin in das Dorf Sch\u00f6nermark in der Uckermark fuhren. Ein Freund von ihnen hatte dort gerade ein Haus gekauft, ein Bekannter, ein\u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-3 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><\/figure>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christiane L\u00f6hr lebt in einem Weiler in der n\u00f6rdlichen Toskana. Dass Christiane L\u00f6hr in Prato lebt, war meine feste \u00dcberzeugung, seit wir uns kennen. Prato, Gro\u00dfstadt im Nordwesten von Florenz, war fr\u00fcher eines der Zentren der italienischen Textilindustrie. 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Ist das tats\u00e4chlich so? Auch heute noch, trotz hoher Mobilit\u00e4t und schneller Kommunikation? Die \u00dcberzeugung, dass es die Metropolen dieser Welt sind, in denen sich K\u00fcnstler:innen dank der M\u00f6glichkeiten der Vermarktung und Vernetzung einen Namen machen k\u00f6nnen, ist immer noch weit verbreitet. Hingegen bietet die Provinz mit ihrer Abgeschiedenheit ausgezeichnete Voraussetzungen f\u00fcr Konzentration und Selbstfindung. 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