{"id":2282,"date":"2024-05-09T13:15:55","date_gmt":"2024-05-09T11:15:55","guid":{"rendered":"https:\/\/on-art.news\/?p=4983"},"modified":"2026-08-14T22:00:03","modified_gmt":"2026-08-14T20:00:03","slug":"keine-atelierarbeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/on-art.news\/en\/2024\/05\/09\/keine-atelierarbeiten\/","title":{"rendered":"Keine Atelierarbeiten"},"content":{"rendered":"<h3 class=\"wp-block-heading\">Das gro\u00dfe Kunstprojekt &#8222;im Tal&#8220;, ins Leben gerufen vom Bildhauer Erwin Wortelkamp. Ein Gespr\u00e4ch mit Sabine Oelze.<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>Bereits in den 1970er Jahren erwarb Erwin Wortelkamp gemeinsam mit seiner Frau Ulla ein ehemaliges Schulgeb\u00e4ude in der kleinen Gemeinde Hasselbach und baute es zu seinem Atelier aus. In der Folge lud er K\u00fcnstler, Bildhauer, Schriftsteller, Musiker und Landschaftsarchitekten ein, mit ihm gemeinsam die Landschaft k\u00fcnstlerisch und landschaftsarchitektonisch zu gestalten. Elf Hektar Land, bestehend aus Wiesen, Feldern, Weiden und kleinen Waldst\u00fccken, entwickelten sich im Laufe der Jahre zu einer Symbiose aus Kunst und Natur. Mittlerweile sind rund 50 K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler seiner &#8211; und seit 2006 auch der Einladung des Sohnes Kim &#8211; gefolgt und haben ein stetig wachsendes Areal geschaffen f\u00fcr Kunst im Landschaftsraum.<br>Zwischen zwei Friedh\u00f6fen, Viehunterst\u00e4nden und Heulagern, Streuobstwiesen und gem\u00e4hten Wiesen tauchen wie beil\u00e4ufig die Kunstwerke auf, ohne den nat\u00fcrlichen Verlauf der Landschaft zu unterbrechen. Erwin Wortelkamp und seine Familie haben sich der Natur rund um dieses au\u00dfergew\u00f6hnliche Kunstprojekt mit gro\u00dfer Sorgfalt angenommen. \u00dcber 1000 B\u00e4ume und Str\u00e4ucher wurden im Rahmen der Landschaftsgestaltung gepflanzt. Erg\u00e4nzend zum nat\u00fcrlichen Bachlauf sind mehrere Teiche und Feuchtwiesen entstanden, die in ihrer naturnahen Gestaltung ein harmonisches Gesamtbild ergeben und dar\u00fcber hinaus zahlreichen Arten aus Flora und Fauna eine neue Heimat bieten.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Herr Wortelkamp, &#8222;im Tal&#8220; ist ein Landschaftsraum im Westerwald, der von landwirtschaftlich genutzten Fl\u00e4chen durchzogen ist. Wie kam es zu der Entscheidung, hier Kunst zu zeigen?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Erwin Wortelkamp<\/em>: Ich stamme aus dieser Gegend, mein Elternhaus in Hamm an der Sieg &#8211; \u00fcbrigens das Geburtshaus von dem Sozialreformer Friedrich Wilhelm Raiffeisen &#8211; befindet sich nur wenige Kilometer entfernt. Wir waren auf der Suche nach einem Grundst\u00fcck, das wir mit \u00fcberschaubarem Kapital erwerben konnten. Als wir erfuhren, dass in Hasselbach das alte Schulhaus zum Verkauf steht, haben wir nicht lange \u00fcberlegt und es erworben.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped w3 wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" data-id=\"839\" src=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSCF0045-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-839\" srcset=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSCF0045-768x1024.jpg 768w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSCF0045-225x300.jpg 225w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSCF0045-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSCF0045-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSCF0045-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" data-id=\"841\" src=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSCF2403-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-841\" srcset=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSCF2403-768x1024.jpg 768w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSCF2403-225x300.jpg 225w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSCF2403-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSCF2403-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSCF2403-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" data-id=\"840\" src=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSCF0061-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-840\" srcset=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSCF0061-768x1024.jpg 768w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSCF0061-225x300.jpg 225w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSCF0061-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSCF0061-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSCF0061-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\"><strong>Links<\/strong>: Claus Bury, Haus des Hasselbacher Reiters, 1987\/88. <strong>Middle<\/strong>: Ludger Gerdes, St\u00fcck im Tal, 1991. <strong>Right<\/strong>: Michael Deiml, Sonne &#8211; Licht &#8211; Mensch, 1984\/89. Alle Fotos: Albrecht Fuchs.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Wie lange hat es gedauert, bis Sie das &#8222;Tal&#8220; er\u00f6ffnen konnten?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Erwin Wortelkamp<\/em>: Wir sind 1974 hierhergekommen. Meine \u00e4lteste Skulptur &#8222;Vielleicht ein Baum&#8220; oberhalb des Friedhofs stammt aus dem Jahr 1978. Als ich sie installierte, hatte ich noch nicht daran gedacht, dass es das &#8222;Tal&#8220; in dieser Form jemals geben w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Sie haben mit ein paar Wiesen begonnen, inzwischen misst das &#8222;Tal&#8220; elf Hektar\u2026<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Erwin Wortelkamp<\/em>: Zuerst hatten wir Weidefl\u00e4chen f\u00fcr die Pferde gepachtet, auf die wir zur\u00fcckgreifen konnten. Der weitere Fl\u00e4chenerwerb lief von Anfang an so, dass ich immer nur etwas haben wollte, was optisch eine Einheit bildet. Wir haben also Fl\u00e4chen gepachtet und die Bauern standen mit ihrem Vieh dazwischen. Ohne zu wissen, dass ihre Fl\u00e4chen sp\u00e4ter wesentliche Gestaltungselemente sein w\u00fcrden, folgten wir mit der Anlage der Tradition des Englischen Gartens, denn auch wir haben die Landwirtschaft integriert.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped w3 wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" data-id=\"842\" src=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSCF2410-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-842\" srcset=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSCF2410-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSCF2410-300x225.jpg 300w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSCF2410-768x576.jpg 768w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSCF2410-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSCF2410-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\">Tilo Schulz, Ohne Titel, 2007. Foto: Albrecht Fuchs.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Circa 50 K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler wurden bis heute eingeladen. Was war Ihre Vorgabe?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Erwin Wortelkamp<\/em>: Die Vorgabe war, keine Atelierarbeit zu zeigen, sondern eine neue ortsbezogene Arbeit zu schaffen. Die gr\u00f6\u00dfte Schwierigkeit bestand jedoch darin, dass niemand der teilnehmenden K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler Vorerfahrungen hatte, im direkten Dialog mit der Landschaft k\u00fcnstlerisch zu arbeiten. Der 2008 verstorbene Ludger Gerdes, der in den 90er Jahren dazukam, war lange der einzige, der sich wirklich mit dem Thema Kunst und Landschaft auskannte und der internationale K\u00fcnstler, Wissenschaftler und Philosophen ins Tal f\u00fchrte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Ihre Skulptur oben auf dem H\u00fcgel hat den Grundstein gelegt. Wie ging es dann weiter?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Erwin Wortelkamp<\/em>: Mit dem K\u00fcnstler Ansgar Nierhoff stand ich irgendwann hier in der Schule im obersten Geschoss an einem &#8222;Panorama-Fenster&#8220;, wir schauten in die Landschaft und er sagte eher beil\u00e4ufig: Da w\u00fcrde ich gerne eine Skulptur hinstellen. Dann ging alles ganz schnell. Ein halbes Jahr sp\u00e4ter trafen wir uns hier mit acht Leuten. Ansgar Nierhoff hatte Kazuo Katase mitgebracht. Lutz Fritsch war auch dabei. Seine Skulptur &#8222;im Tal&#8220; ist seine erste Arbeit im \u00f6ffentlichen Raum. Christoph Brockhaus, der damalige Direktor des Lehmbruck Museums, war auch dabei und hatte die Idee, einen Antrag an den damals neu gegr\u00fcndeten Kunstfonds zu stellen. So haben wir 1986 40.000 Mark F\u00f6rderung bekommen.<br>Fritz Schwegler, von dem hier auch zwei Skulpturen stehen, sah darin einen Ritterschlag, denn der Kurator Kaspar K\u00f6nig wurde bei seiner zweiten Skulpturenausstellung in M\u00fcnster mit einer Summe in gleicher H\u00f6he gef\u00f6rdert.<br>Mit diesem Geld haben wir die ersten acht Werke finanziert, da die Kollegen fast alle auf ein Honorar verzichteten.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-jetpack-tiled-gallery aligncenter\"><div class=\"is-style-rectangular\"><div class=\"tiled-gallery__gallery\"><div class=\"tiled-gallery__row\"><div class=\"tiled-gallery__col\" style=\"flex-basis:36.02681%\"><figure class=\"tiled-gallery__item\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" data-height=\"8256\" data-id=\"848\" data-link=\"https:\/\/on-art.news\/?attachment_id=848\" data-url=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSCF2398-768x1024.jpg\" data-width=\"6192\" src=\"https:\/\/i1.wp.com\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSCF2398-768x1024.jpg?ssl=1\" data-amp-layout=\"responsive\"\/><\/figure><\/div><div class=\"tiled-gallery__col\" style=\"flex-basis:63.97319%\"><figure class=\"tiled-gallery__item\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" data-height=\"6192\" data-id=\"847\" data-link=\"https:\/\/on-art.news\/?attachment_id=847\" data-url=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSCF2402-1024x768.jpg\" data-width=\"8256\" src=\"https:\/\/i2.wp.com\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSCF2402-1024x768.jpg?ssl=1\" data-amp-layout=\"responsive\"\/><\/figure><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-vertical is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-2c90304e wp-block-group-is-layout-flex\">\n<p class=\"has-text-align-center has-small-font-size wp-block-paragraph\">Kazuo Katase, Bildstock (Der Namenslose Gott), 1987. Fotos: Albrecht Fuchs.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Es gibt gute und schlechte Beispiele f\u00fcr Skulpturenparks und Skulptureng\u00e4rten. Ein Skulpturenpark, der fast zeitgleich entstanden ist, ist die Museumsinsel Hombroich, in dem man damals die vorgefundene Landschaft abgetragen, sozusagen tabula rasa gemacht hat, um eine Auenlandschaft neu zu gestalten. Wie sind Sie vorgegangen?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Erwin Wortelkamp<\/em>: Das stimmt, wir haben gleichzeitig angefangen. Der Gr\u00fcnder Karl-Heinrich M\u00fcller (1936-2007) hatte nat\u00fcrlich ganz andere finanzielle M\u00f6glichkeiten. Eine wichtige Figur f\u00fcr die Entstehung des &#8222;Tals&#8220; war Carola Schnug-B\u00f6rgerding, eine Landschaftsarchitektin, die bei dem allerersten Treffen dabei war und die wesentlichen raumbildenden Ma\u00dfnahmen einleitete. Dazu geh\u00f6ren u. a. gro\u00dfangelegte Pflanzungen, die das Nachbardorf Werkhausen aus der vordergr\u00fcndigen Wahrnehmung herausnehmen und schlie\u00dflich sp\u00e4ter zu einer \u00dcberraschung werden lassen sowie zahlreiche Solit\u00e4rb\u00e4ume, die Bezug nehmen zu denen auf den umliegenden H\u00f6hen (fr\u00fchere H\u00fcteb\u00e4ume).<br>Insgesamt trug dies mit dazu bei, das gesamte Tal heute wie eine integrierte Oase in der topographisch gro\u00dfen Konkave mit dem Bachlauf des Mehrbachs wirken zu lassen.<br>Sie brachte Ihr Wissen um Englische G\u00e4rten mit, auf die wir uns insgesamt beziehen. Zu deren Gestaltungsrepertoire geh\u00f6ren z. B. Blickachsen, Br\u00fccken, Treppen. Die gr\u00f6\u00dften Arbeiten (Heinrich Brummack, Claus Bury, Ansgar Nierhoff) wurden in die Landschaft hinein nivelliert. Pflanzungen wie Str\u00e4ucher und Hecken halfen, f\u00fcr die Bildwerke Verweilr\u00e4ume zu schaffen. Im Gegensatz dazu beansprucht z. B. James Reineking ein offenes Umfeld, sodass ich auch gerne von Passager\u00e4umen rede.<br>In die gesamte Anlage f\u00fchren gem\u00e4hte Wege, die den H\u00f6henlinien der Topographie folgen. Auf denen begegnen die nicht wenigen Besucher den einzelnen Werken, die sich nur aus der N\u00e4he vollends erschlie\u00dfen lassen.<br>Unschwer aber ist zu erkennen, dass sich die Arbeiten verschiedener Generationen in ihren Gestaltungsmitteln wesentlich unterscheiden, alle sich in ihrer Besonderheit zu behaupten wissen und nicht selten \u00fcber weite Entfernungen ihre Dialogf\u00e4higkeit zeigen. Wir k\u00f6nnen von einer Addition der Autonomien reden.<br>In dem gro\u00dfen umgestalteten Naturraum f\u00fchlen sich seit Jahren sechzig Vogelarten wieder heimisch und die Pflanzungen bieten Nahrung f\u00fcr Insekten und Schmetterlinge.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Konnten die K\u00fcnstler den Platz frei ausw\u00e4hlen?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Erwin Wortelkamp<\/em>: Jeder K\u00fcnstler hat seinen Platz gesucht und ausnahmslos jeder hat ihn gefunden. Voraussetzung ist, dass man sich vorher intensiv mit dem Werk des Eingeladenen auseinandersetzt und genau wei\u00df: Von dem brauchen wir einen Beitrag. Dann klappt es und man muss nicht eingreifen. Und dann kann man sich auch auf die Eigenliebe der Eingeladenen verlassen. Jeder schaut schon von sich aus, ob der Ort f\u00fcr die Arbeit geeignet ist und seinem Selbstanspruch entspricht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Zum &#8222;Tal&#8220; geh\u00f6rt auch das &#8222;Haus f\u00fcr August Sander&#8220; mit Fotos von August Sander, die den Westerwald und seine Bewohner zeigen.Wie kam es dazu, dass Sie dem Fotografen der &#8222;Menschen des 20. Jahrhunderts&#8220;, der nur wenige Kilometer entfernt in Kuchhausen gelebt hat, dieses kleine Museum gewidmet haben?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Erwin Wortelkamp<\/em>: Das &#8222;Sander-Haus&#8220; bildet einen Schwerpunkt in der Anlage. Ich habe mich mit August Sander, der eine starke Verbindung zu den Menschen im Westerwald hatte, stark identifiziert und seine Fotos gesammelt. Teilweise habe ich sie hier auf den Dachb\u00f6den der H\u00e4user in den umliegenden D\u00f6rfern gefunden. 1986 habe ich mich auf einer Fahrt nach Italien mit dem S\u00fcdtiroler Freund und Architekten Hanspeter Demetz getroffen. Ich war \u00fcberrascht, dass er August Sander und seine Fotos kannte. Innerhalb eines Jahres haben wir das &#8222;Sander-Haus&#8220; entwickelt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-3 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"747\" height=\"1024\" data-id=\"844\" src=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSCF2357-747x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-844\" srcset=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSCF2357-747x1024.jpg 747w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSCF2357-219x300.jpg 219w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSCF2357-768x1053.jpg 768w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSCF2357-1121x1536.jpg 1121w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSCF2357-1494x2048.jpg 1494w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSCF2357-scaled.jpg 1868w\" sizes=\"(max-width: 747px) 100vw, 747px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" data-id=\"846\" src=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSCF2427-edited-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-846\" srcset=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSCF2427-edited-768x1024.jpg 768w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSCF2427-edited-225x300.jpg 225w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSCF2427-edited-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSCF2427-edited-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/DSCF2427-edited-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\"><strong>Links<\/strong>: Der Bildhauer Erwin Wortelkamp. <strong>Right<\/strong>: Erwin Wortelkamp mit seinem Sohn Kim. Beide Fotos: Albrecht Fuchs.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Wie geht es weiter mit dem &#8222;Tal&#8220;? Wie wollen Sie den Park in Zukunft weiterf\u00fchren?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Erwin Wortelkamp<\/em>: Kim Wortelkamp, mein Sohn, beteiligte sich von Beginn an bei der Realisierung der Arbeiten &#8222;im Tal&#8220; und wurde Freund der damals jungen K\u00fcnstler, die Orientierung bedeuteten.<br>In den vergangenen Jahrzehnten ist sein Engagement f\u00fcr die sich weiter entwickelnde Anlage gewachsen. Seine beruflichen Qualifikationen als Architekt und Landschaftsarchitekt lie\u00dfen sich als eine logische Folge sehen. Immer mehr beteiligte er sich auch an der Auswahl der K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler, \u00fcbernahm die \u00fcbergreifende Sorge f\u00fcr das, was w\u00e4chst und vergeht, implantierte im wahrsten Sinne des Wortes mit von ihm ins Leben gerufene Baumaktionen, zahlreiche Pflanzungen von Solit\u00e4ren bis zu Kriechgew\u00e4chsen. Ihm ist zu verdanken, dass sich die Fauna neben der immer \u00fcppiger werdenden Flora bei jedem Gang erleben l\u00e4sst und dass der anspruchsvolle Begriff einer &#8222;Oase&#8220; mittlerweile zutrifft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Welche Rolle spielt das interdisziplin\u00e4re Begleitprogramm f\u00fcr &#8222;im Tal&#8220;?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Erwin Wortelkamp<\/em>: Im Jahr 2001 begann eine Veranstaltungsreihe immer am 21. Juni. Zu der geh\u00f6rte als Schwerpunkt ein Symposion. Dadurch fanden viele Wissenschaftler, Schriftsteller, Philosophen, K\u00fcnstler aller Disziplinen ins Tal. Zu denen geh\u00f6rt auch unsere Tochter Isa, die als Theaterwissenschaftlerin zwei dieser Symposien nicht nur organisiert hat.<br>Erw\u00e4hnt sei, dass &#8222;Welche Landschaft wollen wir?&#8220; der Arbeitstitel des ersten Symposions war.<br>Unser Sohn Kim hat bisher schon dreimal die Idee der Symposien aufgegriffen, in denen die Referenten zwischen mehrg\u00e4ngigen Mahlzeiten Kurzreferate halten. Seine gelebte Lust am Essen und am Zubereiten von Speisen hat eine \u00fcberzeugende Form gefunden.<br>Ansonsten f\u00fchrt er das &#8222;Tal&#8220; bereits in die Zukunft. Auf den Wiesen, auf denen keine Kunst steht, machen befreundete Bauern Heu. Glanrinder beweiden nicht nur die Restfl\u00e4chen, sondern sind als Allesfresser &#8222;Pfleger&#8220; in seinem landwirtschaftlichem Betrieb.<br>In n\u00e4chster Zukunft ist von Kim ein &#8222;Sander-Weg&#8220; geplant. Das ist ein Wanderweg von Kuchhausen, wo August Sander gewohnt hat, zum Sander-Haus hier im &#8222;Tal&#8220; in Hasselbach. Bis dahin sollen weitere Veranstaltungen durch das von Laura und Janek Bernstetter geleitete Team als &#8222;K\u00fcnstlerische Assistenz im Tal&#8220; f\u00fcr Kinder und Jugendliche stattfinden.<\/p>\n\n\n\n<hr style=\"--wb-separator-margin-top:0px;--wb-separator-margin-bottom:0px\" class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.im-tal.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">im-tal.de<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das gro\u00dfe Kunstprojekt &#8222;im Tal&#8220;, ins Leben gerufen vom Bildhauer Erwin Wortelkamp. Ein Gespr\u00e4ch mit Sabine Oelze. Bereits in den 1970er Jahren erwarb Erwin Wortelkamp gemeinsam mit seiner Frau Ulla ein ehemaliges Schulgeb\u00e4ude in der kleinen Gemeinde Hasselbach und baute es zu seinem Atelier aus. 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