{"id":2321,"date":"2024-11-07T07:37:01","date_gmt":"2024-11-07T06:37:01","guid":{"rendered":"https:\/\/on-art.news\/?p=6865"},"modified":"2026-08-14T22:00:03","modified_gmt":"2026-08-14T20:00:03","slug":"take-me-to-the-moon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/on-art.news\/en\/2024\/11\/07\/take-me-to-the-moon\/","title":{"rendered":"Take me to the Moon"},"content":{"rendered":"<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Kunst der T\u00e4uschung und der Illusion: die verbl\u00fcffende Welt des argentinischen K\u00fcnstlers Leandro Erlich im Kunstmuseum Wolfsburg.<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer w\u00fcrde nicht gerne einmal den Mond betreten? Im Kunstmuseum Wolfsburg hat man jetzt sogar Gelegenheit, in den Mond hineinzugehen. Der argentinische K\u00fcnstler Leandro Erlich hat f\u00fcr seine Ausstellung &#8222;Schwerelos&#8220; den Erdtrabanten in der gro\u00dfen, abgedunkelten Halle des Museums aus Holz, Stahl, Aluminium, Polystyrol und Farbe nachgebaut \u2013 rund 13 Meter hoch und \u00fcber 17 Meter im Durchmesser. Entstanden ist eine spektakul\u00e4re, hochgradig immersive Installation, deren illusionistische Kraft manche Besucher:innen so sehr \u00fcberw\u00e4ltigt, dass sie den Raum schnell wieder verlassen m\u00fcssen. Ein dunkler Gang f\u00fchrt zun\u00e4chst in den halbkugelf\u00f6rmigen Mond hinein. Man betritt einen reflektierenden Spiegelboden, und findet sich in einer 360\u00b0-Videoprojektion mit NASA-Bildern vom Sternenhimmel sowie Satellitenaufnahmen von n\u00e4chtlichen St\u00e4dten und Landschaften wieder.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped w3 wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" data-id=\"1138\" src=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/241017_KMW_by_Kruszewski_0056-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1138\" srcset=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/241017_KMW_by_Kruszewski_0056-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/241017_KMW_by_Kruszewski_0056-300x200.jpg 300w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/241017_KMW_by_Kruszewski_0056-768x512.jpg 768w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/241017_KMW_by_Kruszewski_0056-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/241017_KMW_by_Kruszewski_0056-2048x1366.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" data-id=\"1139\" src=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/241018_KMW_by_Kruszewski_0631-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1139\" srcset=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/241018_KMW_by_Kruszewski_0631-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/241018_KMW_by_Kruszewski_0631-300x200.jpg 300w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/241018_KMW_by_Kruszewski_0631-768x512.jpg 768w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/241018_KMW_by_Kruszewski_0631-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/241018_KMW_by_Kruszewski_0631-2048x1366.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\"><strong>Links<\/strong>: Leandro Erlich, Moon, 2024. Kunstmuseum Wolfsburg, 2024. Courtesy Kunstmuseum Wolfsburg und Leandro Erlich Studio. \u00a9 Leandro Erlich Studio. Foto: Marek Kruszewski. <strong>Right<\/strong>: Leandro Erlich, Moon, 2024. Innenansicht der Installation, Kunstmuseum Wolfsburg, 2024. Courtesy Kunstmuseum Wolfsburg und Leandro Erlich Studio. \u00a9 Leandro Erlich Studio. Foto: Marek Kruszewski.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">V\u00f6llig losgel\u00f6st<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In dieser mit Sph\u00e4renkl\u00e4ngen erf\u00fcllten, intergalaktischen Umgebung kommt sogleich ein Gef\u00fchl der Schwerelosigkeit auf. Nichts scheint mehr stabil zu sein. Der Boden wird einem f\u00f6rmlich unter den F\u00fc\u00dfen weggezogen. Man f\u00fchlt sich an Filme wie Lars von Triers &#8222;Melancholia&#8220; oder Stanley Kubricks Klassiker &#8222;2001: Odyssee im Weltraum&#8220; erinnert. Aber auch die Licht-Installationen des ZERO-K\u00fcnstlers Otto Piene oder die Unendlichkeit vort\u00e4uschenden Spiegelkammern einer Yayoi Kusama kommen einem gleich in den Sinn.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer diesen Vertigo-Moment hinter sich l\u00e4sst, der kann \u00fcber eine verwinkelte Stahltreppe noch eine kleine Aussichtsplattform oberhalb der Mondskulptur erklimmen. Von hier oben lohnt sich nicht nur der Detailblick auf die von unz\u00e4hligen Kratern \u00fcbers\u00e4te Oberfl\u00e4che des Himmelsk\u00f6rpers, sondern auch der Rundblick in die 36 X 36 Meter gro\u00dfe Ausstellungshalle.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" data-id=\"1140\" src=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/241011_KMW_by_Kruszewski_0731-bearb-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1140\" srcset=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/241011_KMW_by_Kruszewski_0731-bearb-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/241011_KMW_by_Kruszewski_0731-bearb-300x169.jpg 300w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/241011_KMW_by_Kruszewski_0731-bearb-768x432.jpg 768w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/241011_KMW_by_Kruszewski_0731-bearb-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/241011_KMW_by_Kruszewski_0731-bearb-2048x1152.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\">Leandro Erlich, Pulled by the Roots, 2015\/2024. Kunstmuseum Wolfsburg, 2024. Courtesy Kunstmuseum Wolfsburg und Leandro Erlich Studio. \u00a9 Leandro Erlich Studio. Foto: Marek Kruszewski.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ein entwurzeltes Haus<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur\u00fcck im Erdgeschoss, kann man dann ein weiteres Highlight der Schau entdecken. Unter der Decke des Ausstellungsraums schwebt ein von innen beleuchtetes, historisch wirkendes Einfamilienhaus mit gr\u00fcnen Fensterl\u00e4den und Dachgauben. Und auch im Haus selbst ist offenbar so einiges ins Wanken geraten. Ein Sofa und St\u00fchle, der Toaster, ein Mixer sowie B\u00fccher und Zeitschriften schweben wie schwerelos durch den Raum. Besonders augenf\u00e4llig sind die massiven Baumwurzeln unter dem Geb\u00e4ude, die den Eindruck vermitteln, das gem\u00fctliche Zuhause sei seiner urspr\u00fcnglichen Umgebung brutal entrissen worden und schwebe nun ort- und orientierungslos in einem unbestimmten Nirgendwo. Der Titel der Arbeit lautet denn auch &#8222;Pulled by the Roots&#8220; (2015-2024). Die narrativ aufgeladene Installation l\u00e4sst sich als Allegorie f\u00fcr den Verlust von Heimat, aber auch als menetekelhaftes Sinnbild f\u00fcr die vom Klimawandel ausgel\u00f6sten Verw\u00fcstungen durch Hurrikane und Flutwellen lesen. Das vermeintlich Heimelige kippt ins Unheimliche. Und genau das ist auch beabsichtigt. Denn, so Leandro Erlich: &#8222;Der Wendepunkt, den ich an der Illusion interessant finde, ist die Erzeugung von Zweifeln; auf diese Weise kann die Illusion kritisches Denken f\u00f6rdern.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Meister der Illusion<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Leandro Erlichs Werk verhandelt zentrale Fragen der Kunst, aber auch unserer heutigen, massenmedialen Wirklichkeit. Mit den Mitteln der Irritation und der Illusion l\u00e4dt sie zum Nachdenken, Innehalten und kritischen Hinterfragen ein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der \u00f6sterreichisch-britische Kunsthistoriker Ernst Gombrich beschrieb in seinem zentralen Werk &#8222;Kunst und Illusion. Zur Psychologie der bildlichen Darstellung&#8220; (1959) das Sehen als \u00fcberaus komplexen Wahrnehmungsvorgang unter Beteiligung unterschiedlichster Hirnareale. Die vom Auge empfangenen Netzhautreize werden, laut Gombrich, mit Erinnerungen und Erfahrungswerten abgeglichen, so dass das Bewusstsein sich seine eigene Wirklichkeit formt. Leandro Erlichs k\u00fcnstlerische Praxis offeriert den Betrachter:innen genau diese Art der Wirklichkeitskonstruktion im Spannungsfeld zwischen Vertrautem und Unvertrautem. Sie reiht sich somit ein in die lange Geschichte der Augent\u00e4uscherei und der Trugbilder in der Kunst. Diese reicht von der schon in der Antike bekannten Trompe-l\u2019\u0152il Malerei \u00fcber die illusionistischen Raumbilder des niederl\u00e4ndischen K\u00fcnstlers M.C. Escher bis hin zur Virtual Reality der digitalen Welt von heute. Leandro Erlich greift einerseits kunstgeschichtliche Aspekte auf, daneben aber auch brisante Themen aus \u00d6kologie und Naturwissenschaft.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wolken in Vitrinen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In seiner vierteiligen Arbeit &#8222;The Cloud&#8220; (2018-2022) scheint es Erlich zu gelingen, Wolken gefangen zu nehmen und zu konservieren. Aus einiger Entfernung heraus wirkt es tats\u00e4chlich so, als schwebten die fl\u00fcchtigen Himmelserscheinungen in Glask\u00e4sten. Bei n\u00e4herem Hinsehen jedoch entpuppt sich auch das als perfekt umgesetzte Augent\u00e4uschung. Erlich hat Wolkenbilder auf eine Reihe von Glasscheiben drucken lassen, die er nun parallel hintereinander geschichtet pr\u00e4sentiert, um eine r\u00e4umliche Wirkung zu erzielen. Und diejenigen, die noch genauer hinsehen, entdecken, dass sich in den scheinbaren Wolkenbildern die Silhouetten von Tieren und des s\u00fcdamerikanischen Kontinents abzeichnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Wolke steht wie kaum ein anderes Ph\u00e4nomen f\u00fcr das Schnelle, Ephemere und Instabile, gleichzeitig aber auch f\u00fcr Traum und Fantasie, f\u00fcr das kurzzeitig Aufscheinende, sich aber ebenso schnell wieder Verfl\u00fcchtigende. Wolken markieren einen Grenzzustand, irgendwo zwischen Himmel und Erde schwebend, jedoch weder dem Einen noch dem Anderen richtig zugeh\u00f6rig.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Magischer Realismus<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Leandro Erlich wurde 1973 in Buenos Aires geboren. Sein Vater war Architekt, was vielleicht sein Interesse an gebauten R\u00e4umen erkl\u00e4rt. Nachdem er zun\u00e4chst eine Kunstakademie in seiner Heimat besucht hatte, entschloss er sich 1998, eine Residency an der Glassell School of Art in Houston, Texas zu absolvieren. Nach nur einem Jahr aber zog er weiter nach New York. Von da an begann seine Karriere Schwung aufzunehmen. Eine Entwicklung, die bis heute anh\u00e4lt. Bereits im Jahr 2000 nahm er an der New Yorker Whitney Biennale teil, und schon ein Jahr sp\u00e4ter repr\u00e4sentierte er Argentinien auf der Biennale in Venedig. Bis heute ist der zwischen Buenos Aires und Montevideo lebende Leandro Erlich weltweit gefragt. Seine erste Retrospektive in Europa fand 2023 in Mailand statt. Die von Museumsdirektor Andreas Beitin und Kurator Dino Steinhof in enger Zusammenarbeit mit dem K\u00fcnstler eingerichtete Ausstellung in Wolfsburg markiert jetzt seine erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Argentinier ist Leandro Erlich ganz offensichtlich auch gepr\u00e4gt vom Magischen Realismus und von der fantastischen Literatur seines Landes, wie sie etwa in den Werken des Schriftstellers Jorge Luis Borges zum Ausdruck kommt: &#8222;In all meinen Werken \u2026 zeigt sich die Wirklichkeit auf unterschiedliche Weise. Was wir sehen, ist immer eine Frage der Wahrnehmung, der st\u00e4rksten Facette der Realit\u00e4t. Es gibt einen impliziten Aspekt sowohl des Verst\u00e4ndnisses als auch der Konstruktion dessen, was wir als <em>real<\/em> bezeichnen. Jede Arbeit ist eine Reflexion \u00fcber die Architektur dieses Realismus&#8220;, sagt Leandro Erlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Paradoxa und Absurdit\u00e4ten, die seinen Arbeiten innewohnen, haben eine verf\u00fchrerische Qualit\u00e4t, die mitunter an Zauberei denken l\u00e4sst. Aber das ist in der Kunst mehr als legitim. Schon Theodor W. Adorno stellte fest: &#8222;Kunst ist Macht, befreit von der L\u00fcge, Wahrheit zu sein.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Besucher:innen werden zu Performern<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch das alles geschieht bei Leandro Erlich keineswegs mit erhobenem Zeigefinger, sondern eher mit spielerisch-humorvollen Mitteln der Verbl\u00fcffung und der Partizipation. Besucher:innen werden zu Performern, die sich innerhalb seiner Installationen vor den Blicken der anderen und der Kamera inszenieren. Es l\u00e4sst sich bereits jetzt voraussagen, dass die Schau in den n\u00e4chsten acht Monaten auf Social Media-Plattformen wie Instagram &amp; Co. eine gro\u00dfe Sichtbarkeit bekommen wird.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped w3 wp-block-gallery-3 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"683\" height=\"1024\" data-id=\"1136\" src=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/241017_KMW_by_Kruszewski_0017-683x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1136\" srcset=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/241017_KMW_by_Kruszewski_0017-683x1024.jpg 683w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/241017_KMW_by_Kruszewski_0017-200x300.jpg 200w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/241017_KMW_by_Kruszewski_0017-768x1151.jpg 768w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/241017_KMW_by_Kruszewski_0017-1025x1536.jpg 1025w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/241017_KMW_by_Kruszewski_0017-1366x2048.jpg 1366w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/241017_KMW_by_Kruszewski_0017-scaled.jpg 1708w\" sizes=\"(max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"683\" height=\"1024\" data-id=\"1134\" src=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/241018_KMW_by_Kruszewski_0390-683x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1134\" srcset=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/241018_KMW_by_Kruszewski_0390-683x1024.jpg 683w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/241018_KMW_by_Kruszewski_0390-200x300.jpg 200w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/241018_KMW_by_Kruszewski_0390-768x1151.jpg 768w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/241018_KMW_by_Kruszewski_0390-1025x1536.jpg 1025w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/241018_KMW_by_Kruszewski_0390-1366x2048.jpg 1366w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/241018_KMW_by_Kruszewski_0390-scaled.jpg 1708w\" sizes=\"(max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"14585\" src=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/241009_KMW_by_Kruszewski_1214-683x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14585\"\/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\"><strong>Links<\/strong>: Leandro Erlich, Spaceship, 2024. Kunstmuseum Wolfsburg, 2024. Courtesy Kunstmuseum Wolfsburg und Leandro Erlich Studio. \u00a9 Leandro Erlich Studio. Foto: Marek Kruszewski. <strong>Middle<\/strong>: Zuschauer vor der Leandro Ehrlichs Installation Spaceship, 2024. Kunstmuseum Wolfsburg, 2024. Courtesy Kunstmuseum Wolfsburg und Leandro Erlich Studio. \u00a9 Leandro Erlich Studio. Foto: Marek Kruszewski. <strong>Right<\/strong>: Leandro Erlich, Spaceship, 2024. Innenansicht der Installation im Kunstmuseum Wolfsburg, 2024. Courtesy Kunstmuseum Wolfsburg und Leandro Erlich Studio. \u00a9 Leandro Erlich Studio. Foto: Marek Kruszewski.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Visuell besonders reizvoll d\u00fcrfte nicht nur f\u00fcr Fotograf:innen die fast 14 Meter hohe Skulptur &#8222;Spaceship&#8220; (2024) sein. Die Besucher:innen k\u00f6nnen die raketenartige Skulptur betreten und sich in dem glei\u00dfend wei\u00dfen Raumschiff scheinbar wie Astronauten f\u00fchlen. Mittels raffiniert angeordneter Spiegel wendet Erlich auch hier einige illusionistische Tricks an, um den Effekt der Schwerelosigkeit zu erzielen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Verspielte Objekte im Miniaturformat<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr europ\u00e4ische Augen etwas gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig sind jedoch die kleinformatigen Objekte aus der Serie &#8222;Hybrid Nature&#8220; (2021-2023), die das Kunstmuseum Wolfsburg auf der Empore pr\u00e4sentiert. Zu sehen sind Skulpturen im Miniaturformat aus Bronze, Keramik, Marmor und Glas, so etwa eine Schnecke aus wei\u00dfem Carrara-Marmor, deren Haus von einem menschlichen Gehirn gebildet wird, und deren F\u00fchler von ausgestreckten Fingern einer menschlichen Hand repr\u00e4sentiert werden. In einer anderen Arbeit w\u00e4chst dann ein kleines Haus aus einem wei\u00dfen Kohlkopf, oder zwei golden gl\u00e4nzende menschliche Ohren aus Bronze bilden die Fl\u00fcgel eines Schmetterlings. Diese Objekte wirken allerdings arg verspielt und ein wenig kunstgewerblich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch das tr\u00fcbt am Ende nicht den Gesamteindruck. In Zeiten von KI-Simulationen, Deep Fakes etc. l\u00e4dt Leandro Erlichs Kunst zum genauen Hinsehen und \u00dcberpr\u00fcfen dessen ein, was uns als Wirklichkeit pr\u00e4sentiert wird: Was ist echt? Was nur vorget\u00e4uscht? Welche scheinbaren Wahrheiten werden uns tats\u00e4chlich nur vorgegaukelt?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Schau &#8222;Leandro Erlich. Schwerelos&#8220; ist eine der bisher aufw\u00e4ndigsten und teuersten Ausstellungen, die das Kunstmuseum Wolfsburg in seiner 30-j\u00e4hrigen Geschichte realisiert hat. Deshalb hat sich das Ausstellungshaus auch dazu entschlossen, der &#8222;bombastischen Schau&#8220; (so Museumsdirektor Andreas Beitin) eine doppelt so lange Laufzeit wie normalerweise \u00fcblich zu g\u00f6nnen. Die Ausstellung &#8222;Schwerelos&#8220; ist daher bis Mitte Juli 2025 zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<hr style=\"--wb-separator-margin-top:0px;--wb-separator-margin-bottom:0px\" class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur Ausstellung erscheint ein zweisprachiges Magazin (dt.\/engl.) f\u00fcr 12 Euro, erh\u00e4ltlich ab dem 9. November 2024.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Internet: <a href=\"https:\/\/www.kunstmuseum.de\/ausstellung\/leandro-erlich-schwerelos\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">https:\/\/www.kunstmuseum.de\/ausstellung\/leandro-erlich-schwerelos\/<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kunst der T\u00e4uschung und der Illusion: die verbl\u00fcffende Welt des argentinischen K\u00fcnstlers Leandro Erlich im Kunstmuseum Wolfsburg. Wer w\u00fcrde nicht gerne einmal den Mond betreten? Im Kunstmuseum Wolfsburg hat man jetzt sogar Gelegenheit, in den Mond hineinzugehen. 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