{"id":2402,"date":"2025-07-18T14:39:00","date_gmt":"2025-07-18T12:39:00","guid":{"rendered":"https:\/\/on-art.news\/?p=9449"},"modified":"2026-08-14T22:00:04","modified_gmt":"2026-08-14T20:00:04","slug":"everything-everywhere-all-at-once","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/on-art.news\/en\/2025\/07\/18\/everything-everywhere-all-at-once\/","title":{"rendered":"&#8222;Everything Everywhere All at Once&#8220;"},"content":{"rendered":"<h3 class=\"wp-block-heading\">Anl\u00e4sslich des 80. Geburtstags von Richard Long gelangen zahlreiche Werke als &#8222;Satellites&#8220; in ganz NRW zur Pr\u00e4sentation.<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Treibh\u00f6lzer verschiedener Formen und Farben m\u00e4andern durch den ehemaligen Speicher an der Kaistra\u00dfe 14a in D\u00fcsseldorf. Fragile Zweige und massive \u00c4ste liegen dicht an dicht, bilden eine allansichtig zu umrundende Bodenarbeit, die sich lose zu einem 40 Quadratmeter umfassenden Rechteck f\u00fcgt. Allein das Binnenmuster der jegliche Farbnuancen von Grau bis Braun abdeckenden H\u00f6lzer wurde mittels Skizze vom K\u00fcnstler Richard Long festgelegt. In den erstmalig bespielten, neuen R\u00e4umlichkeiten der <em>KAI 10 \/ Arthena Foundation<\/em> l\u00e4sst sich die Arbeit syn\u00e4sthetisch erfassen, verstr\u00f6mt sie einen latent wahrnehmbaren Geruch von modrigem Holz und tiefen Gew\u00e4ssern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das verwundert kaum, bildet doch der nahe gelegene Rhein den Ursprungsort, sammelte Long das im letzten Kilometer vor der niederl\u00e4ndischen Grenze angeschwemmte Treibgut. Ein Umstand, der kaum besser zum Ausstellungsort passen k\u00f6nnte, wenn der Rhein gar in Sichtweite durch den D\u00fcsseldorfer Medienhafen flie\u00dft und sich somit das Holz trotz Platzierung im Innenraum kaum mehr wie ein Fremdk\u00f6rper anf\u00fchlt. Fast meint man, der Fluss sei \u00fcber die Ufer getreten und h\u00e4tte die H\u00f6lzer eigens in die hohe Halle gesp\u00fclt. Allein die Wellenbewegungen nachahmende Anordnung verr\u00e4t, dass hier menschliche H\u00e4nde am Werk waren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Galerie Konrad Fischer initiiert besonderes Ausstellungsprojekt<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Rhine Driftwood Line&#8220; ist Teil des Projekts &#8222;Satellites&#8220; der Konrad Fischer Galerie. Der 23 Jahre alte Long stellte bereits 1968 erstmalig in den zu diesem Zeitpunkt neu er\u00f6ffneten R\u00e4umlichkeiten der Galerie in D\u00fcsseldorf aus. Daf\u00fcr bedeckte er den gesamten Boden innerhalb der &#8222;Sculpture for Konrad Fischer&#8220; mit tausenden, am Fluss Avon gesammelten Weidenruten. Anl\u00e4sslich seines 80. Geburtstags initiiert die Galerie nun ein besonderes Ausstellungsprojekt, welches sie in \u00e4hnlicher Art zuvor f\u00fcr Carl Andre ausrichtete. Long ist durch die langj\u00e4hrige Zusammenarbeit mit der Galerie eng verbunden mit dem Rheinland. So finden sich seine Arbeiten in zahlreichen institutionellen und privaten Sammlungen in ganz NRW. Warum diese also nicht gleichzeitig pr\u00e4sentieren? Der Direktor des D\u00fcsseldorfer Galeriestandorts Thomas Rieger erz\u00e4hlt, dass bewusst auf die Organisation von Shuttle-Bussen und F\u00fchrungen verzichtet wurde. Die Vielzahl der Ausflugsziele solle besonders bei derzeit sommerlichen Temperaturen zur eigenst\u00e4ndigen Erkundung einladen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" data-id=\"1611\" src=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/RL_Rhine-Driftwood_Skulpturenhalle-1024x682.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1611\" srcset=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/RL_Rhine-Driftwood_Skulpturenhalle-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/RL_Rhine-Driftwood_Skulpturenhalle-300x200.jpg 300w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/RL_Rhine-Driftwood_Skulpturenhalle-768x512.jpg 768w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/RL_Rhine-Driftwood_Skulpturenhalle-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/RL_Rhine-Driftwood_Skulpturenhalle-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\">Richard Long, Rhine Driftwood Line, 2001. Skulpturenhalle Neuss, 2018. Foto: Stefan Hostettler &amp; Moritz Wegwerth.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Mittels Bewegung zur Kunst<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das passt zu einem K\u00fcnstler, dessen Werkschaffen sich auf Kulturtechniken des Gehens und Sehens zur\u00fcckf\u00fchren l\u00e4sst. Geboren in Bristol, am West of England College of Art und sp\u00e4ter an der St. Martin\u2019s School in London bei Anthony Caro und Frank Martin studiert, gelang Long 1967 mit der Arbeit &#8222;A Line Made By Walking&#8220; der Durchbruch. Die hinterlassene Spur entstand durch wiederholtes Abschreiten einer geraden Linie in einem hochgewachsenen Feld. Sie bildete die Grundlage f\u00fcr sein weiteres von Soloreisen zu Fu\u00df gekennzeichnetes \u0152uvre. Seine Wanderungen f\u00fchrten ihn folgend in diverse abgelegene und schwer zug\u00e4ngliche Gebiete der Welt, muten in ihrer meditativen Abgeschiedenheit wie Pilgerfahrten an. Zu Fu\u00df durchma\u00df Long Gebirge und W\u00fcsten, erkundete die Dimensionen von Raum, Zeit und Distanz. Seine Reisen dokumentiert er zudem in Fotografien und kurzen Texten, welche zuweilen die einzigen Zeugnisse der ortsbezogenen, teils ephemeren Installationen bilden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn Longs Skulpturen entstehen anhand unterwegs vorgefundener Objekte aus nat\u00fcrlichen Materialien wie beispielsweise Stein, Holz oder Asche. Diese ordnet der K\u00fcnstler in geometrischen Strukturen an, sodass Linien, Labyrinthe, Spiralen, Kreise, Kreuze oder Ellipsen entstehen. In solch universeller Formsprache wirken die Skulpturen wie Relikte archaischer V\u00f6lker, spielen mit Aspekten von Symmetrie und Balance, erinnern an das Konzept von Lebenswegen. Sie dienen als Umsetzung von Bewegung, erweisen sich dabei nie als die Natur verwundende Eingriffe. Stattdessen setzt Long aus der Natur heraus und in dieser Zeichen, die sich feinf\u00fchlig in ihre Umgebung integrieren oder aber wieder verschwinden. Der bewusste Verzicht auf eine Bearbeitung des Materials sowie die Verwendung von ausschlie\u00dflich per Hand oder Fu\u00df bewegbaren Objekten veranschaulicht die Bedeutung des menschlichen Ma\u00dfes als Ausgangspunkt. Im Gegensatz zu vielen anderen Skulpturen befinden sich die seinigen zudem nur knapp \u00fcber oder unmittelbar auf dem Boden, sind horizontal statt vertikal angelegt und kommen ohne Sockel aus.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" data-id=\"1610\" src=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Rhine-Driftwood-005-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1610\" srcset=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Rhine-Driftwood-005-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Rhine-Driftwood-005-300x225.jpg 300w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Rhine-Driftwood-005-768x576.jpg 768w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Rhine-Driftwood-005-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Rhine-Driftwood-005-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\">  Richard Long, Rhine Driftwood Line, 2001. KAI 10 \/ Arthena Foundation, 2025. Foto: Achim Kukulies, Monika Schnetkamp Collection.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Verbindungslinien<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die &#8222;Satellites&#8220;-Arbeiten f\u00fcgen sich zumeist nahtlos in die jeweilige bestehende Sammlungspr\u00e4sentation der teilnehmenden H\u00e4user oder erg\u00e4nzen das Programm im Au\u00dfenraum. Der Auftakt fand aufgrund der Einweihung der neuen R\u00e4ume im KAI 10 statt. Die von der Sammlerin Monika Schnetkamp in diesem Jahr auf der Art D\u00fcsseldorf erworbene Arbeit weist dabei eine Historie auf, die exemplarisch f\u00fcr Longs Verbundenheit mit der Region stehen kann. Entstanden im Jahr 2001 im Kontext einer Ausstellung im Kurhaus Kleve wanderte sie 2013 ins DKM in Duisburg. Beides ebenfalls Partner des Galerieprojekts. In Kleve ist beispielsweise die Skulptur &#8222;Midsummer Flint Line&#8220; aus Norfolk Flint Steinen dauerhaft ausgestellt. Die Fotos vormaliger Inszenierungen zeigen wie unterschiedlich die &#8222;Rhine Driftwood Line&#8220; im Ausstellungskontext erscheinen kann. Zwar variabel bez\u00fcglich der Ma\u00dfe folgt die Anordnung doch einer vorgegebenen Ordnung \u2013 oder Flie\u00dfrichtung.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-3 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" data-id=\"1616\" src=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2_MDKM_RichardLong-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1616\" srcset=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2_MDKM_RichardLong-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2_MDKM_RichardLong-300x200.jpg 300w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2_MDKM_RichardLong-768x512.jpg 768w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2_MDKM_RichardLong-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2_MDKM_RichardLong-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\">Ausstellungsansicht aus der Sammlung DKM in Duisburg. Foto: Stiftung DKM \/ Werner Hannappel.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Linien und Kreise stiller Sch\u00f6nheit im DKM<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das 2009 er\u00f6ffnete Museum DKM der Privatsammler Dirk Kr\u00e4mer und Klaus Maas ist ebenfalls Teil von &#8222;Satellites&#8220;. Neben der &#8222;Rhine Driftwood Line&#8220;, die das Museum als losen Verbund aus Treibh\u00f6lzern im sog. D\u00fcsseldorfer Raum 2023\/24 pr\u00e4sentierte, legte das DKM 2018 im Rahmen der Schau &#8222;Kunst &amp; Kohle \u2013 Die schwarze Seite&#8220; sogar einen gesamten Raum mit Arbeiten aus L\u00e4rchenrinde, Anthrazit- und Holzkohle von Long an. Als fester Bestandteil der Sammlungspr\u00e4sentation &#8222;Linien stiller Sch\u00f6nheit&#8220; findet sich zudem ein K\u00fcnstlerraum, welcher nun anl\u00e4sslich des 80. Geburtstags erweitert wurde. Die zentrale Arbeit bildet der &#8222;Cornish Slate Circle&#8220; aus dem Jahr 1983. Die Bodenarbeit besteht aus 84 unregelm\u00e4\u00dfig geformten Schiefersteinen aus Cornwall. \u00c4hnlich wie bei der &#8222;Rhine Driftwood Line&#8220; gibt es auch hier keine exakte Vorgabe bez\u00fcglich der Anordnung, d\u00fcrfen sich die Schiefersteine nur nicht direkt ber\u00fchren, sollen mit der L\u00e4ngsseite in einem Kreis mit 2,40 Meter Durchmesser angeordnet liegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kreis ist eine wiederholt auftretende Struktur im Werk von Long. Er kann symbolisch f\u00fcr das Leben stehen, dessen Wege immer wieder ins Zentrum leiten und mit Vollkommenheit ebenso wie Verg\u00e4nglichkeit verbunden werden. Im Sinne eines Rades evoziert er zudem wie keine andere Form Bewegung. Die Arbeit wird im DKM durch Fotografien, grafische Arbeiten, K\u00fcnstlerb\u00fccher und sogenannte &#8222;Mud Paintings&#8220; erg\u00e4nzt. Letztere zeigen auf bemalten Karton aufgebrachte Handabdr\u00fccke, die einander niemals gleichen, fast wie Silhouetten von Embryonen anmuten. Sie sind Bilder der Gesten des K\u00fcnstlers, wandeln die Geschwindigkeit seiner bed\u00e4chtig ausgef\u00fchrten Handbewegungen unmittelbar in Form um. Mit der Bewegung wird zugleich Zeit gebannt und auf das Papier gebracht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit gezeichneten Umrissen von Steinen, die als Wegmarken samt Kilometerangaben einer Wanderung fungieren und die zur\u00fcckgelegte Strecke wiedergeben. Dazu findet sich auf der Fl\u00e4che der Wechselausstellungen die fr\u00fche Bodenarbeit &#8222;Red Stone Line&#8220; aus dem Jahr 1977, die sich als Zickzacklinie aus 65 Steinen \u00fcber den Boden windet und von Arbeiten von K\u00fcnstlerin Claudia Terstappen flankiert wird. Es entspinnt sich ein wortloser Dialog zwischen Long und Terstappen, die in ihren Fotografien die Aura als heilig geltender Orte in Japan anhand repetitiver Momente einzufangen versucht. Kombinationen wie diese oder der Umstand, dass Interessierte zun\u00e4chst einen Raum mit Arbeiten von Arik Levy durchschreiten m\u00fcssen, um zu Longs gezackter Spur zu gelangen, machen die besondere Energie des Museums aus.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-4 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large w3\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" data-id=\"1617\" src=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Stone-Lake-003-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1617\" srcset=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Stone-Lake-003-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Stone-Lake-003-300x225.jpg 300w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Stone-Lake-003-768x576.jpg 768w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Stone-Lake-003-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Stone-Lake-003-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\">Auch aus der Ferne ein zu Kontemplation einladender Anblick: Richard Long, Stone Lake, 1986. Schloss Crottorf. Foto: Achim Kukulies, D\u00fcsseldorf.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">In der Peripherie lockt ein St\u00fcck Paradies<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben gro\u00dfen H\u00e4usern wie Museum Ludwig in K\u00f6ln, Kunstsammlung NRW in D\u00fcsseldorf oder Museum Folkwang in Essen finden sich auch Arbeiten an abgelegenen Orten. So ist beispielsweise auch das Schloss Crottorf bei Friesenhagen Teil des Projekts. Der im 13. Jahrhundert erstmals urkundlich erw\u00e4hnte ehemalige Hof steht auf dem Fundament einer mittelalterlichen Burg und wurde 1542 zum Wasserschloss umgebaut. Folgend im barocken Stil erweitert, befindet sich das Schloss heute im Besitz von Hermann Graf Hatzfeldt-Wildenburg-D\u00f6nhoff. In idyllischer Natur knapp hinter der Grenze zu Rheinland-Pfalz liegt das kleine Schloss inmitten eines gro\u00dfen Teiches im engen Tal des Wildenburger Baches. Nach Passieren eines gro\u00dfen Eingangstors zum Grundst\u00fcck geht es \u00fcber drei Br\u00fccken durch Torturm und Vorburg bis zum dreifl\u00fcgeligen Herrenhaus. Die Innenr\u00e4ume des privat genutzten Schlosses d\u00fcrfen leider nicht besichtigt werden, aber zumindest die von \u00fcppiger Natur gepr\u00e4gte Au\u00dfenanlage mit Blick auf den umgebenden Wald.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Schloss ebenso wie die G\u00e4rten wirken als seien sie einem M\u00e4rchen entsprungen. Entsprechend beschrieb der f\u00fcr die Innenausstattung herangezogene italienischen Stuckateur Giovanni Domenico Rosso die Anlage bereits 1661 als &#8222;ein St\u00fcck Paradies, das aus dem Himmel gefallen ist&#8220;. Unter hohen B\u00e4umen finden sich innerhalb des Parks gleich mehrere Skulpturen, zum Beispiel von Richard Serra. Der von der Galerie Konrad Fischer erworbene Richard Long ist allerdings nicht ganz so einfach zu entdecken. Vorbei am Wassergraben l\u00f6st sich auf der R\u00fcckseite des Schlosses eine kleine Tafel aus dem Gestr\u00fcpp, welche auf die Arbeit &#8222;Stone Lake&#8220; hinweist. Der See aus Steinen ist selbst nicht begehbar, aber l\u00e4sst sich durch einen Zaun auf etwa 50 Meter Entfernung in der Weite des Tals ersp\u00e4hen. Ganz in der N\u00e4he eines kleinen Teiches bildet der 1988 gefertigte &#8222;Stone Lake&#8220; aus konzentrisch angeordneten Schieferplatten dessen topografisches \u00c4quivalent.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Treibgut auf dem Strom der Zeit<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wasser stellt f\u00fcr Long eine fortdauernde Quelle der Faszination dar. Immer wieder nutzt der K\u00fcnstler den fl\u00fcssigen Werkstoff zum Hinterlassen von Spuren oder vollzieht zu Fu\u00df getrocknete Flussbetten nach. Als intensiver Geruch war das Wasser urspr\u00fcnglich auch Teil der &#8222;Rhine Driftwood Line&#8220;, der sich jedoch mit der Zeit zunehmend verfl\u00fcchtigt hat. Den Arbeiten gemein ist, dass sie sich mit allen Sinnen erfahren lassen. Sie fordern das Publikum auf, die Bewegungen des K\u00fcnstlers selbst nachzuvollziehen, sei es imagin\u00e4r anhand der K\u00fcnstlerb\u00fccher oder physisch im Raum. So bewegen wir uns um die Linien, Kreise und Rechtecke herum, folgen mit den Augen der innewohnenden Bewegung, lassen den Blick \u00fcber das Werk hinaus in die umgebende Natur schweifen. Gleich einem Landschaftsmaler f\u00fchlt sich Long in die Natur ein, verschiebt unseren Fokus mittels abstrahierter Formen und reversibler Eingriffe. Letztere aber verwehren sich in ihrer minimalistischen Ausf\u00fchrung der gro\u00dfen Geste des Weltverbesserers. Longs Arbeiten bewegen sich dagegen stets im Rhythmus des Menschen und lassen immer relevanter werdende sensible Ann\u00e4herung an Natur zu. Seine Skulpturen sind selbst Landschaft.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anl\u00e4sslich des 80. Geburtstags von Richard Long gelangen zahlreiche Werke als &#8222;Satellites&#8220; in ganz NRW zur Pr\u00e4sentation. Treibh\u00f6lzer verschiedener Formen und Farben m\u00e4andern durch den ehemaligen Speicher an der Kaistra\u00dfe 14a in D\u00fcsseldorf. 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