{"id":2440,"date":"2025-11-16T13:26:36","date_gmt":"2025-11-16T12:26:36","guid":{"rendered":"https:\/\/on-art.news\/?p=10556"},"modified":"2026-08-14T22:00:05","modified_gmt":"2026-08-14T20:00:05","slug":"vom-kampf-gegen-windmuehlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/on-art.news\/en\/2025\/11\/16\/vom-kampf-gegen-windmuehlen\/","title":{"rendered":"Vom Kampf gegen Windm\u00fchlen"},"content":{"rendered":"<h3 class=\"wp-block-heading\">Ein Besuch bei Franz Erhard Walther in Fulda.<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Entlang des Schlossparks, vorbei am Dom und durch das Paulustor geht es im Herzen der historischen Innenstadt von Fulda zur Villa Franz Erhard Walther. Wo besser als hier k\u00f6nnte diese verortet sein, ist Fulda nicht nur Walthers Geburtsstadt, sondern auch aktuelle Wahlheimat. Das einst schwierige Verh\u00e4ltnis zur katholisch gepr\u00e4gten Barockstadt hat sich zu einer engen Zusammenarbeit entwickelt, indem die Stadt sogar als Tr\u00e4ger der Villa auftritt. Im gem\u00fctlichen Empfangs- und Kassenraum am gro\u00dfen Holztisch hei\u00dft Susanne Walther willkommen. Sie gr\u00fcndete die gemeinn\u00fctzige Franz Erhard Walther Foundation (FEW Foundation) im Jahr 2007, agiert als Vorsitzende des Stiftungsvorstands, hat die k\u00fcnstlerische Leitung der Villa inne und ist nicht zuletzt die Ehefrau des K\u00fcnstlers.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"870\" data-id=\"1800\" src=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/2XH2TH4-ausschnitt2-1024x870.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1800\" srcset=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/2XH2TH4-ausschnitt2-1024x870.jpg 1024w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/2XH2TH4-ausschnitt2-300x255.jpg 300w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/2XH2TH4-ausschnitt2-768x652.jpg 768w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/2XH2TH4-ausschnitt2-1536x1304.jpg 1536w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/2XH2TH4-ausschnitt2-2048x1739.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"652\" data-id=\"1793\" src=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Franz_Erhard_Walther_Susanne_Walther_2023-10-08_4976-1024x652.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1793\" srcset=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Franz_Erhard_Walther_Susanne_Walther_2023-10-08_4976-1024x652.jpg 1024w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Franz_Erhard_Walther_Susanne_Walther_2023-10-08_4976-300x191.jpg 300w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Franz_Erhard_Walther_Susanne_Walther_2023-10-08_4976-768x489.jpg 768w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Franz_Erhard_Walther_Susanne_Walther_2023-10-08_4976-1536x978.jpg 1536w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Franz_Erhard_Walther_Susanne_Walther_2023-10-08_4976-2048x1304.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\"><strong>Links<\/strong>: Die Villa FEW in Fulda. Foto: alamy, Volker Preusser. <strong>Right<\/strong>: Franz Erhard Walther mit Ehefrau Susanne Erhard in M\u00fcnchen. Foto: Henning Schlottmann.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Villa Franz Erhard Walther<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der Emeritierung von Franz Erhard Walther zog es die Familie von Hamburg nach Fulda, wo sich Atelier, Bibliothek und Archiv an einem Ort b\u00fcndeln lie\u00dfen. Nach langj\u00e4hrig erfolgter Stiftungsarbeit entschied man sich gemeinsam mit der Stadt, den Aktivit\u00e4ten der Stiftung noch mehr Sichtbarkeit im Stadtbild zu verleihen. Seit 2022 vereint nun eine denkmalgesch\u00fctzte Villa aus der Gr\u00fcnderzeit Ausstellungsfl\u00e4che und das st\u00e4dtische Kulturamt unter einem Dach. Das Licht ist ein wenig w\u00e4rmer als in anderen Ausstellungsh\u00e4usern, die Sitzm\u00f6bel sind gro\u00dfz\u00fcgig mit Steckdosen ausgestattet, Publikationen laden zum Verweilen ein \u2013 die intime Atmosph\u00e4re des 1875 errichteten, ehemaligen Wohnhauses einer Weinh\u00e4ndlerfamilie sollte auch nach umfassender Restaurierung erhalten bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Villa lassen sich laut Susanne Walther Projekte umsetzen, die von der N\u00e4he zu Archiv, Werkstatt und Atelier profitieren. Im Gegensatz zu gro\u00dfen Museen k\u00f6nne die Villa flexibler agieren, einen experimentelleren Ansatz verfolgen. Zun\u00e4chst dem zwischen 1954 und 1964 entstandenen Fr\u00fchwerk des K\u00fcnstlers gewidmet, liege der Fokus mittlerweile breiter gefasst auf der Verortung von Walthers Arbeiten in gr\u00f6\u00dferen Bezugssystemen. Das erfordere eine Offenheit und Komplexit\u00e4t, die in Walters Werkschaffen bereits begr\u00fcndet liege. Was passiert, bevor eine Werkidee ausformuliert wird? Welche Einfl\u00fcsse sind innerhalb des Werkes erkennbar? Mit derartigen Fragestellungen besch\u00e4ftigen sich derzeit j\u00e4hrlich zwei Ausstellungen, die stets im Fr\u00fchling und Herbst Er\u00f6ffnung feiern. Ein besonderer Fokus liegt nach Susanne Walther zudem auf der Vermittlung, sodass gleicherma\u00dfen Menschen aus der Region, Touristen und Fachpublikum adressiert werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Verbindungslinien<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die vorangegangene Schau setzte Walthers Werk beispielsweise in Beziehung zu Lygia Clark, in deren Arbeiten sich trotz g\u00e4nzlich anderer Entstehungsbedingungen Verbindungslinien zu Walther ausmachen lassen. So \u00fcberschneiden sich beide Positionen im Aspekt des nicht-politischen Politischen. Noch w\u00e4hrend des Krieges 1939 geboren, bilden Erfahrungen von Fliegeralarm und Beobachtungen von Deportationen fr\u00fcheste Kindheitserinnerungen Walthers. Derartige Erinnerungen schlagen sich verbunden mit dem Aufwachsen im Nachkriegsdeutschland in seinem sp\u00e4ter entwickelten &#8222;Offenen Werkbegriff&#8220; nieder, f\u00fchrt dieser doch auf &#8222;Basic Actions&#8220; zur\u00fcck. Was bedeutet es, wenn ich eine Handlung ausf\u00fchre? Was macht das mit mir und meinem Gegen\u00fcber? Insbesondere die Mitte der 1960er-Jahre beschreibt dabei eine Zeit des Umbruchs.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Susanne Walther erl\u00e4utert: &#8222;Die Arbeiten lassen sich als eine Art Beispielformen lesen, die als Grunderfahrung auf andere Kontexte \u00fcbertragen werden k\u00f6nnen. Wie mit dem Geschehenen umgehen? Was hei\u00dft das f\u00fcr mich und f\u00fcr meine Generation? Sein Ansatz basiert auf einem durchweg positivem Menschenbild.&#8220; Mittels damals revolution\u00e4rer Werkaktivierung durch die Besucher:innen lege der K\u00fcnstler die Realisation seiner Werke in die H\u00e4nde von Unbekannten, bringe dem handelnden Publikum gro\u00dfes Vertrauen entgegen, sodass sich die komplexe Identit\u00e4t des Einzelnen mit der jeweiligen Arbeit verkn\u00fcpfe. Susanne Walther: &#8222;Die Personen verbleiben in der Arbeit und die Arbeit verbleibt in den Personen&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Radikalit\u00e4t des k\u00fcnstlerischen Ansatzes wird im Gespr\u00e4ch mit dem K\u00fcnstler selbst deutlich, der nur wenige Gehminuten von der Villa in einem idyllisch auf einem Weinberg gelegenen Anwesen lebt und arbeitet. In seinem weitl\u00e4ufigen Atelier zeichnet der mittlerweile 86-j\u00e4hrige K\u00fcnstler noch immer t\u00e4glich. Er erz\u00e4hlt, auf wie wenig Verst\u00e4ndnis er mit seinem ungew\u00f6hnlichen k\u00fcnstlerischen Ansatz innerhalb der deutschen Kunstszene der 1960er-Jahre traf. Bereits 1956 entstanden Umrisszeichnungen, die sich vage mit der Idee einer mittels Imagination zu f\u00fcllenden Fl\u00e4che besch\u00e4ftigten. Zum Erweckungserlebnis sollte aber vor allem die documenta 1959 werden, zu welcher Walther dank der r\u00e4umlichen N\u00e4he zu Fulda anreiste und auf der er Arbeiten von Jackson Pollock, Barnett Newman und Lucio Fontana begegnete. Walther beschreibt, wie er Newman traf und ihn mit detailgenauen Schilderungen von dessen Werken beeindruckte. Zun\u00e4chst an der Werkkunstschule in Offenbach ausgebildet, wurde Walther an der Frankfurter St\u00e4delschule zwangsexmatrikuliert und wechselte schlie\u00dflich zum informellen Maler Karl Otto G\u00f6tz an die Kunstakademie in D\u00fcsseldorf. Walther: &#8222;D\u00fcsseldorf habe ich lange Zeit vermisst, da mich die intensiven Debatten dort geformt haben.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch auch in der G\u00f6tz-Klasse stie\u00df er zun\u00e4chst auf wenig Verst\u00e4ndnis. Seine Klassenkameraden Gerhard Richter, Sigmar Polke und Konrad Fischer h\u00e4tten sich mit seinen Kissenformen beworfen und dies mit der durch den K\u00fcnstler geforderten Aktivierung der Werke gerechtfertigt. Auch mit dem damals an der Akademie lehrenden Joseph Beuys geriet der junge K\u00fcnstler aneinander. Beuys habe es nicht gefallen, dass der Student ihm nicht ohne Widerspruch entgegentrat. Das f\u00fchrte laut Walther dazu, dass Beuys zwei Ausstellungen Walthers in der D\u00fcsseldorfer Galerie Alfred Schmela \u2013 unter angedrohter Verweigerung der eigenen Werke \u2013 verhinderte. Es folgte mit &#8222;Wie man dem toten Hasen die Bilder erkl\u00e4rt&#8220; Beuys\u2019 erste Galerieausstellung. Den menschlichen K\u00f6rper als Teil des Werkes zu verstehen, ihn selbst zum Werk zu erheben, lag wohl in der damaligen deutschen Kunstszene jenseits aller Vorstellungskraft. Den Widerstand hat er erst sp\u00e4ter als Zeichen von Qualit\u00e4t verstehen k\u00f6nnen, bekennt Walther.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" data-id=\"1794\" src=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/9_Installatiosansichten_FEW_GELB-1024x682.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1794\" srcset=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/9_Installatiosansichten_FEW_GELB-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/9_Installatiosansichten_FEW_GELB-300x200.jpg 300w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/9_Installatiosansichten_FEW_GELB-768x512.jpg 768w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/9_Installatiosansichten_FEW_GELB-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/9_Installatiosansichten_FEW_GELB.jpg 2000w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\">GELB YELLOW JAUNE. Eine Ausstellung von 1965, Installationsansicht VILLA, 2025. \u00a9 Franz Erhard Walther \/ VG Bild-Kunst, Bonn 2025. Foto: David Ertl.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Rekonstruktion von &#8222;GELB YELLOW JAUNE&#8220;<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die aktuelle und in der Villa insgesamt vierte Schau &#8222;GELB YELLOW JAUNE&#8220; kn\u00fcpft genau an diese Zeit an und rekonstruiert eine urspr\u00fcnglich f\u00fcr das Jahr 1965 geplante, aber nie realisierte Ausstellung, die in den acht R\u00e4umen der damaligen Galerie Junge Kunst Fulda h\u00e4tte stattfinden sollen. Die 1963\/64 konzipierten Arbeiten sollten sechs Handlungsst\u00fccke, darunter Variationen der Elemente des ikonischen 1. Werksatzes, sowie zwei raumgreifende Arbeiten umfassen. Aufgrund des unerwarteten Todes des erst 39-j\u00e4hrigen Leiters des Jungen Kunstkreises im August 1964 sowie des drohenden Abrisses des Zeughauses kam die Schau jedoch nie zustande. Angesichts des wichtigen Moments in der Werkgenese des K\u00fcnstlers, oftmals \u00fcberdeckt vom 1. Werksatz, entschied sich Susanne Walter, die geplante Ausstellung anhand der \u00fcberlieferten Skizzen zu rekonstruieren. Kein ganz einfaches Unterfangen, da nur auf in der damaligen Zeit verf\u00fcgbare Materialien zur\u00fcckgegriffen werden sollte. Die raumgreifenden Arbeiten wurden sodann anhand der Zeichnungen f\u00fcr die den Galerier\u00e4umen in ihrer Konstellation vergleichbaren R\u00e4umlichkeiten der Villa originalgetreu wiederhergestellt. Besonders sch\u00f6n: innerhalb der in ihrer monochromen Farbigkeit als Hommage an Yves Klein gedachten Arbeiten zeichnet sich Walthers Weg zur Artikulation seines partizipatorischen Werkverst\u00e4ndnisses bereits vor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Besonderheit der Ausstellungen in der Villa bildet zudem der tiefe Einblick in pers\u00f6nliche Dokumente des K\u00fcnstlers wie private Fotos und Tageb\u00fccher. Diese lesen sich wie Beschreibungen des Who&#8217;s who der damaligen Kunstszene, erz\u00e4hlen aber auch von best\u00e4ndiger Suche nach bestm\u00f6glichem Ausdruck. Innerhalb der aktuellen Schau fungiert das gesamte Erdgeschoss als eine Art Einf\u00fchrung. Auf zwei Bildschirmen werden zum Beispiel Interviews gezeigt, die Susanne Walther mit dem K\u00fcnstler selbst sowie dessen erster Ehefrau Johanna Walther gef\u00fchrt hat. Letztere ist seit 1964\/65 integraler Bestandteil der Arbeiten, indem die gelernte Bekleidungstechnikerin Walther fortan in der Produktion seiner Stoffarbeiten unterst\u00fctze. Die Interviews werden von Ausz\u00fcgen aus den Tageb\u00fcchern sowie Briefen zum Beispiel an J\u00f6rg Immendorff flankiert. Die \u00fcbrigen R\u00e4ume betten Walthers geplante Schau in die Ausstellungen der Zeit u. a. in D\u00fcsseldorf, Aachen, K\u00f6ln und Krefeld ein.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped w3 wp-block-gallery-3 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"756\" height=\"1024\" data-id=\"1795\" src=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/12_Installatiosansichten_FEW_GELB-756x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1795\" srcset=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/12_Installatiosansichten_FEW_GELB-756x1024.jpg 756w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/12_Installatiosansichten_FEW_GELB-222x300.jpg 222w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/12_Installatiosansichten_FEW_GELB-768x1040.jpg 768w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/12_Installatiosansichten_FEW_GELB-1134x1536.jpg 1134w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/12_Installatiosansichten_FEW_GELB.jpg 1477w\" sizes=\"(max-width: 756px) 100vw, 756px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"691\" height=\"1024\" data-id=\"13477\" src=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/17_Installatiosansichten_FEW_GELB-691x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13477\" srcset=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/17_Installatiosansichten_FEW_GELB-691x1024.jpg 691w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/17_Installatiosansichten_FEW_GELB-202x300.jpg 202w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/17_Installatiosansichten_FEW_GELB-768x1139.jpg 768w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/17_Installatiosansichten_FEW_GELB-1036x1536.jpg 1036w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/17_Installatiosansichten_FEW_GELB.jpg 1349w\" sizes=\"(max-width: 691px) 100vw, 691px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"663\" height=\"1024\" data-id=\"1796\" src=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/10_Installatiosansichten_FEW_GELB-663x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1796\" srcset=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/10_Installatiosansichten_FEW_GELB-663x1024.jpg 663w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/10_Installatiosansichten_FEW_GELB-194x300.jpg 194w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/10_Installatiosansichten_FEW_GELB-768x1186.jpg 768w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/10_Installatiosansichten_FEW_GELB-995x1536.jpg 995w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/10_Installatiosansichten_FEW_GELB.jpg 1295w\" sizes=\"(max-width: 663px) 100vw, 663px\" \/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\">Alle drei Ansichten: GELB YELLOW JAUNE. Eine Ausstellung von 1965, Installationsansicht VILLA, 2025. \u00a9 Franz Erhard Walther \/<br>VG Bild-Kunst, Bonn 2025. Foto: David Ertl.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">&#8222;Flucht&#8220; nach New York<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dem Unverst\u00e4ndnis in Deutschland kehrte Walther 1967 den R\u00fccken und ging nach New York. Walther erz\u00e4hlt von dem zun\u00e4chst harten Leben in der Metropole mit wenig Geld und zwei kleinen Kindern. Auf der Suche nach einem Job habe er in einem Schaufenster ein Schild mit der Aufschrift &#8222;Finisher wanted&#8220; entdeckt. Kurzerhand sprach er vor, berief sich auf seine Ausbildung an drei deutschen Kunsthochschulen und erhielt einen Job als Tortendekorateur. Dieser sollte ihn allerdings auch um ein pers\u00f6nliches Treffen mit Marcel Duchamp bringen, wie der K\u00fcnstler berichtet. Duchamp sei durch den sammelnden Maler William Copley auf ihn aufmerksam geworden, habe ihn angerufen und ein Treffen vorgeschlagen. Er aber habe arbeiten m\u00fcssen und das Treffen verschoben. Bevor es zu der Zusammenkunft kam, verstarb Duchamp w\u00e4hrend seiner allj\u00e4hrlichen Sommerresidenz in Neuilly. Ein Umstand, welchen Walther aus der Zeitung erfahren habe und der ihn bis heute sichtlich umtreibt. Warum Duchamp ihn treffen wollte? Walther vermutet, dass er ihn wom\u00f6glich zur Konzeption seiner Kunst befragt h\u00e4tte. Denn Duchamp hatte sich zuvor in einem Essay im Aspen-Magazin explizit mit dem Betrachter als notwenig f\u00fcr das Werk auseinandergesetzt. Stolz pr\u00e4sentiert Walther einen k\u00fcrzlich erschienenen mit &#8222;Qui est Franz Erhard Walther, le &#8218;Marcel Duchamp allemand&#8216; qui a boulevers\u00e9 la notion d\u2019\u0153uvre d\u2019art?&#8220; \u00fcberschriebenen Artikel im franz\u00f6sischen &#8222;Connaissance des Arts&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00d6ffentliche Anerkennung sollte Walther bald darauf mit der Teilnahme an Harald Szeemanns &#8222;When attitudes become form&#8220; in der Kunsthalle Bern sowie an der &#8222;Spaces&#8220;-Ausstellung im New Yorker MoMA zuteil werden. Im MoMA stellte er u. a. mit Dan Flavin aus, pr\u00e4sentierte seinen ikonischen 1. Werksatz aus 58 verschiedenen Formen, oftmals aus Stoff, die sich erst in der Aktivierung durch den Menschen als Kunstwerk etablieren. F\u00fcr Walther l\u00e4sst sich sein Werkschaffen weder der Aktions- noch der Performancekunst zurechnen, brauche seine Werkform doch kein Publikum, k\u00f6nne sowohl k\u00f6rperlich als auch gedanklich zur Aktivierung gelangen. Die Relevanz f\u00f6rdernder Akteure durch ihr Bekenntnis zu seiner Arbeit bekr\u00e4ftigt Walther zudem nachdr\u00fccklich. Er berichtet von Heiner Friedrich, Galerist aus M\u00fcnchen, der Walther schon fr\u00fch f\u00fcr sich entdeckte und ausstellen wollte. Nach seiner Ausstellung im MoMA kam dar\u00fcber hinaus Rudolf Zwirner auf ihn zu und Kasper K\u00f6nig realisierte mit ihm 1968 die erste Publikation des Verlags Gebr. K\u00f6nig unter dem Titel &#8222;Objekte, benutzen&#8220;. Erste Verk\u00e4ufe gingen an die Sammlung Str\u00f6her und das Museum in Krefeld. Schillernde Erz\u00e4hlungen von Begegnungen mit Andy Warhol, den er als angenehm, aber still beschreibt, in der Factory folgen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Sp\u00e4ter Erfolg<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die vormals offene, befreite Stimmung in den USA ver\u00e4nderte sich jedoch mit dem Vietnamkrieg nachhaltig. Walther erinnert sich, wie Sammler die Stadt verlie\u00dfen und schlechte Malerei die Galerien flutete. 1971 wurde er schlie\u00dflich als Professor an die Kunsthochschule in Hamburg berufen, verlie\u00df die USA 1973 endg\u00fcltig. Als Professor von u.a. Martin Kippenberger, Rebecca Horn, Jonathan Meese oder John Bock sollte er anschlie\u00dfend nicht nur pr\u00e4gend f\u00fcr seine Studierenden, sondern auch f\u00fcr nachfolgende K\u00fcnstlergenerationen werden, etablierte sich sein Ruf als &#8222;K\u00fcnstlerk\u00fcnstler&#8220;. Solche Bez\u00fcge werden sich auch anhand der kommenden Ausstellungen in der Villa zu Themen wie Tanz, zum verk\u00f6rperlichten Alphabet sowie Walthers Lehrt\u00e4tigkeit nachvollziehen lassen. Letztere Schau wird Aspekte des Lehrens mit der Ver\u00f6ffentlichung ausgew\u00e4hlter Vorlesungen aus 36 Jahren Lehrt\u00e4tigkeit kombinieren. Hamburg beschreibt Walther insgesamt als offen und freundlich, seine Studierenden betrachtete er eher als Kolleg:innen, was ihm volle H\u00f6rs\u00e4le einbrachte. Die ganz gro\u00dfe Anerkennung folgte aber nicht nur anhand weltweiter Retrospektiven in Toronto, Madrid, Mexiko oder M\u00fcnchen, sondern insbesondere mit der Auszeichnung als bester K\u00fcnstler mit dem Goldenen L\u00f6wen auf der Biennale di Venezia 2017. Hoch verdient angesichts seiner Rolle als Vordenker eines neuen, die betrachtende Position elementar einbeziehenden Werkbegriffs.<\/p>\n\n\n\n<hr style=\"--wb-separator-margin-top:0px;--wb-separator-margin-bottom:0px\" class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Franz Erhard Walther, <a href=\"https:\/\/villa-few.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">GELB YELLOW JAUNE<\/a>, 27. September 2025 \u2013 1. M\u00e4rz 2026. Villa Franz Erhard Walther, Fulda.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kommende Ausstellungen in der Villa FEW, Fulda:<br>28.3.2026: &#8222;The Intensity of Softness: Jimmy Robert und Franz Erhard Walther&#8220;, kuratiert von Fran\u00e7ois Piron.<br>26.9.2026: &nbsp;&#8222;The Performative Alphabet. Eine Gruppenausstellung&#8220;, kuratiert von Thierry Davila<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Besuch bei Franz Erhard Walther in Fulda. Entlang des Schlossparks, vorbei am Dom und durch das Paulustor geht es im Herzen der historischen Innenstadt von Fulda zur Villa Franz Erhard Walther. Wo besser als hier k\u00f6nnte diese verortet sein, ist Fulda nicht nur Walthers Geburtsstadt, sondern auch aktuelle Wahlheimat. 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