{"id":2444,"date":"2025-12-02T17:26:03","date_gmt":"2025-12-02T16:26:03","guid":{"rendered":"https:\/\/on-art.news\/?p=10741"},"modified":"2026-08-14T22:00:05","modified_gmt":"2026-08-14T20:00:05","slug":"eintauchen-ins-ungesehene","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/on-art.news\/en\/2025\/12\/02\/eintauchen-ins-ungesehene\/","title":{"rendered":"Eintauchen ins Ungesehene"},"content":{"rendered":"<h3 class=\"wp-block-heading\">&#8222;Into the Unseen \u2013 The Walther Collection&#8220;, Deichtorhallen Hamburg, Halle f\u00fcr aktuelle Kunst, 24. Oktober 2025 \u2013 26. April 2026.<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Die ideale Galerie h\u00e4lt vom Kunstwerk alle Hinweise fern, welche die Tatsache, dass es Kunst ist, st\u00f6ren k\u00f6nnten. Sie schirmt das Kunstwerk von allem ab, was seiner Selbstbestimmung hinderlich in den Weg tritt.&#8220; Und weiter: &#8222;Schattenlos, weiss, clean und k\u00fcnstlich \u2013 dieser Raum ist ganz der Technologie des \u00c4sthetischen gewidmet.&#8220; Mit S\u00e4tzen wie diesen stellte der irisch-amerikanische K\u00fcnstler und Theoretiker Brian O&#8217;Doherty (1928-2022) in seinem 1976 erschienenen Buch <em>Inside the White Cube<\/em> (In der wei\u00dfen Zelle) den Triumphzug der neutralen Zelle zum Prototyp des idealen Ausstellungsraumes auf den Pr\u00fcfstand.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Radikaler Gegenentwurf zur White-Cube-\u00c4sthetik<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass man Kunst \u2013 in diesem Falle sind es Fotografien, ein Performance-Video und eine Mehr-Kanal-Videoinstallation \u2013 jedoch auch jenseits der wei\u00dfen Zelle pr\u00e4sentieren k\u00f6nnte, schlagen die Macher:innen einer Ausstellung in den Hamburger Deichtorhallen vor. &#8222;Into the Unseen. The Walther Collection&#8220;, so der Titel der sehenswerten Schau, entf\u00fchrt die Besucher:innen in ein dunkeltoniges Raumgef\u00fcge, das wie ein radikaler Gegenentwurf zum White Cube wirkt. Das Publikum trifft auf k\u00fcnstlerische Fotografien, die vor dunkelroten oder schwarzen W\u00e4nden zu schweben scheinen. Es wird in kleine intime Kabinette gelockt, die geheimnisvoll nach verkohltem Holz duften, und ganz am Ende des Rundgangs mit einer 6-Kanal-Videoinstallation des chinesischen K\u00fcnstlers Yang Fudong konfrontiert, die einem dystopischen Szenario gleicht. Dieses passt gut in die Abfolge dessen, was diese rund um Spiritualit\u00e4t, Trauma, K\u00f6rperlichkeit und Erinnerung oszillierende Ausstellung sonst noch auff\u00e4hrt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Einladung zur intellektuellen Auseinandersetzung<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Into the Unseen&#8220; ist im Gegensatz zu manchen fr\u00fcheren Ausstellungen mit leicht konsumierbarer Lifestyle- oder Modefotografie, die die Deichtorhallen in ihrem derzeit im Umbau befindlichen Haus der Photographie gezeigt haben, keine Schau mit trendigen Aufnahmen, die blo\u00df zum gen\u00fcsslichen Betrachten einl\u00e4dt. Von den Betrachter:innen wird vielmehr die eigene intellektuelle Auseinandersetzung mit mitunter beunruhigenden, mystisch aufgeladenen Inhalten eingefordert. Und noch etwas Anderes: n\u00e4mlich die Bereitschaft, hinter die Oberfl\u00e4che des Gesehenen zu blicken. Die Kuratorinnen der Schau, Nadine Isabelle Henrich, seit Februar 2024 in den Deichtorhallen verantwortlich f\u00fcr das Haus der Photographie, und Tina Marie Campt von der amerikanischen Princeton University haben die Pr\u00e4sentation im engen Dialog mit dem Sammler Artur Walther konzipiert. Sie zitieren in diesem Zusammenhang die amerikanische Fotohistorikerin Shawn Michelle Smith: &#8222;Je mehr uns die Fotografie zeigt, desto deutlicher wird, wie viel wir nicht sehen und wie blind das Sehen eigentlich ist. Das optische Unbewusste der Fotografie ist ein unheimliches Gef\u00fchl \u2013 es offenbart uns, dass wir eine ungesehene Welt bewohnen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Jagd nach den Schatten<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bilder aus der Serie &#8222;Chasing Shadows&#8220; des s\u00fcdafrikanischen Fotografen Santu Mofokeng (1956-2020), welche vor dunkelroten W\u00e4nden gleich im ersten Raum gezeigt werden, sind denkbar gut daf\u00fcr geeignet, diese These zu untermauern. Mofokeng, der bereits 2002 auf der von Okwui Enwezor (1963-2019) kuratierten Documenta11 einen beachtenswerten Auftritt hatte, zeigt hier Bilder aus den Motouleng-H\u00f6hlen, einer bekannten Pilgerst\u00e4tte, die von Angeh\u00f6rigen so unterschiedlicher Glaubensgemeinschaften wie Christentum, Buddhismus oder indigener Religionen f\u00fcr rituelle Handlungen genutzt wird. Sein von Mehrfachbelichtungen, bewusst eingesetzten Unsch\u00e4rfen und Schatten gepr\u00e4gter Stil entf\u00fchrt in eine Welt weit jenseits des rein Dokumentarischen. Insbesondere die eindringliche Aufnahme seines bereits erblindeten, von seiner HIV-Infektion stark gezeichneten Bruders, die kurz vor dessen Tod entstanden ist, entf\u00fchrt das Publikum in ein transzendentes Zwischenreich an der Schwelle vom Leben zum Tod.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"710\" height=\"1024\" data-id=\"1822\" src=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/RR-4528_RongRong_EastVillage_Untitled_1993-1998_19-neu-710x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1822\" srcset=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/RR-4528_RongRong_EastVillage_Untitled_1993-1998_19-neu-710x1024.jpg 710w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/RR-4528_RongRong_EastVillage_Untitled_1993-1998_19-neu-208x300.jpg 208w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/RR-4528_RongRong_EastVillage_Untitled_1993-1998_19-neu-768x1108.jpg 768w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/RR-4528_RongRong_EastVillage_Untitled_1993-1998_19-neu-1064x1536.jpg 1064w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/RR-4528_RongRong_EastVillage_Untitled_1993-1998_19-neu-1419x2048.jpg 1419w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/RR-4528_RongRong_EastVillage_Untitled_1993-1998_19-neu-scaled.jpg 1774w\" sizes=\"(max-width: 710px) 100vw, 710px\" \/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\">Rong Rong, Untitled, from the series East Village Portfolio, 1993-1998. Courtesy Three Shadows Photography Art Center, Beijing and The Walther Collection, New York \/ Neu-Ulm.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Vom Investment-Banker zum leidenschaftlichen Fotografiesammler<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An dieser Stelle sollte man erw\u00e4hnen, dass die Walther Collection ohne das Zutun und die Beratung des Documenta11-Kurators Okwui Enwezor in ihrer jetzigen Form nicht zustande gekommen w\u00e4re. Der 1948 in Ulm geborene Artur Walther hat sich nach einer kurzen, aber sehr erfolgreichen Karriere als Investment Banker bei Goldmann Sachs in New York bereits 1994 in den Ruhestand verabschiedet. Nahezu zeitgleich begann er mit dem systematischen Aufbau einer Fotografie-Sammlung, in deren Zentrum zun\u00e4chst Werke der sachlich-konzeptuellen Fotografie, etwa von Bernd und Hilla Becher, August Sander oder Karl Blossfeldt, standen. Durch seine intensive Reiset\u00e4tigkeit in Asien und Afrika kam er aber auch schon sehr fr\u00fch mit au\u00dfereurop\u00e4ischer Fotografie in Kontakt. Insbesondere die Fotografen des afrikanischen Kontinents, die er seit 2004 auf mehreren gemeinsamen Reisen mit Okwui Enwezor entdeckte, weckten sein Interesse, gr\u00f6\u00dfere Konvolute und Werkgruppen zu erwerben, sie von ausgewiesenen Expert:innen wissenschaftlich aufarbeiten zu lassen und der internationalen \u00d6ffentlichkeit in aufwendig produzierten Ausstellungen und Katalogen zug\u00e4nglich zu machen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fokus auf Alltagsfotografie<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch weiter durch die Hamburger Ausstellung, die von den Kuratorinnen in sechs Kapitel gegliedert wurde. Die Walther Collection ist auch bekannt daf\u00fcr, dass zu ihren Best\u00e4nden gro\u00dfe Konvolute sogenannter vernakularer Fotografie z\u00e4hlen. Das ist ein Sammelbegriff f\u00fcr alle m\u00f6glichen Formen nicht-k\u00fcnstlerischer Fotografie, darunter zum Beispiel Amateuraufnahmen aus privaten Fotoalben, wissenschaftliche Fotografie, Polizei- und Fahndungsfotos, Aufnahmen aus kommerziellen Fotostudios oder ganz einfach Passfotos.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass das Anlegen von Fotoalben durch staatliche Stellen schnell zum Instrument von Kontrolle, \u00dcberwachung und Diskriminierung werden kann, demonstriert in der Ausstellung das 1885 erschienene Buch &#8222;Identification anthropom\u00e9trique, instructions signal\u00e9tiques&#8220; des franz\u00f6sischen Anthropologen und Kriminalisten Alphonse Bertillon (1853-1914). Es enth\u00e4lt zahlreiche detaillierte Aufnahmen von Strafverd\u00e4chtigen und stellt die abstruse Behauptung auf, diese seien etwa anhand ihrer Ohrform als T\u00e4ter identifizierbar.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Vom Verschwinden der Bilder<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein ganzes Kapitel ist auch dem Thema &#8222;Fotografische Sedimente&#8220; gewidmet. Das zentrale Exponat stammt hier von dem Japaner Munemasa Takahashi, Jahrgang 1980. Nach dem Tsunami vom 11. M\u00e4rz 2011 sind von ihm und seiner Initiative mit dem Namen &#8222;Lost &amp; Found Project&#8220; rund 400.000 damals durch Meerwasser besch\u00e4digte Familienfotos digital restauriert worden. Eine Auswahl von \u00fcber 1.500 nicht restaurierbaren Fotos zeigt Takahashi jetzt, fein s\u00e4uberlich an Nylonf\u00e4den aufgef\u00e4delt und in Form einer Wolke von der Decke h\u00e4ngend, in einer begehbaren Installation. Abstrakte Farbschleier verweigern sich hier der Lesbarkeit und offenbaren gerade so die Dimension der Katastrophe.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped w3 wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" data-id=\"1821\" src=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/CX-317_CangXin_ToAddOneMeterToAnAnonymousMountain_1995-1024x682.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1821\" srcset=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/CX-317_CangXin_ToAddOneMeterToAnAnonymousMountain_1995-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/CX-317_CangXin_ToAddOneMeterToAnAnonymousMountain_1995-300x200.jpg 300w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/CX-317_CangXin_ToAddOneMeterToAnAnonymousMountain_1995-768x511.jpg 768w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/CX-317_CangXin_ToAddOneMeterToAnAnonymousMountain_1995-1536x1022.jpg 1536w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/CX-317_CangXin_ToAddOneMeterToAnAnonymousMountain_1995-2048x1363.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\">Cang Xin, To Add One Meter To An Anonymous Mountain, 1995. Courtesy the artist and The Walther Collection, New York \/ Neu-Ulm.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ein Tribut an die chinesische Performancekunst der Neunziger<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine ganze Reihe von Exponaten ruft dann die in den fr\u00fchen Neunziger Jahren Furore machende, chinesische Performanceszene noch einmal ins Ged\u00e4chtnis. Walther erwarb deren Werke bereits kurz nach deren Entstehung. So zum Beispiel Cang Xins mittlerweile ikonische Aufnahme &#8222;To Add One Meter to an Anonymous Mountain&#8220; aus dem Jahr 1995, die eine Gruppe aufeinandergestapelter, nackter Performer in einer nebelverhangenen Bergwelt zeigt. Ein Akt stillen Protests oder eher eine rituelle Handlung? In Cang Xins intensiv farbiger &#8222;Communication Series&#8220; (1996-2006) wiederum sehen wir das Kinn und die herausgestreckte Zunge des K\u00fcnstlers, die mit den unterschiedlichsten Objekten in Kontakt tritt. So etwa mit einer brennenden Kerze, einer Tulpenbl\u00fcte oder diversen kunsthandwerklichen Produkten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Aus Abfall wird Konzeptkunst<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass vermeintlicher Abfall aus einem Studio f\u00fcr Pass- und Bewerbungsfotos unendlich viel \u00fcber Menschen aussagen kann, beweist dann die italienische Fotografin Martina Bacigalupo mit ihrer Arbeit &#8222;Gulu Real Art Studio&#8220; (2011\/12). Sie machte die Beobachtung, dass ein professioneller Studiofotograf im Norden Ugandas seine Kund:innen f\u00fcr Passfotos zun\u00e4chst immer in Form von Ganzk\u00f6rperportr\u00e4ts aufnahm, um dann das Gesicht auszustanzen. Den Rest der Aufnahme warf er einfach weg. Bacigalupo machte aus den \u00dcberbleibseln eine konzeptuelle Arbeit und ein Buch. Dutzende Abz\u00fcge in der Hamburger Ausstellung zeigen jetzt die auf einem Stuhl sitzenden, kopflosen K\u00f6rper in ihrer individuellen Art, sich anzuziehen und zu positionieren. Das Resultat ist ein typologisches Portr\u00e4t einer aus ganz diversen Pers\u00f6nlichkeiten zusammengesetzten Gemeinde. M\u00e4nner in schicken Businessanz\u00fcgen oder einfacher Arbeitskleidung, in Uniform oder ganz leger. Dazu Frauen in traditionelle afrikanische Stoffe geh\u00fcllt, im Nonnengewand oder ganz westlich im kurzen schwarzen Kleid. Aussagekr\u00e4ftig sind auch die Handhaltungen zwischen L\u00e4ssigkeit, Anspannung und Langeweile. Die Gesichter jedoch fehlen. Bacigalupo l\u00e4dt uns somit ein, \u2013 ganz im Sinne des Mottos der Schau \u2013 ins Ungesehene einzutauchen und diese selbst zu imaginieren.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-3 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"680\" height=\"1024\" data-id=\"1818\" src=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/017_M_Baci_S1-680x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1818\" srcset=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/017_M_Baci_S1-680x1024.jpg 680w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/017_M_Baci_S1-199x300.jpg 199w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/017_M_Baci_S1.jpg 707w\" sizes=\"(max-width: 680px) 100vw, 680px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"599\" height=\"1024\" data-id=\"1819\" src=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/074_M_Baci_S3-599x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1819\" srcset=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/074_M_Baci_S3-599x1024.jpg 599w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/074_M_Baci_S3-175x300.jpg 175w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/074_M_Baci_S3.jpg 626w\" sizes=\"(max-width: 599px) 100vw, 599px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"703\" height=\"1021\" data-id=\"1817\" src=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/046_M_Baci_S3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1817\" srcset=\"https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/046_M_Baci_S3.jpg 703w, https:\/\/on-art.news\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/046_M_Baci_S3-207x300.jpg 207w\" sizes=\"(max-width: 703px) 100vw, 703px\" \/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\">Alle drei Abbildungen: Martina Bacigalupo,&nbsp;Gulu Real Art Studio, 2011\u201312. Courtesy the artist and The Walther Collection, New York \/ Neu-Ulm.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Unbehagliches Finale<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Yang Fudongs in beklemmender Film-noir-\u00c4sthetik gedrehte, bereits eingangs erw\u00e4hnte Videoinstallation &#8222;East of Que Village&#8220; (2007) ist ganz am Ende des Parcours platziert. Sie entf\u00fchrt die Betrachter:innen in ein desolates Gel\u00e4nde ohne Aussicht auf Hoffnung. Von der menschlichen Zivilisation weitgehend aufgegebene H\u00e4user und Industrieanlagen dienen einer Meute sich gegenseitig bedrohender streunender und halb verhungerter Hunde als dystopisches Biotop. Ein Sinnbild auch f\u00fcr die Abgr\u00fcnde menschlichen Verhaltens im Sudan, der Ukraine oder Gaza?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Walther Collection ist in ihrer Mischung aus Aufnahmen namhafter Fotografen wie Santu Mofokeng, David Goldblatt, Yto Barrada oder Eadweard Muybridge und vom etablierten Museumsbetrieb immer noch weitgehend \u00fcbersehener, anonymer Alltags- und Gebrauchsfotografie in Umfang, Qualit\u00e4t und Tiefe wohl weltweit einzigartig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Besuch der Schau lohnt daher unbedingt. Diese facettenreichen Fotografien, erg\u00e4nzt um ausgew\u00e4hlte Videoarbeiten, werden demn\u00e4chst wohl nur noch 7.500 Kilometer weiter westlich im New Yorker Metropolitan Museum zu bewundern sein. Doch Artur Walther gibt keineswegs seine gesamte Sammlung an das Haus an der Fifth Avenue. Am Rande der Hamburger Ausstellung verriet er, dass er sich durchaus mit dem Gedanken tr\u00e4gt, weitere Museen, vielleicht auch in Deutschland, mit Werkgruppen zu beschenken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ausstellung &#8222;<a href=\"https:\/\/www.deichtorhallen.de\/de\/ausstellungen\/into-the-unseen-the-walther-collection\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Into the Unseen. The Walther Collection<\/a>&#8220; wird noch bis zum 26. April 2026 in den Deichtorhallen Hamburg gezeigt.<br>Der Katalog zur Ausstellung erscheint im Dezember 2025 im Steidl Verlag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"http:\/\/www.walthercollection.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><u>www.walthercollection.com<\/u><\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Into the Unseen \u2013 The Walther Collection&#8220;, Deichtorhallen Hamburg, Halle f\u00fcr aktuelle Kunst, 24. Oktober 2025 \u2013 26. 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