Das sanierte Labyrinth von Erwin Heerich, Museum Insel Hombroich. Foto: Jennifer Eckart.

Das neue Labyrinth

Bis zum 29. September präsentiert das Museum Insel Hombroich Erwin Heerichs Labyrinth energetisch saniert und in neuer Schönheit.

Das Labyrinth ist die größte begehbare Skulptur von Erwin Heerich im Museum Insel Hombroich. Nach mehr als dreijähriger Bauzeit präsentiert sie sich seit Ende Juni umfänglich energetisch saniert und in neuer Schönheit. Bevor im Winter die Sammlung mit Werken der europäischen Moderne, fernöstlicher Kunst und archäologischen Fundstücken wieder einzieht, ist das Labyrinth erstmalig in seiner reinen skulpturalen Form zu erleben. Ein eigens für das Gebäude entwickeltes Glasdach schafft ein gleichmäßiges, warmes Lichterlebnis. Zusätzlich dient das Gebäude in diesem Sommer als inspirierender Ort für kurze künstlerische Beiträge wie Performances, Musik, Soundinstallationen, Tanz und Präsentationen.

Das Programm:

23. August 2024: Trio Deliberation
Musik und Raum sind seit den ersten archaischen Ur-Klängen untrennbar miteinander verbunden. Jeder Raum, jeder Widerhall ändert den Instrumentenklang – Größe und Beschaffenheit spiegeln den Schall und modifizieren ihn. Im besten Fall strahlen diese Resonanzen zurück auf den Inhalt der Musik. Das Trio Deliberation spielt extemporierte Kammermusik – Echtzeit-Musik. Flexibel und responsiv hören die Musiker tief in den Raum, wechseln ihre Position, gestalten neu, finden und erfinden Interferenzen und Konsonanzen. Im Labyrinth wird das Trio mit wechselnden Aufstellungen agieren und sich immer wieder unterschiedlich positionieren.

24. August bis 1. September 2024: Tomoko Mukai und Sachiko Nagata: Kiwa
Wie situieren wir uns in der Natur? Ist Natur nicht immer auch eine menschliche Konstruktion? Diese Fragen stellen sich besonders in der gestalteten Idylle des Museum Insel Hombroich. Das Kiwa-Projekt von Tomoko Mukai erforscht die Grenzen zwischen menschengemachten Umfeldern und der Natur und schafft dafür im Labyrinth eine installative Erfahrungsumgebung. An den Wochenenden findet täglich eine Performance der Künstlerin Sachiko Nagata um 14:00 statt.

14. bis 22. September 2024: Emil Walde: Echokammer
Emil Walde realisiert im Labyrinth eine Soundinstallation, bei der sich im Zentrum des Raums ein Mikrofon befindet, welches Ton aufnimmt und in der begehbaren Skulptur über mehrere Boxen mit Verzögerung wiedergibt. Der Raum wird so neu wahrnehmbar und lässt sich ganz individuell und situativ erschließen.

29. September 2024: Stefanie Klingemann
Stefanie Klingemann arbeitet ortspezifisch und interdisziplinär. Ihre Performances, Installationen und städtischen Interventionen sorgen nicht selten für Verwunderung – sie weichen deutlich vom vermeintlich Bekannten ab, fügen sich aber trotzdem nahezu organisch in ihre Umwelt ein.

"Kunst begreife ich als eine Unternehmung zwischen gesellschaftlich Unmöglichem und individuell Unumgänglichem. Aus den Beobachtungen im Alltag, insbesondere denen im öffentlichen Raum, gewinne ich durch das Laborieren und Forschen Erkenntnisse, welche ich in gestalterische Form transformiere. Was in Kunst Gestalt annimmt, kann gesellschaftliche Diskurse nicht lediglich anregen, sondern maßgeblich gestalten. Mit so wenig wie nötig so viel wie möglich zu erreichen - sichtbar zu machen, erlebbar zu machen - ist das Ziel meines künstlerischen Handelns."

Weitere Infos auf: Stiftung Insel Hombroich – Museum Insel Hombroich – Kulturraum Hombroich.


Museum Insel Hombroich

Das Museum Insel Hombroich bei Neuss bietet ein einzigartiges Zusammenspiel von Natur, Architektur und Kunst. Eingebettet in einen weitläufigen Landschaftspark beherbergt es elf begehbare Skulpturen, die teilweise als Ausstellungsorte für Werke der Sammlung des Museumsstifters Karl Heinrich Müller (1936–2007) dienen. „Für mich ist Hombroich nicht allein der Bau eines Museums, sondern der Versuch, eine neue Lebensform zu finden“, fasste dieser seinen utopischen Leitgedanken bei der Gründung zusammen. So wollte er nicht nur seiner umfangreichen Kunstsammlung einen angemessenen Ort geben, sondern auch einen Idealort realisieren: Die Symbiose aus Museum und Künstlerstätte, Naturerlebnis und Erholung, ein Ort für Kunst und Architektur sowie für Ereignisse der Literatur, Philosophie und Musik.