Hal Busse, Rot 58, 1957/58. © Archiv Hal Busse, Berlin.

Beck & Eggeling bei der TEFAF

Vom 15. bis 20. März präsentieren sich mehr als 270 Galerien anlässlich der TEFAF in Maastricht. Beck & Eggeling ist auch dieses Jahr dabei.

Die TEFAF ist eine der wichtigsten, mit Sicherheit aber die schönste Kunstmesse der Welt. Wo kann man schon 7000 Jahre Kunstgeschichte an einem Ort erleben? Zusammen mit 272 Kollegen und Kolleginnen aus aller Welt bietet die Galerie Beck & Eggeling auch in diesem Jahr dieses Erlebnis auf höchstem Niveau.

Im Zentrum der diesjährigen Präsentation steht Keramik und Druckgrafik von Pablo Picasso. Zweifellos gehört Picasso zu den experimentierfreudigsten, mit unbändigem künstlerischen Pioniergeist gesegneten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. In der Druckgrafik setzte er in der Mitte des letzten Jahrhunderts noch einmal, bis dahin kaum noch für möglich gehaltene, ganz neue Maßstäbe an künstlerischem Ausdruck und technischer Meisterschaft. Seine Keramik, die er mit der französischen Manufaktur Madoura herausbrachte, belegt seine schier unbändige Imaginationskraft.

Ein Landsmann Picassos, der spanische Künstler Manolo Valdés, taucht in seinem Werk tief in die Kunstgeschichte ein. Ihn bewegt die Frage, was von der Kunst bleibt und die Jahrhunderte überdauern kann. Es geht darum, den Zauber der Kunst zu bewahren: die Schönheit in der Silhouette einer Figur, in Farbe, in Form und Ornament, im Strich eines Pinsels. Jede von Valdés' Arbeiten sucht immer wieder neu nach der Möglichkeit der sinnlichen Erfahrung und Erfahrbarmachung von Kunst. In der großformatigen Malerei und Materialcollage "Retrato con Sombrero Rojo" von 2012, die ein "center piece" unseres Standes bildet, verbindet er Reminiszenzen an eine Venus von Lucas Cranach dem Älteren und Ernst Ludwig Kirchners Portrait als stehender Akt seiner Lebensgefährtin Dodo.

Ähnlich wie mit Manolo Valdés verbindet die Galerie auch mit ZERO-Künstler Heinz Mack eine lange und freundschaftliche Zusammenarbeit. Mit der unbetitelten Arbeit aus der Werkgruppe der "Chromatischen Konstellationen" aus dem Jahr 2021 wird ein Werk aus der nunmehr seit mehr als 3 Jahrzehnten geführten Reihe von farbgewaltigen und oft sehr großformatigen Bildern gezeigt, in denen er die Farben feiert und paritätisch aneinander reiht. In diesen Farbverläufen und Strukturen erzeugt Mack neue Farbfamilien, die zu einer ganz eigenen Harmonie führen. Neben dieser zeitgenössischen Arbeit, werden auch Werke aus der ZERO-Zeit von des Künstlers präsentiert.

ZERO bildet einen der Schwerpunkte des Galerie-Programms von Beck & Eggeling und so sind neben Heinz Mack auch Arbeiten seiner Zeitgenossen aus dem Umfeld von ZERO wie Gotthard Graubner, Raimung Girke und Yves Klein zu sehen, von dem kleine Schwammskulptur von 1960/61 gezeigt werden wird. Ursprünglich war die Skulptur eine Zugabe zum Ausstellungskatalog "Monochrome und Feuer", die erste Ausstellung im Haus Lange in Krefeld überhaupt, die Klein 1961 ausrichtete, und sie verbindet zwei der wichtigsten Motive des Künstlers - den Schwamm und sein berühmtes Pigment: International Klein Blue. Schon früh entdeckte Klein das Absorptionspotenzial des Schwamms als Mittel, um die immateriellen Eigenschaften seines Pigments einzufangen. "Der Schwamm hat die außergewöhnliche Fähigkeit, jede Art von Flüssigkeit zu absorbieren und sich mit ihr zu tränken", sagte er, "das war für mich natürlich sehr verführerisch. Dank der natürlichen und lebendigen Natur der Schwämme konnte ich die Leser meiner Monochrome porträtieren, die, nachdem sie das Blau meiner Bilder gesehen hatten und in sie hineingereist waren, völlig imprägniert mit Sensibilität zurückkehrten, genau wie die Schwämme".

Mit "Rot 58" wird eine Arbeit aus dem Frühwerk der 2018 verstorbenen deutschen Künstlerin Hal Busse zu sehen sein, deren Schaffen erst seit wenigen Jahren eine Wiederentdeckung und institutionelle Anerkennung widerfährt. 1958 laden sie Otto Piene und Heinz Mack ein, mit zwei Leinwandarbeiten und einem Nagelrelief an der 7. Abendausstellung "Das rote Bild"15 bis 20. März von ZERO in Düsseldorf teilzunehmen. 1959 besucht sie in Paris Yves Klein in seinem Atelier. Ende der 1950er und zu Beginn der 1960er Jahre stellt sie in zahlreichen Ausstellung der deutschen Avantgarde im In- und Ausland aus. So bedeutet Ihre Wiederentdeckung, insbesondere in Hinblick auf das Frühwerk, eine längst überfällige Ergänzung der bisher (zumal in Deutschland) sehr durch die männlichen Protagonisten geprägten kunstgeschichtlichen Erzählung von ZERO.

Neben diesen ausgewählten Arbeiten ist eine hochkarätige Auswahl aus dem Programm der Galerie Teil der Präsentation. Werke der klassischen Moderne von Hans Arp, Paul Delvaux, Max Ernst, Jean Fautrier, Lyonel Feininger, Paul Klee, August Macke oder Joan Miró.

Eine Reihe von Kleinskulpturen von u.a. Alexander Calder, Alberto Giacometti und Henry Moore.

Werke der Internationalen Nachkriegskunst von Magdalena Abakanowicz, Willi Baumeister, Georg Baselitz und Serge Poliakoff, sowie zeitgenössische Werke von Banksy, Kwang Young Chun, Leiko Ikemura, Anselm Kiefer und Robert Longo.

Beck & Eggeling freut sich auf Ihren Besuch an Stand 484.


TEFAF Maastricht 2025
15. - 20. März
(13. und 14. März: Early Access, nur auf Einladung)
täglich 11 - 19 Uhr

MECC
Forum 100
6229 Maastricht
Niederlande