Schloss Altdöbern, Am Park, 03229 Altdöbern, 12.7. bis 2.11.2025. Kuratiert von Christoph Tannert.
Rohkunstbau – der Name steht seit nunmehr drei Jahrzehnten für internationale Ausstellungen zeitgenössischer Kunst in Brandenburg.
30. Rohkunstbau, das bedeutet: Zum 30. Mal treten hochkarätige Künstlerinnen und Künstler aus zahlreichen Ländern mit ihren Werken in Dialog mit der historischen Architektur eines märkischen Schlosses und eröffnen damit neue Perspektiven und Sichtweisen auf die Gegenwart. Beim 30. Rohkunstbau zeichnet ein neuer Kurator verantwortlich: Der Berliner Kulturhistoriker und Ausstellungmacher Christoph Tannert wird in diesem Jahr die Räume des Barockschlosses Altdöbern im Landkreis Oberspreewald-Lausitz mit zeitgenössischer Kunst fluten.
Der 30. Rohkunstbau steht unter dem Thema "Ästhetische Wiederbewaffnung". Ein zunächst martialisch daherkommender Titel – gerade in Zeiten neuer Kriege und angekündigter Hochrüstungen. Doch angesichts einer zeitgleich weltweiten (Re)-Nationalisierung und (Re)-Ideologisierung von Kulturpolitik, die sich zunehmend als übergriffig gegenüber Kunst und Gesellschaft zeigt, ist eine Rückbesinnung auf die Autonomie der Kunst unerlässlich. Der 30. Rohkunstbau stellt fundamentale und zugleich existenzielle Fragen: Kann sich künstlerische Praxis als Notwehr gegenüber den politischen Herausforderungen der Gegenwart begreifen? Ist Kunst in einer Welt von Gewalt, Krieg und Terror noch der Ort kritischer Reflexion? Und böte sie sich mit Blick auf eine sich technologisch rasant verändernden Wirklichkeit noch als Instanz moralischer Rückversicherungen an? Die Ausstellung "Ästhetische Wiederbewaffnung" appelliert an das Vertrauen in die besondere Kraft der Kunst und ihren Blick auf die Welt.
Die Werke der eingeladenen internationalen Künstlerinnen und Künstler umfassen Malerei, Skulpturen, Objekte, Raum-Installationen wie etwa Videos und präsentieren ein Panorama künstlerischer Positionen, das vom Kurator bewusst weit angelegt wurde. Die Ausstellung soll damit eine extreme Diversität künstlerischer Praktiken sichtbar machen und zugleich eine Vielseitigkeit komplexer konzeptioneller Ansätze erfahrbar werden lassen.
Der 30. Rohkunstbau zeigt Künstlerische Positionen aus Deutschland (Ost und West), Griechenland, Österreich, Südkorea, Polen und der Demokratischen Republik Kongo. Ein Schwerpunkt der Schau liegt auf Bildwelten, die keine Scheu davor haben, High und Low - also "Hoch-Kultur" und "Populär-Kultur" - zu mischen und sich der Gegenwart in ihrer Alltäglichkeit eher heiter ironisch und nicht politisch verbissen zu nähern. Jeder Raum des Barockschlosses Altdöbern baut auf einen anderen emotionalen Zustand. Viele Kunstwerke liegen wie zufällig verstreut im Gebäude und werden nicht museal aufgesockelt, sondern wollen beiläufig gefunden werden. Dadurch wird eine ganz besondere ästhetische Erfahrung möglich.
Die Ausstellung "Ästhetische Wiederbewaffnung" vertraut auf die ureigene Kraft der Kunst und ihr Vermögen, sich gegen medial uniformierte Sehgewohnheiten und Verhaltensweisen zu stemmen. Mittels ortspezifischer Werke sucht die Ausstellung nach Alternativen zum Erfahrungsverlust innerhalb einer durch KI dynamisierten Wirklichkeit. Im Zentrum der Ausstellung stehen 18 avancierte künstlerische Positionen, die gerade im Insistieren auf das Ureigenste der Kunst, ihre Autonomie, ihre Freiheit und Kreativität ihre gesellschaftliche Funktion sehen.
Beteiligte Künstler:innen
Dafni Barbageorgopoulou (GR), Roland Boden (D), Birgit Dieker (D), Alexander Endrullat (D), Ute Faber (D), Bertram Hasenauer (A), Suah Im (KOR), Thomas Judisch (D), Bianca Kennedy (D), Szymon Kobylarz (PL), Mukenge | Schellhammer (COD/D), Katrin Plavčak (A), Anselm Reyle (D), Yvonne Roeb (D), Frank Seidel (D), Marcel Walldorf (D), Erwin Wurm (A), Thomas Zipp (D).
Öffnungszeiten: Fr, von 13.00 Uhr bis 18.00 Uhr, Sa und So von 12.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Kontakt: info@rohkunstbau.net
www.rohkunstbau.net