Villa Franz Erhard Walther, 27. September 2025 – 1. März 2026.
Im Zentrum der Ausstellung steht die Rekonstruktion der von Franz Erhard Walther für 1965 geplanten, jedoch nie realisierten Einzelausstellung "GELB YELLOW JAUNE".
In acht Räumen der damaligen Galerie Junge Kunst Fulda sollten acht gelbe Arbeiten Walthers gezeigt werden: sechs Handlungsstücke, darunter Variationen der Elemente des 1. Werksatzes sowie zwei große raumbezogene Werke, welche Aspekte seiner späteren Raumarbeiten der siebziger Jahre vorwegnehmen. Während die farbliche Einheitlichkeit der Arbeiten als Hommage an Yves Klein einen klaren Bezug zu der zeitgenössischen Kunst jener Zeit erkennen lässt, liegt die Radikalität des Projekts in den Handlungs- und Raumbezügen der Werke.


Die mit Arbeiten von 1963/64 konzipierte Ausstellung verdeutlicht einen Moment der künstlerischen Entwicklung Walthers, in dem er wichtige Entscheidungen seiner Werkgeschichte treffen musste. Das Bewusstsein, mit der im März 1963 begonnenen Nähung der Arbeiten und dem Gedanken der Handlung durch die Betrachter einen gänzlich neuen Ansatz gefunden zu haben, trifft auf zahlreiche ungeklärte Fragen und Auseinandersetzungen an die umgebende Kunstszene. Ausgestellte Tagebucheinträge aus dieser Zeit von Walther veranschaulichen, wie herausfordernd es war, die zentralen Gedanken seiner Werkidee zu bestimmen.
Die Fragilität der Jahre 1964/65 blieb in der Rezeption des Werkes lange unentdeckt. Der Fokus auf den 1. Werksatz und die Stringenz der 58 Objekte, die sich von skulpturalen Einzelformen zu Instrumenten der Aktivierung entwickeln und damit zu einem elementaren Teil der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts geworden sind, hat den Blick auf die tiefgreifenden Fragestellungen in den ersten Jahren ihrer Entstehung überlagert. Um die Ausstellung "GELB YELLOW JAUNE" in den Kontext der Avantgardeprojekte und -aktionen jener Zeit einzuordnen, wird die aufwendige Rekonstruktion begleitet von einem umfassenden Überblick der prägenden Ausstellungen jener Jahre in Aachen, Düsseldorf, Krefeld, Köln und darüber hinaus.
Seit ihrer Eröffnung vor drei Jahren bereichert die VILLA Franz Erhard Walther die geschichtsträchtige Barockstadt Fulda mit außergewöhnlichen Ausstellungen. Ausgangspunkt ist das bedeutende Konvolut der Sammlung Seng, das in der gründerzeitlichen Architektur von 1875/76 in wechselnden Werkpräsentationen gezeigt wird. Die VILLA versteht sich als "unabgeschlossener Raum", an dem sich das Werk Franz Erhard Walthers in immer neuen Konstellationen entfaltet.
GELB YELLOW JAUNE, Eine Ausstellung von 1965, 27. September 2025 – 01. März 2026
Villa Franz Erhard Walther, Paulustor 4, 6037 Fulda
www.villa-few.de, Instagram: @villa_few_fulda
Öffnungszeiten Freitag 14 – 18 Uhr, Samstag und Sonntag 11 – 18 Uhr