Fabio Romano in der RizzutoGallery in Düsseldorf, 21. März bis 2. Mai 2026.
Romanos Arbeiten sprechen den Verstand mit einem impulsiven, emotionalen Vokabular an. Ein Vokabular, das ebenso mit unserer natürlichen Umwelt wie mit unserem evolutionären Erbe in Resonanz tritt. Wie durch das Facettenauge eines Insekts zeigt der Künstler multiple Perspektiven und Ereignisse, zusammengefügt zu komplexen Mosaiken. Romano studierte an der Accademia di Belle Arti in Rom und erhielt 2010 ein Stipendium der Royal Academy of Fine Arts in Antwerpen, Belgien. Derzeit lebt und arbeitet er in Düsseldorf.
Im Zentrum seiner Malerei steht ihre Tradition und ihre gesellschaftliche Bedeutung im Lauf der Jahrhunderte: ein Medium, in dem Narrative in stets neuen Sprachen artikuliert werden. Diese Sprachen sind jeweils den Kunstschaffenden eigen – und doch universell verständlich und erlebbar. Über einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten lässt Romano durch ein präzises Zusammenspiel figurativer Elemente und
abstrakter Farbfelder immersive Dickichte kulturellen Erbes und natürlicher Landschaften entstehen. Jahrzehnte des Einüben in maschinelle Logiken haben unser tägliches Leben von natürlichen Rhythmen entfernt und uns darauf konditioniert, jede Abweichung von Effizienz und starrer Struktur als Hindernis für Wachstum und Fortschritt wahrzunehmen. So stellt Romano in seinem Gemälde "Die Begegnung in Pnýx" eine künstliche Welt der natürlichen Sphäre darüber gegenüber. Während Technologie und ihr sich beschleunigender Einfluss auf den
ökonomischen Fortschritt das Fundament unserer gegenwärtigen Weltordnung bilden, blickt die Natur, Ursprung all dessen, was wir umformen, mit unerschütterlicher Ruhe auf die Aufgeregtheit von Hochhäusern und Fabriken herab.

Im Bild "Marie Curie zeigt (drei Mal) den Nordpol" nimmt Romano eine rationalere Position ein. Die wiederkehrende Versammlung im unteren Bildfeld wird zahlenmäßig bei Weitem übertroffen von einer Vielzahl natürlicher Kräfte, die von allen Seiten auf sie niederdrücken. Im Versuch, sich selbst zu heilen, wehrt sich die Natur gegen die Folgen politischer Untätigkeit. Romanos Werke erinnern uns daran, dass wir die Natur noch nicht verstehen. In "Unsere DNA" steht ein Diamant im Mittelpunkt, ein Kristall, der sich über Tausende von Jahren tief im Inneren der Erde bildet. Im Bild taucht er über einer in Diskussionen vertieften Gruppe von Menschen auf. Ein Teil der Natur, der uns nicht erhält, wird hier über alles andere erhoben, während die Beschäftigung mit jenen Ökosystemen, von denen wir de facto abhängen, auf einen späteren Zeit punkt verschoben wird, als Problem, das man irgendwann zu lösen gedenkt. Über dieses verzerrte Selbstverständnis hinauszugelangen, eine
ganzheitliche Sicht auf unser Ökosystem zu erlangen und das Erreichte zu verteidigen, während wir zugleich nach nachhaltigem Fortschritt streben, könnte die entscheidende Herausforderung unserer Zeit sein.
Ein Artist Talk zwischen dem stellvertretenden Kurator der Albertina in Wien, Lorenz Ecker und dem Künstler findet am Freitag, den 17. April, um 19:30 Uhr in den Räumen der Galerie statt.
Eröffnung am 20. März 2026 von 18–21 Uhr
RizzutoGallery, Ackerstraße 34, 40233 Düsseldorf