Evelyn Möcking, Collage auf Steinpapier, 2025, © VG Bild-Kunst 2026.

Wer könnte der Sonne widersprechen?

Evelyn Möcking und Daniel Nehring in der Brunhilde Moll Stiftung, Düsseldorf, 14.03. bis 17.05.26.

Zwei Positionen, ein gemeinsamer Nenner: wo Kunst auf Wissenschaft trifft, beginnt ihr eigentliches Spielfeld. Während Evelyn Möcking ihr Wissen aus der naturwissenschaftlichen Präparation in eine künstlerische Praxis überführt, die Materialkenntnis und forschende Neugierde verbindet, arbeitet Daniel Nehring mit unterschiedlichen wissenschaftlichen Methoden und (digitalen) bildgebenden Verfahren.

Die Gemeinsamkeiten der Düsseldorfer Künstler*innen liegen weniger in einer formalen Ähnlichkeit als in einer geteilten Haltung: Kunst als offener, interdisziplinärer Denkraum, in dem Wissen sichtbar, befragbar und neu erfahrbar wird. So wird die gemeinsame Ausstellung Wer könnte der Sonne widersprechen? selbst zur Kontaktzone, einem experimentellen, forschenden System zwischen Material und Modell, Wissenschaft und Imagination, Wahrnehmung und Erkenntnis. Prozesse, Kreisläufe und Transformationen verdichten sich hier zu einem dialogischen Gesamtgefüge.

Evelyn Möcking entwickelt grundsätzlich Serien, der Prozess selbst ist integraler Bestandteil ihrer Arbeit. (Stein-)Papier, Gemüse- und tierische Präparate, ein eigenes organisches Farbarchiv, markante chemische Apparaturen aus vergangenen Zeiten und hochmodernes Plexiglas: aus und mit diesen sehr unterschiedlichen Materialien erwächst das vielschichtige, farbenreiche Gesamtwerk der Künstlerin. 

Einem eigenen Ordnungssystem folgend, zeigt sie in der Ausstellung Schablonen (sogenannte Templates), Zeichnungen und Glasskulpturen als zusammenhängende Installation. Durch eine räumliche Verdichtung entsteht ein offener Dialog zwischen Struktur, Farbe und Material – verschiedene Werkgruppen durchdringen und erweitern sich gegenseitig und bilden ein zugängliches Erfahrungsfeld.

Daniel Nehrings künstlerische Praxis ist geprägt von digitalen Bildräumen und hybriden Verfahren, die er mit zeichnerischen, skulpturalen und installativen Methoden in Beziehung setzt. Seine Arbeiten bewegen sich bewusst im Spannungsfeld von Körper und Modell, von Realität und Simulation.
 In einer Versuchsanordnung an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und digitaler Technologie liegt der Fokus der Ausstellung auf Zeichnungen und deren Entstehung. Der Zeichenprozess wird anhand von EEG-Messungen phasenweise begleitet, durch MRT-Aufnahmen ergänzt und anschließend durch digitale Verfahren aufbereitet. Innerhalb dieses experimentellen Prozesses entsteht eine kohärente Werkgruppe aus zeichnerischen, skulpturalen und digitalen Arbeiten, die zusammen eine Installation bilden.

Wer könnte der Sonne widersprechen? lädt Besucher*innen dazu ein, sich mit dem Werk von Evelyn Möcking und Daniel Nehring auseinanderzusetzen – jedes steht für sich und doch wird die Ausstellung getragen von einer symbiotischen Aura, einem gemeinsamen Ausgangspunkt an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft.

Evelyn Möcking (*1984 in Bielefeld) studierte von 2012 bis 2015 an der HfbK Hamburg Bildende Künste in der Klasse Pia Stadtbäumer, Theorie und Geschichte bei Prof. Dr. Hanne Loreck und Prof. Michael Diers. Seit 2014 hat sie an zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen teilgenommen. Evelyn Möcking lebt und arbeitet in Düsseldorf.

Daniel Nehring (*1984 in Bielefeld) studierte von 2015 bis 2018 Freie Kunst mit dem Schwerpunkt Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf und war Meisterschüler bei Prof. Hörnschemeyer. Seit 2014 hat er an zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen teilgenommen. Daniel Nehring lebt und arbeitet in Düsseldorf.


Die öffentliche Vernissage findet am Freitag, den 13.03.26, von 17 bis 20 Uhr statt.

Öffnungszeiten: Samstag, Sonntag: 12-16 Uhr, Dienstag: 12-16 Uhr, Donnerstag: 14-18 Uhr

https://brunhildemollstiftung.de/