Jacob Jordaens, Amor und schlafenden Nymphen.
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A European Collection

Meisterwerke aus dem Khanenko Museum in Kyjiw – ab 30. April 2026 im Christian Schad Museum.

Das Bohdan und Varvara Khanenko Nationalmuseum in Kyjiw beherbergt den bedeutendsten Bestand abendländischer Kunst in der Ukraine und zählt damit zu den wichtigen europäischen Sammlungen ihrer Art. Ab dem 30. April zeigt das Christian Schad Museum in Aschaffenburg eine Sonderausstellung mit 73 Meisterwerken der Vormoderne, die erstmals in Deutschland zu sehen sind. Die präsentierten Gemälde stammen größtenteils von namhaften, teilweise weltberühmten europäischen Künstlern des 15. bis 19. Jahrhunderts. Sie bieten einen Überblick über zentrale Positionen der europäischen Malerei und folgen dabei der didaktisch geprägten Ordnung der Khanenko-Sammlung. Zu den Exponaten zählen Werke einiger der bedeutendsten Künstler der europäischen Kunstgeschichte wie Peter Paul Rubens, Bernardo Bellotto, Claude-Joseph Vernet, Pieter Brueghel d. J., Jacob Jordaens und Antonio Canova sowie Gemälde aus den Werkstätten von Hieronymus Bosch und Rembrandt. Das Ensemble bildet das Herzstück der Sammlung, veranschaulicht die weitreichenden kulturellen Verflechtungen Europas und steht exemplarisch für ein gemeinsames, über Jahrhunderte gewachsenes europäisches Kulturerbe.

Die Ausstellung ist das Ergebnis einer außergewöhnlichen internationalen Kooperation zwischen dem Khanenko Nationalmuseum und den Museen der Stadt Aschaffenburg. Ausgewählte Werke aus der Sammlung des Khanenko Museums wurden in den vergangenen Jahren bereits an verschiedenen europäischen Ausstellungsorten gezeigt, um ihren Erhalt zu sichern und zugleich ihre öffentliche Zugänglichkeit zu gewährleisten. Im Christian Schad Museum werden sie nun erstmals in dieser umfassenden Ausstellung zusammengeführt, wodurch die Schau zur wichtigsten und umfangreichsten Präsentation ukrainischen Kulturbesitzes in Europa seit Beginn des Krieges wird.

Yuliya Vaganova, Generaldirektorin des Khanenko-Museums in Kyjiw, betont: „Diese Ausstellung ist für uns weit mehr als eine Präsentation bedeutender Werke außerhalb der Ukraine. Sie ist Ausdruck einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit, die auf Vertrauen, gegenseitigem Respekt und dem gemeinsamen Verständnis für die Verantwortung gegenüber dem kulturellen Erbe Europas beruht. Die Museen der Stadt Aschaffenburg haben sich als verlässliche und engagierte Kooperationspartner erwiesen, die nicht nur die Sicherheit der Kunstwerke gewährleisten, sondern auch ihren kunsthistorischen Kontext sensibel vermitteln.“

In der Ausstellung wird der historische Kern der Sammlung von Bohdan und Varvara Khanenko durch ein zeitgenössisches Werk aus der Serie Shot Figures der ukrainischen Künstlerin Maria Kulikovska ergänzt, das von den städtischen Museen erworben wurde. Kulikovskas Skulptur tritt dabei in einen eindrucksvollen Dialog mit dem ikonischen Werk La Pace von Antonio Canova und öffnet die historische Präsentation für eine gegenwartsbezogene Perspektive.

„Mit A European Collection präsentieren wir die Werke erstmals in Europa in einer Zusammenstellung, die ihre kunsthistorische Bedeutung ebenso sichtbar macht wie ihre Aktualität“, erklärt PD Dr. Thomas Schauerte, Direktor der Museen der Stadt Aschaffenburg und Kurator der Ausstellung. „Die Ausstellung versteht sich als Beitrag zur Bewahrung und Vermittlung des gemeinsamen europäischen Kulturerbes.“

Das Khanenko-Museum in Kyjiw

Das Bohdan und Varvara Khanenko Nationalmuseum in Kyjiw, gegründet 1919 auf der Basis einer über Jahrzehnte planvoll und aufwendig aufgebauten Privatsammlung des Sammlerpaares Khanenko, ist das bedeutendste Kunstmuseum der Ukraine.

Seine rund 25.000 Werke umfassende Sammlung reicht von der Antike und dem Alten Ägypten über herausragende Beispiele westeuropäischer Kunst bis hin zu Meisterwerken aus Persien, China oder Japan und zeichnet sich durch ihre außergewöhnliche Qualität aus. Beheimatet ist das Museum im Zentrum Kyjiws in der ehemaligen Villa der Stifter, die 2022 infolge des russischen Angriffskrieges beschädigt wurde. Es steht auch exemplarisch für die gezielte Bedrohung kultureller Institutionen in Kriegszeiten.

Ausstellung „A European Collection“ ab 30. April 2026

Den Auftakt zur Ausstellung bildet eine Gliederung nach den großen europäischen Kunstschulen Italiens, Flanderns und der Niederlande sowie Frankreichs und Spaniens. Innerhalb dieser Sektionen sind die Werke chronologisch angeordnet, sodass sich stilistische Entwicklungen über mehrere Jahrhunderte hinweg nachvollziehen lassen. Auf rund 450 Quadratmetern in den oberen beiden Geschossen des Christian Schad Museums entfaltet sich so ein konzentrierter Überblick über zentrale Positionen der europäischen Malerei in einer Struktur, die der didaktisch geprägten Ordnung der Khanenko-Sammlung folgt.


Christian Schad Museum
Pfaffengasse 26
63739 Aschaffenburg
www.museen-aschaffenburg.de

Öffnungszeiten
Dienstag 10–20 Uhr
Mittwoch bis Sonntag, Feiertage 10–18 Uhr
montags geschlossen

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