AFMAC
Julie Mehretu und BMW initiieren das African Film and Media Arts Collective.
„Ich habe mich gefragt wie ich aus dem Art Car ein Symbol und Stimmarchiv für die immense künstlerische Schaffenskraft des afrikanischen Kontinents machen kann,“ beschreibt Julie Mehretu ihren Anspruch für die Gestaltung des 20. BMW Art Cars der ikonischen Sammlung. Die US-amerikanische Malerin, die 1970 in Äthiopien geboren wurde, präsentierte im Mai 2024 ihren künstlerisch gestalteten BMW M Hybrid V8 im Pariser Centre Pompidou erstmals der Öffentlichkeit. Nach dessen Renneinsatz in Le Mans einen Monat später beginnt dieses Jahr das nächste Kapitel des BMW Art Car Projekts in Kooperation mit der BMW Group: Das African Film and Media Arts Collective (AFMAC).

Die Idee für das panafrikanische Künstlernetzwerk entwickelte Julie Mehretu gemeinsam mit ihrer langjährigen Freundin, der ebenfalls in Äthiopien geborenen und in den USA lebenden Emmy-nominierten Filmproduzentin Mehret Mandefro, Mitgründerin des Realness Institute zur Weiterbildung afrikanischer Filmschaffender, sowie im Austausch mit Künstler Paul Pfeiffer und Architekturhistoriker Lawrence Chua. Unter Anleitung einer Gruppe afrikanischer und internationaler Künstlerinnen und Künstler, darunter die französisch-senegalesische Filmemacherin und Berlinale-Gewinnerin von 2024, Mati Diop, die amerikanische Poetin Robin Coste Lewis oder der kenianische Performance-Künstler Jim Chuchu, finden Workshops in Lagos, Dakar, Tanger, Nairobi und Kapstadt für rund 50 Künstlerinnen und Künstler statt. Vor Ort vernetzt sich das AFMAC mit lokalen gastgebenden Kulturinstitutionen. Die Teilnehmenden werden in Open Calls mit den Partnern ausgewählt. Der Auftakt findet von 15.-19. April in Lagos mit der kulturellen gemeinnützigen Organisation „Angels & Muse“ statt.
Aus jedem Workshop resultiert eine neue Filmproduktion. Sie bilden gesamthaft eine Anthologie des zeitgenössischen afrikanischen Filmschaffens, die nach Fertigstellung Ausstellungen des 20. BMW Art Cars von Julie Mehretu ergänzen wird. Erstmalig präsentiert werden die Filme in einer großen Ausstellung gemeinsam mit dem 20. Art Car, die das Zeitz Museum of Contemporary Art Africa in Kapstadt 2026 dem African Film and Media Arts Collective widmet. Kuratorin ist dessen Executive Director Koyo Kouoh, die designierte Kuratorin der Venedig Biennale 2026. Die BMW Group ist seit vielen Jahren Partner des Museums und bringt ihr breites Netzwerk von Kulturschaffenden und gemeinnützigen Institutionen in Afrika ein, um das AFMAC langfristig und nachhaltig zu etablieren.
Gesellschaftliches Engagement und die Arbeit im Kollektiv prägen seit jeher das Schaffen Mehretus. 2004 gründete sie mit Pfeiffer und Chua die Künstlerresidenz Denniston Hill im Norden ihrer Heimatstadt New York. Gedacht als Ort des Austauschs, der Reflexion und des Rückzugs entwickeln dort Künstlerinnen und Künstler unterschiedlicher Disziplinen und Herkunft ihre Praxis weiter. In Denniston Hill konzipierte Workshop-Methoden bilden die Grundlage für das AFMAC. Die Künstlerinnen und Künstler aus verschiedenen afrikanischen Ländern und der globalen Diaspora kommen zusammen, um sich mit Fragen der kulturellen, politischen und historischen Identität auseinanderzusetzen. Es wird untersucht, welche Formen des Experimentierens ein grenzüberschreitendes Kollektiv ermöglicht, wie das kulturelle und politische Erbe verhandelt werden kann und welche Rolle unterschiedliche Medien in der Zuschreibung von Identitätsformen spielen.
Anhand von Archivmaterial afrikanischer Film- und Medienarbeiten erhalten die Teilnehmenden die Möglichkeit, eigene kreative Ansätze zu entwickeln und neue Formen der Medienkunst zu erschaffen. Entsprechend ist ein wesentlicher Bestandteil der Workshops die Vorführung schwer zugänglicher afrikanischer Filme, um die historische und kulturelle Perspektive zu erweitern. Ziel ist es, nachhaltige Infrastrukturen zu schaffen, die über die Workshops hinaus Bestand haben und die künstlerische Gemeinschaft in Afrika stärken. Ein zentraler Ansatzpunkt ist die Bereitstellung eines Online-Filmarchivs, mit dem in Zukunft Künstlerinnen und Künstler aus Afrika kontinuierlich arbeiten können.
Künstlergespräche und öffentliche Präsentationen von AFMAC finden 2025 und 2026 auch außerhalb Afrikas statt. Ein Veranstaltungskalender sowie weitere ausführliche Informationen inklusive Foto- und Film-Material sind unter www.afmac.institute verfügbar.
Leitende Künstlerinnen und Künstler AFMAC: Jim Chuchu (Kenia), Robin Coste Lewis (USA), Mati Diop (Frankreich/Senegal), Coco Fusco (USA), Wanuri Kahiu (Kenia), Zeresenay Berhane Mehari (Äthiopien), The Otolith Group (United Kingdom).
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