Wilhelm Lehmbruck: Büste der großen Sinnenden, nach 1914. Privatbesitz Mannheim. Foto: Rainer Diehl.
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Kirchner, Lehmbruck, Nolde

Geschichten des Expressionismus in Mannheim, Kunsthalle Mannheim, 26. September 2025 bis 11. Januar 2026.

Die Kunsthalle Mannheim gehörte zu den ersten Museen, die expressionistische Kunst sammelten. Doch ab 1937 wurde ein großer Teil dieser frühen Sammlung von den Nationalsozialisten beschlagnahmt und so erheblich dezimiert. Trotz dieser Verluste beherbergt das Museum bis heute bedeutende Meisterwerke des Expressionismus. Diese werden nun in den Mittelpunkt der Sonderausstellung gerückt und in Kontext mit nationalen wie internationalen Leihgaben einst beschlagnahmter Objekte gesetzt. Ergänzt um zahlreiche Arbeiten aus Mannheimer Privatsammlungen, beleuchtet die Schau so umfassend das für die Geschichte der Kunsthalle wichtige Kapitel Expressionismus.

Neue Einblicke und Vergleiche

Insgesamt zeigt die Ausstellung 50 Gemälde, 30 Skulpturen und 100 Grafiken. Ein wesentlicher Teil der in der Ausstellung gezeigten Werke aus Privatbesitz stammt aus der Sammlung Fuchs-Werle, aus der unter anderem Gemälde von Erich Heckel, Alexej von Jawlensky, Ernst Ludwig Kirchner, Oskar Kokoschka, Otte Mueller, Max Pechstein, Emil Nold, Karl Schmidt-Rottluff oder Gabriele Münter zu sehen sein werden. Arbeiten der Künstler*innen werden in neue Beziehungen zueinander gesetzt, was ganz besondere Einblicke und Vergleiche ermöglicht.

Expressionistische Skulptur und Grafik

Ein besonderer Schwerpunkt in der Ausstellung ist dem Maler und Bildhauer Wilhelm Lehmbruck und der Mannheimer Sammlung seines einstigen Mäzens Sally Falk gewidmet. Dieser überließt der Kunsthalle ein größeres Konvolut an Skulpturen als Schenkung. Mit so wichtigen expressiven Arbeiten wie dem „Torso der Sinnenden“, der „Großen Knieenden“ und dem „Denker“ von Lehmbruck konnte man seinerzeit nirgends eine vergleichbar umfassende Vorstellung vom Schaffen des Künstlers gewinnen. Außerdem werden wichtige expressionistische Grafiken präsentiert, u.a. Werke von Walther Bötticher, Erich Heckel, Emil Nolde, Max Pechstein, Heinrich Campendonk und Maria Uhden. Der neuen Bedeutung des Holzschnitts im Expressionismus wird dabei besondere Beachtung geschenkt.

Kritische Auseinandersetzung

Der Expressionismus fällt in eine Epoche, in der das Deutsche Kaiserreich, seit 1871 bestehend, ab 1900 zu einer bedeutenden Kolonialmacht aufstieg – mit Besitzungen in Afrika, der Südsee und Teilen Chinas. In diesem historischen Kontext begannen viele expressionistische Künstler*innen, ihr Bildrepertoire zu erweitern. Besonders bei den grafischen Arbeiten der Ausstellung wird der Blick der Expressionist*innen auf das „Fremde“, „Exotische“, ihre Aneignung außereuropäischer Kunst und Kultur kritisch bewertet. Auch erfolgt eine neue Einordnung der Haltung einzelner Künstler in der Zeit des Nationalsozialismus. Emil Nolde ist hierfür ein Beispiel.



Zur Ausstellung erscheint eine Publikation im Deutschen Kunstverlag. Außerdem findet ein umfangreiches Begleitprogram statt.

https://www.kuma.art/de/ausstellungen/kirchner-lehmbruck-nolde

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