Gemälde von Sean Scully, Titel: Wall 3, 2017.
Sean Scully, Wall 3, 2017.

Sean Scully. Lines of Emotion

Vom 29. September 2026 bis 21. März 2027 im Kunstmuseum Magdeburg Kloster Unser Lieben Frauen

Der in Irland geborene Sean Scully gilt heute als einer der einflussreichsten Künstler der Gegenwart. Mit einer unverkennbaren Handschrift aus kraftvollen Farbfeldern und rhythmischen Streifen hat sich Scully weltweit einen Platz in den großen Museen und Sammlungen erobert und nimmt eine zentrale Position in der Geschichte der Malerei nach 1960 ein. Sein Werk ist geprägt von einer kontinuierlichen Selbst- und Fremdreflexion, die er nicht nur in seinem bildnerischen Schaffen, sondern auch in zahlreichen Schriften diskutiert.

In der Ausstellung Sean Scully. Lines of Emotion werden die wichtigsten Werkgruppen der letzten 30 Jahre in der räumlich einmaligen Situation eines vierflügeligen Kreuzganges arrangiert. Neben den großformatigen Dorics und den Wall of Lights, die den absoluten Höhepunkt seines Stils zeigen und bis heute sein unverwechselbares künstlerisches Markenzeichen sind, steht das figürliche Ausnahmeprojekt Eleuthera (2015–2017), das sich intensiv auf den deutschen Expressionismus bezieht. Die 34 großformatigen Gemälde und zahlreiche Zeichnungen, die für die Präsentation ausgewählt wurden, sind geprägt von einer perfekten Balance zwischen der strengen Geometrie des Minimalismus und einer tiefen, emotionalen Expressivität. In der monastischen Architektur der vier langen Kreuzgangflügel finden die Bilder eine ganz neue, eine fast körperliche Präsenz. Sie sprechen von Licht, Erinnerung und Zwischenräumen und breiten sich im Raum aus.

Inspiriert von modernen und abstrakten Maler*innen sowie von Reisen nach Marokko und Mexiko begann für Scully vor vielen Jahrzehnten ein Umgang mit Farbe und Licht, der sich zunehmend lebendigen, intensiven Farbtönen und einer starken Lichtwirkung öffnete. Das Licht scheint regelrecht hinter den massiven Streifen hervorzubrechen, die in dichten Schichten übereinandergelegt sind.

Im farbigen Raster seiner Bilder organisiert der Künstler seine Gedanken, seine Gefühle und letztlich seine Vision. Es ist die Struktur, auf der er bauen und malen und in endloser Vielfalt und Tiefe die einfache Schönheit von Farbe und Linie erklären kann. Im Zentrum der Auseinandersetzung steht für Scully die Aufgabe, Farbe nicht nur als malerisches Mittel, sondern als beinahe anthropomorphe, körperhafte Struktur zu begreifen, die im Zusammenspiel mit Licht eine eigene, fast atmosphärische Präsenz entfaltet. Die scheinbar abstrakten Farbblöcke und Streifen sind tiefgreifende, emotionale Arenen, die von Menschsein, Verlust, Erinnerung und der Kraft menschlicher Beziehungen erzählen.

Die Werke aus diesen Serien hängen in fast allen großen Museen der Welt (darunter das Metropolitan Museum of Art in New York, die Tate Modern in London und die Pinakothek der Moderne in München).

Sean Scully wurde 1945 in Dublin geboren und wuchs in London auf. Er studierte zunächst am Croydon College of Art in London und anschließend an der Newcastle University. 1972 kam er mit einem Stipendium erstmals in die USA und zog 1975 dauerhaft nach New York. Von 2002 bis 2007 war er Professor für Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in München. Heute lebt und arbeitet Scully in New York.


Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog in deutscher und englischer Sprache.

Die Ausstellung wird gefördert vom Land Sachsen-Anhalt, der Stiftung Kloster Unser Lieben Frauen und dem Freunde und Förderer des Kunstmuseums Magdeburg e.V.

Kunstmuseum Magdeburg Kloster Unser Lieben Frauen
Regierungsstraße 4-6, 39104 Magdeburg
www.kunstmuseum-magdeburg.de


Haben wir Sie neugierig gemacht ? Hier finden Sie noch mehr: Haben wir Sie neugierig gemacht ? Hier finden Sie noch mehr: Haben wir Sie neugierig gemacht? Hier finden Sie noch mehr: HABEN WIR SIE NEUGIERIG GEMAC H T ? Hier finden Sie noch mehr:

Ausdrucksmittel auf Augenhöhe

Unter dem Titel "Trouble and Appearance" präsentiert die Staatliche Graphische Sammlung München eine Ausstellung der amerikanischen Künstlerin Dana Schutz.

6 Min. Lesezeit

Christo und Jeanne-Claude: un|realisiert

Die Ausstellung zeigt erstmals in Deutschland unrealisierte Projektes des Künstlerduos. Kunstmuseum Pablo Picasso in Münster, 4. April – 28. Juni 2026.

3 Min. Lesezeit