TANZ!
Kunsthalle Mannheim, 13. November 2026 bis 7. März 2027
Wie wird ein Augenblick zur Kunst, der im selben Moment schon wieder verschwindet? In diesem Spannungsfeld bewegt sich die neue Sonderausstellung "TANZ!" in der Kunsthalle Mannheim ab dem 13. November. Über 150 Jahre hinweg zeigt die Ausstellung, wie bildende Künstler:innen die sich ständig verändernde Bewegung des Tanzes aufgreifen und zum Ausgangspunkt für neue künstlerische Formen und Ausdrucksweisen machen.
Mit Werken aus unterschiedlichen Epochen und Medien lädt die genreübergreifende und transhistorische Sonderschau dazu ein, choreographierte Bewegung in der Kunst zu entdecken und versammelt dabei Arbeiten beispielsweise von Auguste Rodin, Oskar Schlemmer und Alexandra Exter sowie von Isamu Noguchi, Yvonne Rainer und Haegue Yang, Isaac Chong Wai und Tino Sehgal.
Bereits Edgar Degas beobachtete in der Pariser Oper Tänzerinnen bei Proben, beim Aufwärmen und auf der Bühne. Seine Darstellungen und Skulpturen machen den flüchtigen Moment zum Gegenstand der Kunst. Davon ausgehend spannt "TANZ!" einen Bogen über die internationale Avantgarde bis in die Gegenwart und macht sichtbar, wie sich der künstlerische Blick auf den Tanz im Laufe der Zeit verändert: Aus der Darstellung des tanzenden Körpers entwickelt sich zunehmend eine Auseinandersetzung mit Bewegung, Rhythmus, Raum und dem Verhältnis von Körper und Gesellschaft.


Milly Steger, Tanzende, um 1920. Sammlung Karl H. Knauf, Berlin. Foto: Markus Hilbich, Berlin.
Ein Schwerpunkt liegt auf den neuen Ausdrucksformen des modernen Tanzes. So ließ sich Ernst Ludwig Kirchner von der Tänzerin Gret Palucca inspirieren. Bei Oskar Schlemmers "Triadischem Ballett" verschmelzen 1922 Bühnenbild, Kostüme, Farbe, Form, Klang und Bewegung zu einem Gesamtkunstwerk, das zugleich die zunehmende Mechanisierung der Lebenswelt reflektiert. In den 1960er-Jahren entsteht mit dem Keller der Judson Memorial Church als Epizentrum in New York eine neue Allianz zwischen Tänzer:innen und bildenden Künstler:innen. Hier arbeiten Choreograf:innen wie Yvonne Rainer, Simone Forti und Trisha Brown mit Künstlern wie Robert Morris und Robert Rauschenberg zusammen. Tanz wird dabei aus traditionellen Bühnenkonventionen gelöst und in den Alltag und den öffentlichen Raum getragen.
Präsentiert werden ebenfalls eigens für die Ausstellung entstandene Arbeiten internationaler Künstler:innen. Dazu gehören Neuproduktionen der Künstlerinnen Eva Helene Pade und Rajni Perera sowie die Performance-Installation "Songs to Protect Us" (2026) von Isaac Chong Wai, der sich mit dem Körper in Systemen von Macht und Repression auseinandersetzt.
Zum besonderen Erlebnis wird Tino Sehgals Aufführung "This Entry" (2023) im Atrium der Kunsthalle: Tänzerische Bewegungen finden sich beim Kunstradfahren, beim Spielen einer Geige oder in einer Abfolge von Freestyle-Fußball wieder. Die Grenzen zwischen Tanz, Spiel und Choreografie verschwimmen, während sich aus dem Zusammenspiel der verschiedenen Disziplinen ein ständig neu erfindendes Werk entwickelt. Nach Präsentationen in Japan, Korea und den USA ist "This Entry" erstmals in Deutschland zu erleben und führt noch einmal unmittelbar zu einer Frage zurück, die sich durch die Ausstellung zieht: Wie lässt sich eine Bewegung künstlerisch erfassen, die ihrem Wesen nach flüchtig ist?
Kunsthalle Mannheim
Friedrichsplatz 4
68165 Mannheim
https://kuma.art/de/ausstellungen/tanz
Zur Ausstellung erscheint ein umfassender Katalog im Verlag Hatje Cantz, herausgegeben von Johan Holten, Julia Katharina Thiemann und Dirk Luckow. Der Katalog enthält neben zahlreichen Abbildungen der künstlerischen Arbeiten auch Texte verschiedener Autor:innen.
Das zweite Papierkunststipendium
Stipendium für Zeichnung und Papierkunst der Stadt Waiblingen, 25. Juli bis 18. Oktober 2026, Galerie Stihl Waiblingen.
Rom. Rom? Rom!
Ausstellung der Klasse Dakić der Kunstakademie Düsseldorf in der Brunhilde Moll Stiftung, 31. Mai – 12. Juli 2026
Ordnung ist das ganze Leben
Vom Brutalismus zur Abstraktion