Porträt Wilhelm Mundt. Foto: Dirk Rose.
Porträt Wilhelm Mundt. Foto: Dirk Rose.
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Zuflussregelung

Wilhelm Mundt in der Brunhilde Moll-Stiftung, 11.10.26 – 31.01.27.

Was steckt hinter der verführerischen Hülle? Seit fast 40 Jahren widmet sich Wilhelm Mundt seiner Werkserie Trashstones. Ausgangsmaterialien sind anorganische Abfälle, Rückstände aus seinem Atelier oder Teile alter Skulpturen: Gegenstände, mit welchen er nach seinen eigenen Worten „abgeschlossen“ hat, die ihn nicht länger interessieren. Diese presst und komprimiert der Bildhauer zu amorphen Klumpen, verklebt, beschichtet, schleift und poliert sie. In einem aufwendigen Prozess entstehen so unverwechselbare monolithische Skulpturen mit einer glatten, fast sinnlichen Oberfläche. Mundt beschreibt sie gerne als Klumpen, die formal an Findlinge erinnern. Die Werkgruppe ist der konzeptionelle und formale Ankerpunkt seines Werks, auf den der Künstler in Installationen, Fotoarbeiten, Zeichnungen und Videoarbeiten Bezug nimmt.

Die Ausstellung Zuflussregelung vereint unterschiedliche Arbeiten des Künstlers aus mehreren Jahrzehnten seines Schaffens. Behutsam bauen vor allem die Skulpturen eine Beziehung zu den Ausstellungsräumen am Düsseldorfer Drakeplatz 4 auf und knüpfen an deren ursprüngliche Funktion als Atelierräume an. Aus kunsthistorischer Sicht setzt Wilhelm Mundt mit einer beeindruckenden Rauminstallation etwa Werken von Joseph Beuys etwas ganz Neues entgegen. So hat er den Trashstone mit der Nummer 531 bereits 2011 geschaffen, 2022 einen gleichfarbigen Stahlkäfig hinzugefügt und so nicht zuletzt die Frage provoziert: Wer schützt wen? Werden Betrachter*innen vor dem geheimnisvollen Etwas geschützt? Oder soll das Gitter den Klumpen vor Übergriffen bewahren? Dem Beuys’schen Freiheitsbegriff werde hier, so der Künstler, ein Käfig als krasses Gegenteil von Freiheit gegenübergestellt. „Genau das interessiert mich brennend: Dass der Stein im Käfig einerseits viel mit der Arbeit von Beuys zu tun hat, ihr aber andererseits komplett widerspricht.“

Wilhelm Mundt arbeitet in Zuflussregelung mit den Ausstellungsräumen und zugleich gegen sie, er provoziert mit nur wenigen Arbeiten körperliche Spürbarkeit und Fragen nach der menschlichen und künstlerischen Existenz.

Wilhelm Mundt, geboren 1959 in Grevenbroich, studierte an der Kunstakademie Düsseldorf bei Tony Cragg, Klaus Rinke und Irmin Kamp. Er war Professor für Bildhauerei an der HfBK Dresden. Seine Werke befinden sich in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen im In- und Ausland.


Die Vernissage ist öffentlich und findet am Samstag, den 10.10.26, ab 16 Uhr statt, die Finissage am Sonntag, den 31.01.27.

Jeweils am letzten Donnerstag im Monat (Ausnahme: 31.12.26) findet eine öffentliche Führung durch die Ausstellung statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Termine: 29.10.26, 26.11.26, 28.01.27, je 18 Uhr.


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