Van Ham: Halbjahresbericht 2025
Erfolgreich gegen den Trend durch Unternehmenssammlungen oder der Abstand zu Nummer 1 kann nicht mehr groß sein.
Während sich bei den internationalen Häusern das dritte Jahr in Folge eine negative Entwicklung abzeichnet, wächst Van Ham mit einem Plus gegenüber dem Vorjahreshalbjahr von 18 Prozent entgegen diesem auch in Deutschland spürbaren Abwärtstrend stetig weiter. Die Frühjahrsauktionen 2025 erzielten ein Gesamtergebnis von rund 30,4 Millionen Euro, wodurch sich Van Ham nach eigener Rechnung erneut auf dem zweiten Platz unter den deutschen Auktionshäusern positioniert* – der Abstand zu Platz 1 kann damit nicht mehr groß sein…
Die Auktionen der Modernen und Zeitgenössischen Kunst bilden die stärkste Säule des Hauses und machen rund 75 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Mit der Versteigerung der Bayer Collection bestätigt Van Ham seine führende Position für Firmen- und Großsammlungen und setzte erneut das Hauptthema der deutschen Auktionssaison. In den Bereichen Schmuck und Uhren sowie den Online-Auktionen konnten die bestehenden Spitzenpositionen unter den deutschen Kunstauktionshäusern erfolgreich behauptet werden.

Zahlen & Fakten
- Rund 30,4 Millionen Euro Gesamtumsatz im ersten Halbjahr 2025
- Rang 2 unter den deutschen Auktionshäusern
- Führendes deutsches Auktionshaus für Unternehmens- und Großsammlungen
- Deutschlands führendes Kunstauktionshaus im Bereich Schmuck & Uhren
- Deutschlands führendes Kunstauktionshaus im Bereich kuratierter Online-Auktionen
- 35 Auktionen mit über 6.000 Losen, inkl. 25 Online Only-Auktionen
- Über 3.000 Neukunden aus 58 Ländern
Umsätze Abteilungen (Stand 20.06.2025)
- Modern – Post War – Contemporary: ca. 23,2 Millionen Euro
- Fine Jewels & Watches: ca. 3,6 Millionen Euro
- Fine Art: ca. 2,5 Millionen Euro
- Works of Art & Art Nouveau: ca. 1,1 Millionen Euro
The Bayer Collection
In diesem Frühjahr platzierte Van Ham das Thema der „Unternehmenssammlungen im Wandel“ als Schwerpunkt der Saison, denn erstmals trennte sich mit der Bayer AG ein DAX-Konzern von dem maßgeblichen Teil seiner Kunstsammlung. Mit dem Verkauf der Bayer Collection erreichte Van Ham umfangreiche mediale Aufmerksamkeit und unterstreicht seine Position als führendes deutsches Haus für Corporate Collections. Um dem eigenen Anspruch bei diesem Thema gerecht zu werden, wurde ein umfassendes Rahmenprogramm aufgestellt. So widmete sich die Podiumsdiskussion mit WDR-Journalistin Claudia Dichter, Dr. Christina Leber von der Kunststiftung der DZ-Bank sowie Thomas Helfrich von Bayer Kultur den Fragen, wofür Unternehmenssammlungen stehen, was sie leisten und wie sie sich verändern (müssen). Rund 450 Personen verfolgten diese Veranstaltung im Saal und online per Live-Stream. Mit den 94 Highlights der Sammlung bildete der Evening Sale am 3. Juni 2025 den Auftakt. Insgesamt kamen bei der Abendauktion rund 5,6 Millionen Euro zusammen – insbesondere die Arbeiten von Henry Moore, Ernst Wilhelm Nay und Andy Warhol trugen zu dem erfolgreichen Ergebnis bei, in dem elf sechsstellige Ergebnisse erzielt wurden. Weitere 200 Werke der Bayer Collection wurden in einem Online-Sale angeboten, der am 13. Juni 2025 rund 336.000 Euro einspielte. Zusammen ergibt das einen Zwischenstand von rund 5,9 Millionen Euro – es folgen drei weitere Online-Auktionen mit ca. 500 Werken ab September 2025. Für die vollständige Vermarktung in der Spitze und in der Breite erwies sich auch das individuelle Vermarktungskonzept als erfolgreich. Dies beinhaltete neben den Auktionen auch die breit angelegte Verkaufsausstellung „Kunst für alle“ im Leverkusener Erholungshaus. Die Aktion, deren Einnahmen von insgesamt rund 64.000 Euro dem Hospizzentrum PalliLev zugutekommen, fand im Rahmen des stARTfestivals von Bayer Kultur statt.
Andy Warhol, Porträt einer Frau (nach Lucas Cranach), Ergebnis: 815.000 Euro
Ernst Wilhelm Nay, Rot im Zentrum, Ergebnis: 544.000 Euro
Andy Warhol, Ohne Titel (Porträt Nastassja Kinski), Ergebnis: 435.000 Euro
Modern – Post War – Contemporary
Die eigentliche Offerte der Frühjahrsauktion für Moderne und Zeitgenössische Kunst überzeugte ebenfalls die internationalen Sammlerinnen und Sammler. Mit über 20 Ergebnissen im sechsstelligen Bereich und einer Verkaufsquote nach Wert von rund 127 Prozent lieferte die Abendauktion am 4. Juni einen gelungenen Auftakt. Zusammen mit dem Day Sale erzielte Van Ham damit ein Gesamtergebnisergebnis von 13,8 Millionen Euro. Auch hier prägten hochkarätige Werke aus anderen bedeutenden Unternehmenssammlungen das Angebot, wie die
charakteristischen Werke von Peter Doig und Karin Kneffel aus der Sammlung der Bremer Landesbank. Weitere Highlights waren die Arbeiten von Willi Baumeister, Max Ernst und Günther Uecker. Insgesamt spielten die Auktionen für Moderne und Zeitgenössische Kunst rund 23,2 Millionen Euro ein (inkl. der Bayer Collection und Online Only-Auktionen).
Günther Uecker, „Spirale“, Ergebnis: 660.000 Euro
Willi Baumeister, Monturi, Diskus (mit Segmenten), Ergebnis: 544.000 (höchstes Auktionsergebnis seit über 25 Jahren für diesen Künstler)
Peter Doig, Study For Camp Forestia II, Ergebnis: 489.000 Euro



Online only
In den 25 Online-Only-Auktionen der ersten Jahreshälfte hat Van Ham insgesamt rund 4,7 Millionen Euro erzielt und damit 8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Auktionen teilen sich in 21 Auktionen aus dem Bereich für Moderne und Zeitgenössische Kunst (4 Miollionen Euro) und vier aus dem Bereich Schmuck & Uhren (ca. 0,7 Millionen Euro) auf. Wie in den Vorjahren bot Van Ham hierzulande das umfangreichste Auktionsprogramm im Bereich der kuratierten Online-Sales, sodass Van Ham sich erneut als deutscher Marktführer für dieses Segment
bezeichnen darf. Der starke Umsatz ist nicht nur auf die große Offerte mit über 3.600 angebotenen Losen, was etwa 60 % der insgesamt angeboten Lose ausmacht, sondern auch auf das zielgerichtete Angebot mit gefragten zeitgenössischen Positionen zurückzuführen.
Fine Juwels
Auf der Jagd nach Schmuck bekannter Marken wurden Bieterinnen und Bieter in der Frühjahrsauktion „Fine Jewels“ fündig. Charakteristische Entwürfe von Bulgari, Van Cleef & Arpels bis hin zu David Webb prägten die Offerte und zogen zahlreiche Interessenten an. Insgesamt wurden 2,1 Millionen Euro eingespielt – auch weil zeitloser Diamant- und Farbsteinschmuck in allen Formen nach wie vor gefragt ist. Insbesondere eine
aufwendige Nachbildung eines Cartier-Colliers für die Herzogin von Windsor, ein leuchtend blauer Burma-Saphir sowie ein historisches Rubin-Diamant-Armband erzielten bemerkenswerte Ergebnisse. Erneut bestätigte Van Ham seine führende Rolle für Schmuck unter den deutschen Kunstauktionshäusern.
Bulgari, Monete, Antikes Münz-Set: Collier, Armspange und Ohrclips, Ergebnis: 53.000 Euro
Van Cleef & Arpels, Saphir-Diamant-Ohrschmuck, Ergebnis: 34.000 Euro
Burma Saphir-Diamant-Ring, Burma-Saphir ca. 6,5 Karat, Ergebnis: 32.000 Euro
Watches
Mit einem neuen Auktionsrekord der Abteilung und einer sensationellen Verkaufsquote nach Stück von 95 Prozent bestätigt Van Ham erneut seine führende Rolle für Uhren unter den deutschen Kunstauktionshäusern. Seltene Sammlerstücke sorgten für Spitzenpreise: Die Uhrenmarke F. P. Journe ist bekannt für ihre innovativen Modelle, von denen zwei besondere Exemplare der „Black Label“ Edition große Aufmerksamkeit erregten. Beide Uhren wurden im sechsstelligen Bereich zugeschlagen und hatten damit großen Anteil am beeindruckenden Ergebnis von über 1,5 Millionen. Aber auch andere bekannte Luxusmarken erzielten starke Ergebnisse, was die nach wie vor starke Nachfrage nach Luxusuhren verdeutlicht. Insbesondere die Modelle von Patek Philippe waren heiß begehrt, so sorgten der sportliche Aquanaut Chronograph sowie die
Aquanaut Travel Time für starken Andrang an den Telefonen und beim Online-Bieten.
F. P. Journe, Chronomètre Optimum Black Label, Ergebnis: 185.000 Euro
F. P. Journe, Octa UTC Black Label, Ergebnis: 139.000 Euro
Patek Philippe, Aquanaut Chronograph, Ref. 5968A-001, Ergebnis: € 92.000
Fine Art
Vom niederländischen „Goldenen Zeitalter“ über die stimmungsvollen Ansichten des 19. Jahrhunderts in Italien bis hin zu den deutschen Impressionisten reichte das Angebot der Frühjahrsauktion „Fine Art“. Die rege Bietbeteiligung für die spannende Offerte führte zu einem starken Gesamtergebnis von mehr als 2,5 Millionen Euro. Insbesondere begeisterte eine virtuose Komposition rastender, kaukasischer Reiter von Franz Roubaud. Die feinen Papierarbeiten von Jean Auguste Dominique Ingres und Edgar Degas erfuhren ebenfalls großen Zuspruch. Internationale Auktionsrekorde erzielten die Werke von Clemens Bewer und Robert Hermann Sterl.
Franz Roubaud, Das Zeltlager der Kosaken, Ergebnis: 231.000 Euro
Französische Schule 17./18. Jh., Beschneidung des Jesuskindes im Tempel, Ergebnis: 86.000 Euro
Jean A. D. Ingres, Studie nach den Armen und Händen der Princesse Pauline de Broglie, Ergebnis: 79.000 Euro
Works of Art & Art Nouveau
In der Frühjahrsauktion erfuhren erlesene Sammlerstücke mit spannender Geschichte die stärkste Nachfrage. Zu den Highlights zählten eine frühe Tischuhr, die als Meisterwerk der Uhrmacherkunst gilt, sowie ein Silberhumpen mit feinen Gravuren und ein Münzhumpen mit königlichen Widmungen, der sowohl als kunsthandwerkliches Objekt, als auch als Zeitzeugnis von Bedeutung ist. Die Abteilung widmet
sich zunehmend dem Bereich des modernen Designs, der im Frühjahr durch ein spannendes Angebot ausgewählter Venini-Glasobjekte mit Entwürfen von Flo Perkins und Emmanuel Babled vertreten war. Insgesamt erzielte die Abteilung im ersten Halbjahr ein Gesamtergebnis von rund 1,1 Millionen Euro.
Großer Deckelhumpen mit Kostümfiguren & Allianzwappen, um 1650, Ergebnis: 22.000 Euro
Frühe horizontale Tischuhr, Jeremias Pichler, Ergebnis: 20.000 Euro
Münzdeckelhumpen für Reisemarschall Ferdinand von Steuber, Datiert 1884, Ergebnis: 16.000 Euro
The Kasper König Collection – His Private Choice
Van Ham, Auktion am 1. und 2. Oktober 2024
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Seit Juni in Düsseldorf: Die fünfte Ausgabe des Lantz'schen Skulpturenparks, kuratiert von Katharina Klang.
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