Material/Technik: Ausgabe: Radierung, 60,8 x 42,0 cm; 57,1 x 27,8 cm, Inventar-Nr.: 355-1882, , Artist: James Tissot , Keine Nutzung für Merchandising-Produkte gestattet!, Copyright: bpk / Kupferstichkabinett, SMB / Dietmar Katz
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Der andere Impressionismus

Internationale Druckgraphik von Manet bis Whistler, Galerie Stihl Waiblingen, 27. September 2025 bist 11. Januar 2026

Schatten, Regen, Nebel, Smog? Die Ausstellung stellt unsere bisherigen Vorstellungen von Impressionismus auf den Kopf!

Überraschenderweise war es nicht die Malerei, sondern die Druckgraphik, in der Künstlerinnen und Künstler in Europa und den USA Phänomene wie Dunkelheit, nächtliche Straßenbeleuchtung und ihre Spiegelung, Dampf und Smog festhielten. Die Herangehensweise ist dabei überaus vielseitig und originell. In der neuen Technik der Lithographie oder der wiederentdeckten Radierung bringt der sogenannte „andere“ Impressionismus in atmosphärischen Stimmungen die Themen der Zeit zu Papier. Bis auf Claude Monet sind alle impressionistischen Malerinnen und Maler Druckgraphiker. Künstler wie Camille Corot oder Charles-François Daubigny verlassen ihre Ateliers und experimentieren im Freien, indem sie die Sonne zur Belichtung ihrer handgezeichneten Glasplattennegative nutzen. Künstler wie Édouard Manet und Johan Barthold Jongkind orientieren sich an den in Vergessenheit geratenen Malerradierungen Rembrandts und lassen sich von seinen Blättern zu eigenen innovativen Werken inspirieren. Camille Pissarro, Edgar Degas oder der Niederländer Charles Storm van ’s Gravesande überarbeiten ihre Druckplatte nach jedem Druckvorgang, wodurch innerhalb einer Serie neue Originale entstanden. Lithographen wie Paul Signac oder Eugène Carrière sind fasziniert von Schatten und Immateriellem und schaffen malerische sowie geheimnisvoll anmutende Impressionen. Hierzulande öffnen sich Max Liebermann, Lovis Corinth und Max Slevogt für die neue Sehweise und bringen gesellschaftliche Ereignisse wie Pferderennen, vergnügte Treffen im Biergarten oder die private Lektüre im Schattenspiel eines Baumes druckgraphisch zu Papier. Und tatsächlich ist es die Druckgraphik, die das deutsche Publikum für den Impressionismus begeistert. Sie ebnet der heute so beliebten, anfänglich jedoch noch nicht museumswürdigen Kunst Ende des 19. Jahrhunderts den Weg in die öffentlichen Sammlungen. Mit Ankäufen impressionistischer Druckgraphik gehen Direktoren wie Friedrich Lippmann vom Berliner Kupferstichkabinett zu jener Zeit mutig voran und erweitern ihre Sammlungen um Bestände zeitgenössischer Kunst.

Mit rund 100 Werken von 40 Künstlerinnen und Künstlern aus Frankreich, England, den Niederlanden, den USA, Schweden und Deutschland – darunter Berthe Morisot, Edgar Degas, Édouard Manet, Pierre-Auguste Renoir, Francis Seymour Haden, James Abbott McNeill Whistler, Joseph Pennell, Mary Cassatt, Anders Zorn, Max Liebermann, Max Slevogt, Lovis Corinth und Lesser Ury – zeigt die Galerie Stihl Waiblingen in Kooperation mit dem Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin eine Auswahl an selten gezeigten Schätzen dieses „anderen“ druckgraphischen Impressionismus und führt vor Augen, dass eine impressionistische Sehweise nicht allein auf die Malerei beschränkt war. Einzelne Radierungen von Rembrandt aus dem 17. Jahrhundert sowie Fotografien des Piktorialismus, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden sind, erweitern die Werkauswahl und verorten das faszinierende Spektrum der impressionistischen Druckgraphik zwischen diesen beiden Polen.


https://www.galerie-stihl-waiblingen.de/ausstellung/Vorschau-Impressionismus

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