Musikalische Uraufführung im Museum Haus Cajeth, Heidelberg, Freitag, 27. Juni 2025, 19 Uhr.
Am Freitag, den 27. Juni 2025, um 19 Uhr, findet im Heidelberger Museum Haus Cajeth ein außergewöhnliches musikalisches Ereignis statt: die Uraufführung der Komposition "Neue Bilder einer Ausstellung" von Marco Hertenstein – ein Werk, das in enger Verbindung mit dem künstlerischen Schaffen von Matthias Maaß steht.
Der Komponist Marco Hertenstein war ein langjähriger Weggefährte und Freund des Malers Matthias Maaß (1958-2019). Sie tauschten sich häufig über zeitgenössische Musik aus und das jährliche Festival in Donaueschingen war immer wieder ein Gesprächsthema.
Marco Hertenstein hat sich für seine Komposition von 27 Werken Maaß’ inspirieren lassen – darunter Gemälde, Rasterbilder, Tages- und Serienarbeiten. Entstanden ist ein musikalischer Zyklus, der sich lose an Modest Mussorgskis berühmte "Bilder einer Ausstellung" anlehnt, jedoch einen eigenen, zeitgenössischen Zugang zur Verbindung von Klang und Bild findet.
Die "Neuen Bilder einer Ausstellung" sind für Solo-, Duo- und Triobesetzungen konzipiert und spiegeln die Vielfalt und Tiefe der bildnerischen Arbeit von Matthias Maaß in klingender Form wider. Das Publikum erwartet ein bewegender Abend, der bildende Kunst und Musik in einen unmittelbaren Dialog bringt – emotional, intellektuell und sinnlich.
Die internationalen Interpreten der Uraufführung: Freddy Kempf (Klavier), Alexander v. Hagke (Saxofon) und das Trio Ruscello mit Caroline Korn (Violine), Elke Bruger-von Stein (Klavier) und Thomas Matt (Tuba).



Der Künstler Matthias Maaß
Matthias Joachim Maaß, geboren 1958 in Heidelberg, war eine vielschichtige Künstlerpersönlichkeit. Geprägt durch den frühen Tod seines Vaters, begann er schon in jungen Jahren, seine Erlebnisse und Eindrücke zeichnerisch zu verarbeiten. Nach seinem Abitur 1977 bereiste er Europa und fand früh eine künstlerische Auseinandersetzung mit seinen Eindrücken.
In den 1980er Jahren, in denen er im Kunstbereich tätig wurde, begann er professionell zu zeichnen und zu malen. 1985 wurde ihm der erste Preis der Künstlergruppe 79 e.V. in Heidelberg verliehen. Nach zahlreichen Einzel– und Gruppenausstellungen folgte 1994 ein Einzelkatalog mit Radierungen und dem Gedichtband "Chasse de Neige" von Rainer René Müller, Frankreich.
Neben seinen seriellen Arbeiten wie "Cherie’s-5000-Flaschen" beeindrucken heute besonders seine ausdruckstarken Portraits in Tusche und Aquarell. Mit leichtem Strich spiegeln die vorwiegend kleinformatigen Arbeiten innere Gefühlswelten wider, die den Betrachter gefangen nehmen. Matthias Maaß arbeitet schnell und intuitiv. In Sekunden bannt er skizzenhafte Eindrücke aufs Papier, die gekonnt koloriert werden. Sanfte Farbübergänge stehen im Kontrast zu den oftmals groben Konturen der Tuschelinien.
Maaß sah sich selbst als Forscher und Suchenden. Seine Bilder besitzen eine kontemplative Aura, ein eigenes Mysterium und offenbaren bei jedem Betrachten neue Ebenen der Wahrnehmung. Sein zeichnerisches Schaffen war facettenreich. Während seine "Tagesbilder" eher eine Dokumentation seiner aktuellen Gefühlswelt darstellten, resultierten seine komplexeren Rasterbilder aus wochenlanger Auseinandersetzung mit tiefgründigen Themen.
Bekannt war Maaß auch für seine Psychiatrie-Erfahrung. Einige seiner Werke, darunter das beeindruckende Gemälde "Das Totenmahl" von 1992, befinden sich in der Sammlung Prinzhorn am Heidelberger Universitätsklinikum.
Matthias Maaß verstarb am 18. Mai 2019.