Elfriede Lohse-Wächtler, Im blauen Kittel – Selbstporträt IV, 1929. Privatbesitz. Foto: Ketterer Kunst.
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Elfriede Lohse-Wächtler – Ich als Irrwisch

Kunsthalle Vogelmann, Heilbronn, 28.06.2025 – 02.11.2025.

Am 28. Juni 2025 startet in der Kunsthalle Vogelmann in Heilbronn die Ausstellung „Elfriede Lohse-Wächtler – Ich als Irrwisch“. Erleben Sie die Welt einer besonderen Künstlerin. Ihre unverwechselbare Bildsprache und konfrontative Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt und sich selbst machen sie zu einer bedeutenden Vertreterin der Kunst des frühen 20. Jahrhunderts.

Die Dresdner Malerin und Zeichnerin (1899–1940) zählte lange zu den übersehenen künstlerischen Stimmen des Realismus der Weimarer Zeit. Unter dem Pseudonym „Nikolaus Wächtler“ wurde sie mit gerade einmal siebzehn Jahren Teil der Dresdner Avantgarde um Künstler wie Conrad Felixmüller, Otto Dix und Otto Griebel, Schriftsteller wie Rudolf Adrian Dietrich und Walther Rheiner sowie Berliner Dadaisten wie Johannes Baader und Raoul Hausmann.

1925 siedelte die Künstlerin nach Hamburg über, wo sie ihre künstlerisch produktivste und erfolgreichste Phase erlebte. Trotz wirtschaftlicher Not und persönlicher Krisen – die 1929 zu einem ersten Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik führten – entstanden Werke von großer Ausdruckskraft und Intensität. Selbstbewusst dringt sie in die Männerdomänen der Sperrbezirke und schildert den Alltag der einfachen Leute, das Hafenmilieu und das Treiben in den Kneipen und Vergnügungslokalen auf St. Pauli. Ihre aus den Farben des Aquarells und Pastells herausgearbeiteten unkonventionellen Porträts von „Alltagsmenschen“ und ihre schonungslos ehrlichen Selbstbildnisse berühren in ihrer Eindringlichkeit noch heute.

Elfriede Lohse-Wächtlers Leben ist eine Geschichte von Mut, Selbstbehauptung und künstlerischer Unbeugsamkeit – und endet tragisch mit Zwangseinweisung und staatlich legitimierter Vernichtung: 1940 wird sie im Rahmen der nationalsozialistischen „Aktion T4“ ermordet.

Zum 125. Geburtstag der Künstlerin widmete ihr das Ernst Barlach Haus in Hamburg von Oktober 2024 bis Februar 2025 eine umfassende und vielbeachtete Werkschau. Im Anschluss präsentierte sie erfolgreich das Franz Marc Museum in Kochel. Nun ist die Ausstellung in der Kunsthalle Vogelmann zu Gast – der dritten und letzten Station der Tournee. Ergänzt um Werke ihrer Zeitgenossen wie Otto Dix und Conrad Felixmüller, würdigt die Schau das facettenreiche Schaffen Elfriede Lohse-Wächtlers mit rund 100 Werken aus öffentlichen und privaten Sammlungen.


Die Ausstellung wird flankiert von einem spannenden Veranstaltungsprogramm mit vertiefenden Vorträgen, Filmvorführungen und Lesungen.

Alle Informationen zum Programm finden sich im separaten Programmheft sowie online unter: https://museen.heilbronn.de/kunsthalle-vogelmann.html

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Ernst Barlach Haus in Hamburg und dem Franz Marc Museum in Kochel am See


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