Pierre Joseph Redouté, Choix des plus belles fleurs, 1827, Kunstbroker Goldach, CH. Foto: Antiquariatsmesse Stuttgart.
4 Min. Lesezeit

Von Inkunabeln zur Pop-Kultur

Antiquariatsmesse Stuttgart 2026, 23. – 25. Januar in der Liederhalle Stuttgart.

Am neuen Standort, der Stuttgarter Liederhalle, präsentiert die Antiquariatsmesse Stuttgart 2026 an den Ständen und in den Vitrinen Inkunabeln und Künstlerbücher, Platten-Cover und Comics, signierte Autographen, aber auch Vintage Photographie und moderne Kunst. Für den Relaunch ist eine neue Messe entstanden, die Bewährtes mit Innovation verbindet. Mit rund 72 Antiquariaten aus 11 Ländern, darunter zahlreiche internationale Spezialisten, präsentiert die Messe ein breiteres und wertvolleres Spektrum an Raritäten als je zuvor.

Neu auf der Messe

Die Young Collectors Zone, ein eigener Bereich auf der Messe, lädt erstmals Sammler*innen der nächsten Generation ein, sich auszutauschen, ihre Leidenschaft zu teilen und Neu-Entdeckungen zu machen in den Bereichen Design, Musik und Kunst und Buchästhetik (vieles im Segment zwischen 50 und 300 Euro). Aber auch besondere Exponate an den verschiedenen Messeständen, wie Skizzen zu Platten-Covers z.B. der Kultband KRAFTWERK (u.a. bei Heckenhauer), ein ikonisches Foto-Porträt von Gerhard Richter (von Benjamin Katz), beim Antiquariat Knöll oder ein Autograph von Andy Warhol (EOS-Buchantiquariat Benz, Zürich, CH), sprechen vor allem ein jüngeres, an Kunst interessiertes Publikum, an.

Die Messe erweitert ihr Angebot mit einem noch vielfältigeren Rahmenprogramm: Talks, Podien und Gespräche zu Themen wie Pflege von Sammlungen, Buchgestaltung, Illustration und die Rolle von Frauen in der Buchkultur werden erstmals stärker präsent sein. Eine Sonderausstellung zu Rilke als Zeichner in Kooperation mit dem Antiquariat Felix Jud, Hamburg, ist ein weiterer attraktiver Programmpunkt.

Erst-Aussteller und wertvolle Objekte:

Neben seltenen Büchern stehen nach wie vor alte Handschriften, Manuskripte, Autographen, gesuchte Erstausgaben und besonders kunstvoll gestaltete Bücher und Einbände im Zentrum der Messe, die international neben London, New York und Zürich zu den Leitmessen der Branche zählt. Sie verzeichnet bei der aktuellen Ausgabe auch zahlreiche namhafte Erstaussteller, die frische Akzente setzen: Le Manuscrit Français (Versailles, FR) entführt die Besucher mit seltenen Autographen und Zeichnungen in die Welt der französischen Literatur und Kunst (u.a. Rimbaud, Proust, Degas, Toulouse-Lautrec u.a.). Besondere Highlights dürfen Sammler*innen auch bei Sophie Schneidemann Rare Books (London, UK) erwarten, die zum ersten Mal in Stuttgart vertreten ist. Sie zeigt u.a. zwei exzellente Pressendrucke: die deutsche Ausgabe von Shakespeares Hamlet (Cranach Presse, 1928-29) und Dantes Divina Commedia (Bremer Presse), ein seltenes Werk der Typographin Anna Simons. Ben Kinmont (Sebastopol, USA), ebenfalls Erstaussteller, ist einer der wenigen Händler für Gastrosophie, was alle Gourmets entzückt. Das Antiquariat Schmidt & Günther (Kelkheim, DE) präsentiert u.a. eine Vorzugsausgabe Hetaerengespräche des Lukian, mit Zeichnungen von Gustav Klimt (Einband Josef Hoffmann/ Wiener Werkstätten) sowie ein signiertes Autoren-Exemplar von Max Beckmann (Johannis Presse, Auflage nur 33) mit 6 signierten Originalgraphiken des Künstlers, ein Meisterwerk des Expressionismus.

Ausgewählte Highlights

Am oberen Ende der Preisspanne stehen auf der Antiquariatsmesse in diesem Jahr spektakuläre Werke wie u. a. ein Portolan Atlas beim Antiquariat Sanderus (Gent, BE). In Stuttgart zu sehen ist ein Spitzenstück von Joan Oliva (Marseille), gut erhalten, handgemalt auf Pergament, ein Hochzeitsgeschenk für den französischen König Louis VIII. Ein höchst seltenes, und gesuchtes Exemplar aus der Blütezeit der nautischen Kartographie, vergleichbare Stücke erzielen am Kunstmarkt hohe sechs- und siebenstellige Ergebnisse. Ein weiteres Highlight der Messe ist bei einem der jüngsten Aussteller zu entdecken, bei Gabriel S. R. Müller, Antiquariat Kunstbroker (Goldach, CH): ein prächtiges dreibändiges Werk des „Raffaels der Blumen“ Pierre-Joseph Redouté mit 144 handkolorierten Kupferstichen – Choix des plus belles fleurs (Paris, 1827–1833).

Mit Ihrem Neustart 2026 interpretiert die Stuttgarter Messe das Thema rund um das ‚Antiquarische Buch‘ neu und zeigt, wie lebendig die bibliophile Welt des Sammelns geworden ist.


63. Antiquariatsmesse Stuttgart, 23. – 25. Januar 2025 Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle www.antiquariatsmesse-stuttgart.de. Instagram: @antiquariatsmessestuttgart. Veranstalter: Verband Deutscher Antiquare e.V., www.antiquare.de.

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